Wie geht es Dir? – Die wohl schwierigste Frage der Welt!

„Wie geht es Dir?“

Keine Frage der Welt wird wohl leichtfertiger, öfter und beiläufiger gestellt.
Keine Frage scheint mir dieser Tage schwieriger zu beantworten.

Im Grunde geht es mir gut

Gut geht es mir!
Denn ich habe einen vollen Kühlschrank und ein Dach über dem Kopf.

Wir haben keine Geldsorgen und ein hübsches Zuhause, wenn auch in jenen Wochen deutlich weniger ordentlich und sauber als in einem alten, gewöhnlichen Leben.

Ich habe Netflix, Eiscreme, Eierlikör und heißes Wasser, wohlduftendes Shampoo und Kaffee.

Ich habe meine Familie!

Und ich habe diese Familie!
MEINE Familie!

Diese…

…wundervollen Kinder – diese unfassbare Liebe, die ich erfahren und kennenlernen durfte.

Diese Liebe, wie sie nur eine Mama verspüren kann!

Und ja, das klingt unglaublich schmalzig!
Aber Leute! Es ist DAS, was mich derzeit über Wasser hält!!!

Wir sind gesund!

Und wir sind alle gesund. Aktuell.

Mehr als das, darf ich alle meine drei Kinder nunmehr seit über 12 Monaten als Infekt- und Fieber-frei bezeichnen.
Und das gab es bislang noch nie!!
Wie aber auch sollten sie aktuell krank werden? 😉

Es gibt immer etwas zu tun!

Es gibt jeden Tag etwas zu basteln und zu tun, dafür sorgt allein die Tatsache, dass in unserem kleinen Häuschen aktuell 24/7 fünf Menschen leben, hausen – und manchmal auch wüten! 😉

Langeweile?
Kommt auch im „harten Lockdown“ gewiss nicht auf!
NIE gibt es NIX zu tun!

Und das ist gut!

Aber was, gehe ich tiefer in mich hinein, um jene Frage EHRLICH (also das, was KEIN Mensch macht! 😉 ) beantworten zu können?

Kann ich das überhaupt?

Kann ich diese Frage überhaupt richtig beantworten?

Wie sollte ich gerade bezeichnen, artikulieren, in Worte fassen – oder gar selbst fühlen und erkennen (!) – wie es mir genau jetzt geht?

Das kann ich gar nicht!

Es ist nun einmal in diesem Winter so, als habe sich eine unsichtbare Schwere über das eigene Gemüt gelegt.
(ob die jetzt tatsächlich „Corona“ heißt, sei nun mal so dahingestellt) 

Nicht schwer genug, um mich völlig auszubremsen – aber auch nicht leicht und durchdringbar genug, um sie einfach hinter mir zu lassen.

Eine Trübseligkeit, welche sich zwar in Momenten, Stunden oder gar ganzen Tagen abschütteln lässt, doch leider stetig auf mich zurückfällt. Mich umhüllt – und den Blick ein wenig trübt.

Find‘ ich irgendwie scheiße. Will ich nicht!

„Klar!“

Könnte ich nun meinen.

Es sind die Hormone.
Es ist der Winter und damit verbunden die dunkle Jahreszeit.
Und NATÜRLICH ist es der Lockdown und dieses Virus!!
Eine Enttäuschung ist es, welche sich immer und immer wiederholt.
Die Erinnerung an diese eine ganz bestimmte negative Erfahrung.
Sehnsüchte und Gefühle, die keiner kennt. 

Es ist der Verlust lieb gewonnener Menschen.“

Ja, es gäbe viele nennenswerte Gründe, um den eigenen Gemütszustand zu rechtfertigen.

Aber was ist es wirklich? Wie geht es mir denn nun?

Wo ist der Übergang zwischen einer Phase und einem Dauerzustand?

Erkenne ich ihn überhaupt selbst?

Kann ich selbst noch klar differenzieren, ob es sich hier um vorübergehende, leichte Empfindungen handelt – oder schlittere ich geradewegs in die Depression?

Und niemand sieht, hilft und bremst den alten Karren ab.
Denn so sind wir Menschen.
Achselzuckend kommentieren wir das Leid und die Sorgen Anderer mit einem

„Ist schon nicht so schlimm“

oder einem belächelnden

„Die fängt sich schon wieder“.

Aber fange ich mich wirklich wieder?

