Warum (Kinder)Schuhe kaufen nix für Weicheier ist

Vom täglichen Wahnsinn im Leben einer Dreifachmutter

Es ist Frühling. Das bedeutet nicht nur erste Sonnenstrahlen auf der Haut, das erste Eis von der Lieblings Eisdiele, die große Sandkasten, Trampolin und Terrassen Wiedereröffnung. Oder auch, nicht zu verachten (Jaaa auch als Mutter/Ehepaar), Frühlingsgefühle. Ihr wisst schon die Sache mit dem Kribbeln im Bauch. Oder war’s Blubbern? Ach nee, DAS war Noro Virus. Es bedeutet vielmehr folgendes:
Die Kinder brauchen neue Schuhe!!!! Viele neue Schuhe. Und viel Kleidung!

Natürlich kam sie auch dieses Jahr wieder viel zu früh und plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung, die blöde Sonne.

Und unweigerlich ist sie da, die saisonale Panik Attacke, gefolgt von kalten Schweißausbrüchen. Mit zittrigen Händen greife ich zum Laptop um mit einem hastigen Blick auf den Kontostand die Ausmaße des Unabwendbaren einzuschätzen.
Ich habe mir neulich die Mühe gemacht einmal gedanklich aufzuzählen wieviele unterschiedliche paar Schuhe ein Kind, und ich hab drei!, in nur einem Kalenderjahr benötigt. Wollt ihr nicht wissen? Tja, ich verschone euch nicht. Wenngleich dieser Gedanke auch bei mir… sagen wir mal … leichte Bauchkrämpfe (Nope, immer noch kein Virus) hervorruft.
Ich kaufe in nur einem Jahr:
Kita Hausschuhe, Sneaker, Gartenschuhe, Halbschuhe, die auch für Einlagen geeignet sind, Turnschläppchen, Gummistiefel mit und ohne Futter, Winter Stiefel, Schnee Boots, Sandalen, Badeschuhe, Stollen Schuhe, Kunstrasen Fussballschuhe, Hallenschuhe, Ballerinas, für etwaige Geburtstags u. Hochzeitseinladungen…

Da der Mensch ja bekanntlich zur Bequemlichkeit veranlagt und in meinem Fall sogar lebensmüde ist, fahre ich meist mit allen drei Kindern gemeinsam zum Hardcore Schuhe kaufen…Wer will sich schon öfter DEM Wahnsinn aussetzten? Bilde ich mir das ein oder entstehen auf den Gesichtern der Schuh Fachverkäuferinnen leicht panische Gesichtszüge sobald ich mit meiner Brut auch nur einen Fuß in den hiesigen Laden setze? Ich sollte erwähnen, wir sind dort mittlerweile bekannt…

Der dann folgende Ablauf kann ungefähr so beschrieben werden. Das von uns arme ausgewählte Opfer (das eigentliche bin aber selbstverständlich ich!) misst drei krumme, verkrampfte Kinderfüße…unter akustischer Begleitung:
“Nein, lass den Fuß locker, Zehen ausstrecken! Nein, die Ferse muss nach hinten. Nein, Du kannst jetzt nicht Karussell fahren. Nein, Bonbons erst beim Bezahlen.Nein, ich höre jetzt nicht was Dein Bruder/Deine Schwester gesagt hat. Nein heute keine Glitzer/Blink/Star Wars Schuhe….“

Die ersten Schweißperlen bilden sich bereits auf der Stirn der Verkäuferin als diese bereits das dritte Paar Halbschuhe meinem wählerischen Großen präsentiert, die gelangweilte Mittlere zum Probegehen durch die Flure bittet und die Kleinste mit der Aussicht auf jede Menge Kaubonbons ebenfalls zur Mitarbeit versucht zu überzeugen.
In der Regel beende ich dann die Tortur für jedermann indem beim erstbesten preislich und qualitativ vernünftigen Schuh pro Kind kurzer Prozess gemacht wird. Ja, passt! Alles gut! Ab damit zur Kasse und ALLE Kinder ins Karussell! Puh!!!
Ja…das Karussell… bietet Mutti die Möglichkeit selbst nach Schuhen zu kucken und birgt leider noch weitere ungeahnte Folgen. Zu denen aber gleich.

Genau genommen gibt es ja immer einen Grund Schuhe zu kaufen. Auch, oder GERADE als Mama. Täglich, wenn nicht sogar stündlich, zu jeder Gemütslage. Ich würde sogar behaupten wir Mütter geben unseren Schuhen Namen, insgeheim versteht sich….

Während ich also durchs Paradies wandele nimmt im Hintergrund die Katastrophe ihren Lauf. Wildes Kindergeschrei (alles meine!), ein sich in Überschallgeschwindigkeit drehendes Karussell (verursacht durch MEINE Kinder). Entsetzte Blicke anderer Muttis (UND der Verkäuferinnen).
Kurz: Ich muss hier raus, OHNE eigene neue Schuhe!

An der Kasse der eiskalte Schock für Mama und eine Milliarde Kaubonbons für die Kinder (haben die sie dort noch alle !!!???). Und im Auto… nur noch das Geräusch von knisterndem Bonbonpapier und Sabber….Bis zu folgender, etwas befremdlichen, Frage: „Mama wann sind wir endlich zu Hause?“. Häh?! Sind doch nur fünf Minuten?
Nun gut. Ich sollte daraufhin lernen, dass MEINE Kinder es nach dem Schuhe kaufen (Nein, parabelflugmäßiges Karussell fahren mit anschließendem Akkord Kaubonbonkauen trifft`s eher) auch pflegen vor meine eigene Haustüre zu kotzen! Nur ganz knapp vorbei an den frisch gepflanzten Frühlingsblümchen. Aber selbstverständlich auf die niegelnagelneuen, direkt angelassenen Übergangshalbschuhe.

 

 


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