Gestatten: Mama Morgenmuffel

18+

Euphorische Sommer-Laune und Frühlingsgefühle hin oder her.
Ich bin und bleibe ein unerbittlicher Morgenmuffel.
Wie das manchmal früh morgens so aussieht, hab‘ ich hier einmal für Euch zusammengefasst.
Viel Spaß  & welcome to my crazy mind! 😉

Freitag-Morgen, 06.10 Uhr. Der Handy-Wecker klingelt.
Ich schrecke hoch, spüre neben dem unangenehmen Adrenalin-Schub nunmehr ein leichtes Schwindelgefühl und entscheide mich daher – aus mir unerklärlichen Gründen – Gebrauch von der Snooze-Funktion zu machen.
Sieben Minuten später schrecke ich erneut hoch.
Noch vor dem zweiten Klingeln – und ertappe mich dabei, wie ich noch immer das Mobiltelefon in den Händen halte.

Mit einem entsetzen Hechtsprung verlasse ich fluchtartig die warmen Federn, denn genau genommen ist morgens um 06.10 Uhr die Snooze-Taste, welche auf dem Display ja keine wirkliche Taste ist, ein absolutes No Go!
Schließlich muss der nicht weniger verschlafene Sohn aus den süßesten Träumen gerissen werden.
In exakt 23 Minuten fährt nämlich dessen Bus von der glücklicherweise wenigen hundert Metern entfernten Bushaltestelle ab!

Noch habe ich nicht festgestellt, dass ich an diesem Morgen mal wieder extremst muffelig und übellaunig sein werde.

Noch nicht hochgefahren

Denn noch ist das mütterliche System Weiten davon entfernt, auch nur annähernd hochgefahren zu sein.
Ich befinde mich lediglich im Auto-Funktionsmodus.
Zähne putzen, mit dem Sohn um die Wette gähnen, Tee für die Mädels kochen, Brötchen aufbacken.
Vanilläääh“-Milch für die Kleinste (Rituale müssen sein) vorbereiten, den großen Jungen nach dessen Schulranzen-und Turnbeutel-Inhalt abfragen und dem Kind hastig einen Kuss auf die Stirn drücken, bevor er eiligst das Haus verlassen muss.
All‘ das erledige ich automatisch und monoton.

Um endlich Herr der bleiernen Müdigkeit zu werden, und den eigenen Kreislauf in Schwung zu bekommen, bereite ich mir nunmehr die erste Tasse Kaffee des Tages zu.
Selbstverständlich schleppe ich diese mit hoch in’s Badezimmer, denn zum Hinsetzen und in Ruhe genießen bleibt keine Zeit.
Nach ein paar hastigen Schlucken erwachen die ersten Lebensgeister endlich.
Es sind heute kleine, garstige Teufelchen, so soll ich später noch erkennen!

Denn allein bei den nunmehr urplötzlich aufkommenden trübseligen Gedanken, sollte eigentlich ein erster Verdacht in mir aufkeimen.
Ein Verdacht, dass am heutigen Morgen definitiv nicht mit mir zu spaßen ist!
Während ich Wimpern tusche und Augenbrauen nachziehe, komme ich also in’s Überlegen und Sinnieren.
Über dies und das.
Ich grübele weiter und komme beim Nase-pudern nun auf die absurde Schlussfolgerung,
dass mich ja ohnehin „keiner so richtig lieb hat“.
Muss so sein.
(Anmerkung der Redaktion: Wir sind in der zweiten Zyklus-Hälfte angekommen)

Ein Zickenkrieg entfacht

Wenige Minuten später schlurft die mittlere Tochter ins Bad und das Drama nimmt seinen Lauf.
In der Annahme, dass am heutigen Tag erneut ein heißer Schwimmbad-Tag zu erwarten sei (was sich nach vielen Stunden auch so bewahrheiten sollte), wedelt sie mir mit einem hauchzarten kurzbeinigen Strand-Overall vor der Nase herum.
Den, genau den, wolle sie heute anziehen.
Mit den dünnen Spaghetti-Trägern! Nur mit Schlüppi drunter!
Das Teil, welches ich seinerzeit für Temperaturen ab 35 Grad Celsius plus angeschafft hatte.
Für den Badeurlaub und definitiv NICHT für den Schulbesuch am frühen Morgen.

Ich schiele auf die im Bad hängende Wetterstation.
Es sind 8,5 Grad!
Und kann mir nun ein entsetztes

„Hast Du vielleicht mal auf die Wetterstation gekuckt!?“

nicht verkneifen.
Als die Tochter daraufhin die Stimme erhebt und im neuerdings gewohnt-entnervten Tonfall

„Is‘ ja guuut“

stöhnt, ist’s um mich geschehen.
The Devil himself hockt zornesrot in der Kommando-Zentrale. 

Ich beschuldige nun das eigene Kind, sich wie ein sechzehnjähriger Teenie aufzuführen und mache meinem Missmut bezüglich der soeben von mir geäußerten Unterstellung lautstark kund.
Komischerweise führe ich mich dabei selbst wie ein ober-mega-entnervter Teenie auf – und merke es in diesem Moment nicht. 😉

Zornigen Schrittes stapfe ich zum Kleiderschrank des Kindes, welches mit hervor geschobener Lippe und verschränkten Armen dort auf mich wartet.
Weil ich mich aber selbst keineswegs einsichtig zeige, denn schließlich hatte ich mich ja schon beim Schminken über diverse Dinge geärgert, werfe ich der Tochter nun den meinen (deutlich mehr Stoff umfassenden) Klamotten-Vorschlag vor die Füße.
Nach einem Dialog des weiteren gegenseitigen Anzickens schweigen wir uns beide beleidigt an.