Aktuell glaube ich fest daran! 

Aber was, schrumpfen die guten, glücklichen Tage immer mehr zusammen?

Es sind Gedanken wie diese, die mich in jenem Winter umtreiben.

Warum bin ich so traurig?

An manchen Tagen fühlt es sich an, als verfinstere sich mit stetig dunkler werdender Haarfarbe auch die eigene Seele.

(Ey! WIE um alles in der Welt soll ich mir selbst Strähnchen machen? Da bleibt ja nur die triste, eintönige und dustere Tönung! 😉 )

Ich gebe nicht mehr allzu viel auf mich Acht, das merke ich.
Zwar pflege ich mich, treibe Sport – doch meistens nur in Form heilsamer und notwendiger Routinen.

Die Pullover werden immer dunkler, die Jeans eintöniger, Haare und Gesicht länger – es ist mir gleich, wann und was ich esse.

Wofür schön machen? Wieso jetzt gesund leben? (…also doch „Lockdown-Koller“! 😉 )

Meine Kinder – mein Halt!

Würden mich nicht glücklicherweise täglich (!) meine Kinder (und hin und wieder der Mann auch 😉 ) aus der Lethargie reißen und mich zu Lebensfreude und dem Schalk in Hirn und Nacken zwingen (und dieses Glück spüre ich in jenen Momenten wirklich!), so scheinen dieser Tage Leichtigkeit, Glücksgefühl, Sonnenstrahlen, Frühlingserwachen und zart-flatternde Sommerkleider so unfassbar weit entfernt!

(Hey, ich MUSS hier einfach ein wenig überzogen schreiben!)

Was hilft mir?

Das Bewusstsein dafür, was ich im Leben bislang alles erreicht und erlebt habe!

Sicher, ich stolperte, scheiterte und fiel auch viel – aber es gibt genügend positive Dinge, auf die ich meinen Blick lenken kann!
Auf die ich stolz sein kann!!!

Hin und wieder muss ich mich dazu schubsen und überwinden, würde mich – wenn ich es denn könnte – ordentlich in den Hintern treten, um bloß nicht in die dunklen Ecken meiner Vergangenheit zu schielen. (Wem nutzt das schon!?)

Aber noch kann ich es!
Und das ist gut!

Aktuell arbeite ich – ganz privat – an einem Fotobuch der vergangenen Jahre.
(Ja, ich hinke *räusper* ein klein wenig hinterher! 😉 )

Und so sehr ich mich anfangs dagegen sträubte, denn wie sollte ich zwischen all‘ dem Homeschooling und Haushaltsgedöns und den ganzen anderen Aufgaben auch noch dafür Zeit haben, so sehr hilft es mir gerade auch!

Denn ich erkenne wieder, wie reich mich bislang mein Leben beschenkt hat, wie gut ich es noch immer habe!

Was wir alles schon Tolles gemeinsam als Familie erleben durften!

Wie schön das Leben war – und wie schön es auch irgendwann wieder sein KANN!

Auch wenn ich mich im Moment in einem Zustand der Perspektivlosigkeit glaube.

Ich falle nicht – und das ist gut!

Auch wenn ich gerade GAR keinen Weg einschlage, weil es gerade keine Weggabelung für mich gibt!

Aber ich falle auch nicht!

Ich trete auf der Stelle und warte.

Harre aus und mach‘ das Beste draus.
So wie wohl viele von uns in diesen Tagen.

Das Glück ist noch immer da!

Noch immer gibt es Menschen, die mir Halt geben und Zuversicht schenken.
Dafür brauch ich mich nur in den eigenen vier Wänden umzusehen.

Noch immer glaube ich an den Sommer und habe Träume und Visionen, noch immer entzücken mich Klitzekleinigkeiten!
(Hab‘ nur halt nicht immer Bock und Laune drauf, mich dran zu erfreuen 😉 )

Noch immer sehe ich meine Erfüllung darin, meine Kinder auf Ihrem Weg zum Erwachsen-Werden zu begleiten – und noch immer glaube ich daran, dass sich auch für MICH irgendwann wieder ein ganz eigener Weg finden wird!

Und noch immer habe ich meine ganz eigenen Tricks und Kniffe, mich aus dem Loch wieder heraus zu kitzeln!!!

Und solange das so ist, geht es mir gut!

Eure 

Alex

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