Tradwife? Was soll der Scheiß!?

10+

Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, aber ich wähle für meine Überschrift jetzt einfach mal jene Empfindung, welche mir seit gestern unentwegt durch den Kopf geistert!
Gleich gefolgt von Ausdrücken wie „Schubladen-Denken“, „Kategorisieren“, „Stempel-aufdrücken“ (!) und „Angst auslösen“.
„Rechtfertigungs-Zwang“ möglicherweise auch noch, aber dazu komme ich gleich.

Ich wollte ihm keine Beachtung schenken, diesem Artikel.
Welcher mir durch Zufall unter die eigenen Augen kam.
Der Titel mit der sonderbaren Bezeichnung, welche ich gestern das erste Mal sah, sollte mich nicht tangieren.
Denn es geht hier nicht um mich!
Und doch scheint er zu polarisieren.

Denn ich fühle mich nun  – neben ganz vielen anderen Frauen – dazu veranlasst, hier eine ganz eigene, persönliche Stellung abzugeben.

Damit ein Thema, ein Oberbegriff, ein Hashtag, was alles beschissener nicht sein könnte, hoffentlich ganz schnell wieder vom Tisch gelangt! mehr „Tradwife? Was soll der Scheiß!?“

Froh zu Hause zu sein – wenn die Vereinbarkeit warten kann

26+

Donnerstag. Gestern war Tag zehn.
Tag zehn, an welchem mindestens ein Kind hier zu Hause matt und blass – und dann wiederum mit rot-glühenden Wangen – auf der Couch lag und hoch fieberte.

Ich könnte Euch hier nun schreiben, wie ausgelaugt und fertig ich mich nunmehr nach so vielen Kinder-Krankheitstagen fühle.
Wie tief die Augenringe sitzen (das tun sie tatsächlich – aber seht längerem schon! 😉 ) und wie sehr ich mich nach einem einzigen Vormittag sehne, an dem ich endlich, endlich wieder alleine bin.
Und (langweilige) Dinge wie Büroarbeiten und Papierkram aufarbeiten kann.

Ich könnte jammern und meckern wie schrecklich es ist, kranke Kinder zu Hause zu haben und dass ich mich nunmehr in Woche 5 (!) befinde, in der nichts seinen geregelten Weg geht!
Über Erschöpfung könnte ich schreiben und über den Frust, als Mutter und Krankenpflegerin nicht hundertprozentig funktionieren zu können.

Aber um ehrlich zu sein stimmt das alles nicht. mehr „Froh zu Hause zu sein – wenn die Vereinbarkeit warten kann“

Zum Teufel mit dem Feminismus! Oder doch nicht?

14+

Ich bin gerade zu Hause – wie so oft am Nachmittag – und trinke Tee.
(Kann ja nicht immer nur Kaffee 😉 )
Dabei falte ich „seine“ Unterhosen und werde mich gleich im Anschluss „seinen“ Hemden widmen.
Zuvor habe ich für unsere (Ihr glaubt doch nicht allen Ernstes, dass ich hier jetzt auch „seine“ schreibe!) Kinder Mittagessen gekocht und eine gefühlte Ewigkeit das Massaker in Küche und Essbereich wieder aufgeräumt.

Selbstverständlich kniete ich dabei auch auf allen Vieren, mit dem alten Spüllappen in der Hand, und nahm Apfel-Brei vom Fussboden auf. Nachher muss ich mit dem Gymnasiasten Erdkunde lernen, die Klos warten bereits seit drei Tagen auf eine ordnungsgemäße Grundsanierung – und die Kleinste wünscht Einhörner zu füttern.
Irgendwann diese Woche wird mich das Mama-Taxi abermals zum Fussball-Platz zwingen – und seit Monaten verspreche ich der Kleinsten mit ihr einmal den Ballett-Kurs anzuschauen (ich habe es wirklich noch nicht geschafft!).

Das sind alles meine Aufgaben!
Nicht, weil es irgendwo geschrieben steht – das tut es nur bei den kleineren Haushalts-Aufgaben der Kinder – sondern weil ich es als meine Aufgaben sehe!
Weil ich die Kämpferin (und ich nenne mich jetzt bewusst so!) bin, die hier an der Front fuchtelt und strampelt – und dabei dem Mann bedingungslos den Rücken frei hält.
Weil ich es so wollte und frei wählte.
Weil wir es so wollten.
Nicht aber bin ich deshalb dumm und primitiv, rückständig oder gar naiv (naja, das vielleicht schon 😉 ). mehr „Zum Teufel mit dem Feminismus! Oder doch nicht?“