Mann und kleinste Tochter schlafen noch!

Es ist Zeit, auch die Kleinste zu wecken.
Da ich mich aber noch immer über das Verhalten der bald Zehnjährigen ärgere, mache ich dies nun nicht auf die sanfte, liebevolle Art.
Nein! Denn schließlich verweilt ebenfalls der Gatte im Schlafzimmer, welcher heute im Homeoffice arbeiten wird.
Und der hat es ja wohl sowas von nicht verdient, jetzt noch zu schlafen, oder? 😉
Ich reiße also die Türe auf und beleuchte schlagartig das komplette Schlafgemach.
Komischerweise zeigen sich sowohl die in unserem Eltern-Bett liegende Kleinste, als auch der mir Angetraute not amused!

Selbstverständlich möchte ich mich nun auch beim Gatten über den Disput mit der mittleren Tochter auslassen.
Und ernte gefühlt nur Kritik!
Wie kommt DER überhaut auf die Idee, ICH würde mich gerade nicht besser verhalten?
Ich-bin-doch-hier-gerade-die-Ruhe-selbst!!!

Da mir dies in der aktuell vorherrschenden Verfassung jedoch gerade Recht kommt, lege ich los.
Es hagelt Anschuldigungen an den Gatten, welcher nur vor sich hin kichert, und mich damit erst Recht auf Hochtouren bringt.
Verschlafen bin ich schon lange nicht mehr.

„Ist ja klar, dass ich mal wieder alles falsch mache!“
„IMMER kritisierst DU mich in meiner Erziehung!“
„NIE mache ich etwas richtig“
„Ich bin die schlechteste Mutter überhaupt!“
„Wann hast DU mich eigentlich das letzte Mal mal gelobt!?“

Zur Krönung haue ich jetzt noch die Standard-Floskel, das Unaussprechliche ( 😉 ), raus:

„Warum hast DU mich überhaupt geheiratet?“

Spätestens jetzt weiß der Gatte, dass ich in der aktuellen Stunde nicht ernst zu nehmen sei und hält endlich die Klappe.
(Das tut er eigentlich schon die ganze Zeit, ich hab‘ ja schließlich gezetert 😉 ).

Selbst die Vögel wollen mich ärgern!

Während ich im Untergeschoss die Brötchen der Mädels in Brotdosen verfrachte, ruft die Kleinste aus dem Obergeschoss, ich solle dringendst mal wieder den Balkon putzen.
Jetzt fühle ich mich so richtig verarscht!
Hatte ich nicht am Wochenende zuvor im Schweiße meines Angesichts und mit viel Muskelkraft und noch bemühteren Drehbewegungen mittels Wurzelbürste eben jenen geschrubbt?!

„Ach! Seid IHR jetzt nicht zufrieden mit meinem Balkon?
Hab‘ ich ihn etwa nicht gut genug für Euch gewienert?“

entfährt es mir entrüstet.

„Aber kuck‘ doch mal!“

erwidert daraufhin das kleinste Kind unschuldig.

„Hier liegt ALLES voll!“

Nun will ich’s aber auch wissen, blicke auf den Balkon – und sehe den Mulch aus dem eigenen Garten, vermischt mit Gräsern, Erde und Kacka auf dem zuvor liebevoll hergerichteten Balkon verstreut liegen.
Ein Vogelnest in der Dachrinne scheint mir hier gewaltigst einen Strick durch die mit Scheuermilch-getränkte Rechnung machen zu wollen. Ich hasse die Vögel jetzt schon!

Nun, für die nächsten zwei Stunden soll sich meine Laune ohnehin genau so fortsetzen.

Sorry!!! An alle Betroffenen!

Und von daher eine Anmerkung, an all diejenigen, die mir heute morgen beim Discounter begegnet sind:
Ich war die Alte mit dem grimmigen Blick.
Die, mit den tiefen Ärger-Furchen zwischen den Augen und den verkniffenen Mundwinklen!
Die, die möglicherweise leise flüsternd noch vor sich hingewettert hat.
Die, die das Klopapier etwas zu heftig in den Einkaufswagen geflammt und Unmengen an Schoko-Keksen aus dem Regal gerissen hat
(ist bald soweit).

Und zu guter letzt hol‘ ich jetzt erst einmal tief Luft (Ommm) und sage allen da draußen:

Es tut mir leid! 😉

Habt ein schönes Pfingstwochenende!

Eure 

Alex

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18+

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2 Gedanken zu “Gestatten: Mama Morgenmuffel

  1. Luci Antworten

    Danke für deine Offenheit, Alex. Der Artikel ist super. Ich sehe mich selbst in deinem Text. Besonders die Wut, die mich gerne mal morgens im übermüdeten Zustand überkommt und die ich auf jeden der mir vor die Nase projektiere. Aber Gott sei Dank gibt es ja Kaffee!

    1+
    1. Mama steht Kopf Antworten

      Gern! Liebe Grüße!!!

      0

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