Mama goes crazy! Und das ist auch (manchmal) gut so! – Eine Badezimmer-Party

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„I want to be a hippy…I want to get high…“

Wild fliegen meine nassen Haare durch die schwül-warme Luft.
Klatschen mir gegen Augen und Wangen, der Boden bebt, meine Augen sind geschlossen.

Und ich lache und strahle, nahezu hysterisch, gebe mich dem laut-dröhnenden Beat (Jaaa, es wohnt auch eine Alexa im Badezimmer 😉 ) aus längst vergangenen Tagen hin und lasse mich fallen.
Einfach so.

Genau hier und jetzt.

Nach einem langen, zermürbenden Tag, nach einer anstrengenden Woche, die noch lange nicht zu Ende ist.

Doch genau in dem Moment, in welchem ich längst erschöpft mit müden, schmerzenden Knochen auf der Couch liegen sollte (ich liege NIE abends auf der Couch!), fühle ich mich auf einmal lebendig.

Ich fühle mich lebendig!

So lebendig, wie schon lange Zeit nicht mehr!

Als wäre ich gerade…

…aus einem Dornröschen-Schlaf erwacht, aus einer Lethargie, aus einem nie enden-wollenden Lockdown.

Als würde ich einfach in genau jenem Moment alles abschütteln.
(Falsch gewähltes Vokabular an dieser Stelle! Seeehr falsch gewähltes Vokabular, doch dazu gleich! 😉 )

All die Sorgen, all‘ die Angst vor der kommenden Woche, all‘ die quälenden Gedanken.
Sie sind gerade verpufft, das Hirn auf Autopilot, verdrängt vom breiten Grinsen wie auf Droge.

„I want to get high….“

Nun, high fühle ich mich gerade.

Ganz ohne Rauschmittel, ohne auch nur einen einzigen Tropfen Alkohol im Blut, denn ich habe Publikum!

Und ich gebe alles.

Als hätten die zuvor auf dem Crosstrainer abgestrampelten sieben Kilometer nicht gereicht, tanze ich (also genau genommen mache ich irgendetwas, denn wenn ich Eines nicht kann, dann ist es tanzen!!! 😉 ) als gäbe es kein Morgen mehr!

Entzückt sitzen meine beiden Mädels bei mir im Bad, lassen sich von der Euphorie anstecken, Augen glitzern und lautschallendes Gelächter ertönt.

Und ich fürchte ein bisschen, meine Töchter nunmehr für immer traumatisiert zu haben! 😉
(Hey! Ich schließe hier eine Bildungslücke! Techno der Neunziger muss JEDER kennen!)

Denn sie zeigen sich wahlweise entsetzt ob meiner Akrobatik oder kommentieren lautstark sämtliche Entgleisungen des weiblichen Körpers

„Dein Po wackelt soooo sehr!“
(Ja, ich befürchte ich schüttele ALLES!) 

Ferner bin ich mir mehr als sicher, dass sich der Nachwuchs ebenfalls nunmehr Sorgen um meine mentale Gesundheit machen MUSS!

Ganz gleich jedoch, was es gerade ist, was da in diesem Moment – am späten Donnerstag-Abend – im Badezimmer vor sich geht, Eines sind wir alle drei:

Glücklich!

Das Glück in kleinen, lustigen Momenten

Wir lachen, glucksen, albern und vergessen in diesem kleinen Räumchen für einige Minuten die Welt da draußen!

Kurz zuvor hatte ich mich von der kleinsten Tochter dazu überreden lassen, doch endlich einmal wieder gemeinsam mit ihr zu duschen, sie wünschte es sich so sehr.

Und auch dafür nahm ich mir an diesem Abend Zeit!

Ahnte ich ja noch nicht, wie sehr unsere Badezimmer-Party eskalieren würde! 😉

Mit Kind gemeinsam duschen – Schön oder meeega umständlich?

Wie sehr mein Mädchen es liebt, mir die Haare einzuschäumen und auszuspülen, wie ehrfürchtig sie einseift und wie sichtlich sie diese gemeinsame Zeit stets genießt!

Es ist umständlich mit einem Kind zusammen zu duschen und ich kann mich nicht in der Form pflegen wie ich es denn gerne möchte.

Auch hat das ganz und gar nichts mit wohlverdienter „me-time“ nach einem langen, anstrengenden Tag zu tun!

Doch weiß ich, dass ich mir genau diese Zeit hin und wieder nehmen muss und möchte!

Heute war es soweit und ich bereue nichts!

Ganz im Gegenteil!

Ich bin nicht gerne eine strenge, nachdenkliche oder gar traurige Mama!

Und Eines könnt Ihr mir glauben, das bin ich gezwungenermaßen einen bestimmten Teil des Monats – des Zyklus – ganz gewiss.

Und ganz sicher verstärkt auch diese verkackte Pandemie mit all‘ ihren Begleiterscheinungen diese eigenartige Trübseligkeit und Schwere, vertieft die Stirnfalten und „bösen Furchen“ zwischen den Augen einmal mehr – und lässt mich nicht selten abwesenden Blickes vor mich hin grübeln.

Das ist blöd!
So gefalle ich mir nicht und vor allem haben meine Kinder so eine Mama nicht verdient!

Nun, heute Abend ist sie verschwunden, die nachdenkliche Mutter.

Der Spielverderber und Sorgenmacher.

Sie hätte vielleicht nicht gleich einer völlig Verrückten weichen müssen! 😉

Gerade jetzt sollten wir den Kindern alberne, unbeschwerte Momente schenken!

Aber um ehrlich zu sein, bin ich lieber einen Tacken zu albern und durchgeknallt – als meinen Kindern GERADE in dieser Zeit immer und immer wieder zu verdeutlichen, WIE schwer sie es nun haben!

Ich muss meinen Kindern nicht ständig aufzählen, auf was sie gerade alles verzichten und was gerade im Moment alles nicht geht!
Muss ich nicht!

Ich muss gewiss auch nicht nackig vor meinen Töchtern durchs Bad wackeln, mit den Armen in der Luft fuchteln und meinen Kopf zu Techno-Beats hin und her wiegen – mit fast 42 Jahren.
(Ja warum eigentlich nicht!?)

Aber ratet, WAS davon meinen Kindern ein besseres Gefühl schenkt!?

Ja, in dieser Stunde Badezimmer-Party, zwischen Haare einschäumen und Alexa-peinigen („Alexaaaah spiele over the rainbow von Marusha!“ – „VON MARUSHA!!!! Du dumme Nuss!!!!“) hatten wir Spaß.
Aber so richtig!

Echten, dicken, fetten Spaß, wie Frau ihn nur haben kann, wenn sie mal los lässt!

Vom Alltag, vom Sorgen-machen, vom Erzieher- und Vorbild-sein – und meinetwegen auch von BH und Schlüpper!

Gönnen wir unseren Kindern diese Freude!
Gerade jetzt!

Seid wild, frei und durchgeknallt!

Eure 

Alex

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