Nach der Fuß-OP ist vor dem Fieber – Von Tränen, Trost und Schnelltests – Unser Wochenende in Bildern 10./11.04

Samstag

Schmerzmittel-Protokoll. Fieber-Protokoll. Tränen. Tests. Trost.

Das sind alles keine besonders geilen Nomen und Begrifflichkeiten, prägen aber dieses April-Wochenende mehr denn je!

Ich führe ein Schmerzmittel-Protokoll

Denn zum einen wurde der Sohn Freitag tatsächlich am Fuß operiert und zweitens kommt hier abermals der kleine, nerdige Freak in mir zum Vorschein.

Der gluckenhafte Spinner, der sich nur sicher und wohl fühlt, dokumentiert er alles, was dem Nachwuchs an Medikamenten verabreicht wurde. 😉

Ich notiere Schmerzen, Uhrzeiten, Milliliter, Auffälligkeiten und das für zwei Patienten hier im Haus – doch dazu gleich.

Das Pubertier wurde also letzten Endes doch spontan operiert – der Weg hierzu war kein leichter und wenig erfreulich.

Danke! Deutsches Gesundheitssystem oder Abrechnungssystem oder whatsoever! Nicht.

Denn nicht immer sind kleine Eingriffe an Kindern offenbar lukrativ – und im Grunde ist es schon ein bisschen traurig, dass hier erst vehementes Durchsetzungsvermögen von Nöten ist, damit einem Patienten geholfen wird.

 

Jetzt aber darf der Teenager nach Belieben im Bett lümmeln, sich das Essen an selbiges bringen lassen, den Fuß hochlagern – und mit den Freunden zocken und chatten.

Unter Schmerzmitteln, wage ich zu behaupten, gibt es schlimmere Ferienbeschäftigungen! 😉

Ich führe Fieber-Protokoll

Die Kleinste klagt…

…am frühen Samstag-Morgen über Unwohl-sein und verschmäht die heiß-geliebte Vanille-Milch zum Frühstück.
Das hat etwas zu bedeuten, das macht hellhörig, gerade mich als Mama.

Als das Kind sich auch nach Stunden nicht von der Couch schälen mag, bestätigt sich leider meine Befürchtung:

Das Thermometer zeigt über 39 Grad – die Ursache allerdings scheint unklar.

Das bleibt sie auch nach dem Corona-Schnelltest, der glücklicherweise negativ ausfällt.
Auch ich teste mich vorsichtshalber – mit gleichem Ergebnis.

Nun aber zücke ich auch hier den Erdbeer-Saft und notiere mir Temperatur und Medikamentengabe.

Tests

Ich teste also. Gleich zweimal auf Covid-19 und einmal Pipi bei der Kleinsten.

Da die mittlere Tochter hier in der Schule bereits am Selbst-Test-Pilotprojekt (ich weiß nicht, ob es wirklich so heißt 😉 ) teilnahm, erklärt sie mir mit vollstem Eifer, wie denn nun der Corona-Schnelltest @home von statten geht.

Macht keinen Spaß, ich will „das“ nicht wirklich als unser aller Normalität und Alltag – ist aber notwendig.
Und immerhin raffe ich es! 😉

Trost

Ich tröste, streichel der Kleinsten den Kopf und kühle die Stirn.
Gebe Küsschen und verheiße alsbaldige Besserung, ohne es selbst natürlich zu wissen.

Ich halte Händchen und leide, wie es eben nur eine Mutter tut, fiebert das Kind hoch.

Tränen

Tränen fließen später am Samstag-Mittag, als wir gemeinsam die Lieder für die anstehende Trauerfeier der Tante auswählen.

Es sind besondere Lieder, verbunden mit einer ganz bestimmten Erinnerung und einem einzigartigen Erlebnis.

Denn klassische Trauerlieder? Wollte der Gatte für die Tante, die so viel mehr war als das, nicht.

Auf ihrem letzten Weg wird die Tante mit „Pomp and Circumstance“ begleitet, besser bekannt als „land of hope and glory“, fühlte sie sich stets mit Großbritannien verbunden und lebte selbst dort.

2003 dann waren wir zusammen mit ihr auf der „Last Night of the Proms“ in der Londoner Royal Albert Hall – nun darf sie es noch ein letztes Mal fühlen und mitsingen.
Ich bin mir sicher, sie wird es vom Himmel aus tun.

Ich weine einmal mehr, als ich mein eigenes Kind „tears in heaven“ singen höre.
Sie haben es zusammen aufgenommen, der Papa und sie – auch jenes Lied wird die Tante verabschieden.

Meine Mama hat heute Geburtstag!

Und in Anbetracht all‘ der kleinen und großen Patienten zu Hause, entscheide ich mich, alleine nach Fulda zu fahren.

Ich hoffe, mich auf den negativen Schnelltest verlassen zu können und bitte den Gatten, bei den Kindern zu bleiben.

Denn auch wenn die Drei das mittlerweile gewiss für ein, zwei Stunden könnten, so möchte ich keine kranken Kinder alleine zu Hause lassen.

Zumal ich noch nicht weiß, WAS genau die Kleinste da ausbrütet.

Noch vor Dunkelheit komme ich wieder nach Hause – schließlich muss ja wer wieder kuscheln, trösten und akribisch weiter Protokoll führen! 😉

Sonntag

Ich bleibe in der kurzen Gammel-Hose, denn ganz klar und offensichtlich verlassen wir heute als Familie nicht das Haus!

Der Sohn schont weiter seinen Fuß, das kleinste Kind fiebert noch immer.

Da es ihr aber ansonsten gut geht, möchte ich noch ein bisschen beobachten, auch wenn mir der Gedanke an den Folgetag und die anstehende Trauerfeier große Bauchschmerzen bereitet.

Ich weiß aktuell noch nicht, in welcher Konstellation wir wohl vertreten sein können und das stimmt mich zutiefst bedrückt und traurig.

Doch wie so oft im Leben ist eben mit Kindern nichts fest planbar!

Ich werde wohl geduldig abwarten müssen.
(Eine meiner größten Stärken! Nicht. 😉 )

Der Sohn schafft es heute immerhin das erste Mal seit Freitag ins Untergeschoss und kuschelt ausgiebig mit dem anderen Patienten auf der Couch.

Ich bitte ihn, der Schwester vorzulesen, denn schließlich habe ich noch etwas Arbeit und es ist der Wäsche egal, ob Wochenende ist und Kinder fiebern.

Und außerdem brauchen die Beiden unbedingt „Geräte-Pause“. JETZT!

Welches Buch könnte da passender sein, als eines über die körpereigenen Abwehrhelden, ist doch offenbar auch gerade im Körper der Kleinsten ein Kampf in Gange.

Ein ganz wunderbares Buch – ich möchte es Euch noch immer alsbald im Rahmen einer Rezension vorstellen.

Und was ist mit morgen?

Was morgen kommt, weiß ich nicht.

Und um ehrlich zu sein, fürchte ich mich vor dem Tag.

Es wird ein schmerzhafter Tag des Abschieds sein, so viel sei gewiss.

Geht es der Tochter dann nicht besser, werden wir uns organisieren, umentscheiden und aufteilen müssen.

Wir werden wohl aus der Situation das Beste machen, mit Bedacht entscheiden – und den morgigen Tag auf uns zukommen lassen.

Kommt gut in die neue Woche!

Eure 

Alex

P.S. Noch mehr Einblicke in Familienwochenenden gibt’s drüben bei grossekoepfe! (Werbung durch Verlinkung) 

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