Es ist mir zu viel und geht mir zu schnell – Ehrliche Worte zu den aktuellen Lockerungen

Vor wenigen Stunden noch traute ich mich nicht, diese Zeilen hier öffentlich zu schreiben und mich dazu zu bekennen.

Besser verdrängte ich meine ganz eigenen Gedanken, fühlte ich mich doch als Sonderling und eigenbrötlerischer Miesepeter.
Als der Spielverderber der ganzen Sache.

Also hielt ich mich zurück und Finger still, haute eben nicht in die Tasten, was mich bewegte.

Und dann kam ohnehin dieser verrückte Tag mit viel Tamtam, Dreck und eben  „Wischen“ ( 😉 ) dazwischen – und meine Überlegungen gerieten in den Hintergrund.

Doch als ich vorhin – nachdem ich bereits völlig erschöpft auf der Couch eingeschlafen war – wieder aufwachte, blinkte mir ein Instagram-Post einer lieben Blogger-Kollegin entgegen und bestärkte mich in meinen Gedanken.

Und zeigte mir vor allem auf, dass ich mit meiner Denkweise NICHT alleine bin!

Dass ich mich nicht hätte komisch fühlen müssen, als ich am frühen Morgen verächtlich die Nase rümpfte.
Im Auto, kurz nachdem ich die Kleinste in die Grundschule gebracht hatte.

Was ich hörte, gefiel mir nicht…

Ich lausche gerne einem Radiosender, der eigentlich für ganz junge Menschen gedacht ist.

Nicht etwa, um mich nochmal wie Mitte Zwanzig fühlen zu wollen, um cool sein zu müssen und um mitzumischen, sondern is‘ einfach geile Musik!

Doch im Gespräch wurden die neuen Lockerungen, welche in Hessen ab heute gelten, ziemlich hart gefeiert!

Es ging um Dates und Bars und Clubs. (Also voll mein Ding! Nicht! 😉 ) 

Darum, dass ja selbst Diskotheken wieder öffnen – und Menschen wieder feiern und eben daten.

Und wie geil das eigentlich wäre!

Nun, ich werde in meinem Leben kein einziges Date mehr haben – doch darum geht es hier auch gar nicht.

Auch bin ich längst nicht mehr in jenem Alter, um mich in den coolsten Clubs der Stadt herumzutreiben – es wäre wohl jetzt eher der schicke Weinkeller.
Wenngleich wir eben diesen auch bereits Anfang Zwanzig aufsuchten – der Dekadenz wegen! 😉

Aber ich musste in jenem Moment schlichtweg erkennen, dass ich diese ganze Euphorie einfach nicht teilen kann und mir das Ganze viel zu schnell und überstürzt erscheint!

Dass ich mir mit Lockerungen – selbst dann, wenn sie mich persönlich gar nicht tangieren! – schwer tue und all‘ dies mit äußerster Skepsis und Besorgnis beobachte!

Keine Masken mehr im Schulunterricht

Das tue ich im übrigen auch, was die Schulen betrifft.

Ja, es ist ganz wunderbar für viele Kinder, dass nunmehr im Unterricht keine Masken mehr getragen werden und ich kann die Erleichterung vieler Eltern absolut verstehen!

Es gleicht einem Befreiungsschlag, auch wenn wir als Familie nie ein Problem mit dem Tragen der Masken hatten!

Aber ist jener Schritt tatsächlich drei Wochen vor den hessischen Sommerferien so klug und gescheit?

JETZT, wo erste Meldungen über Ausbrüche der Delta Variante an Grundschulen bekannt werden?

In weniger als einer Woche werde ich vollständigen Impfschutz erreicht haben.

Davon abgesehen, dass ich hier noch immer ein klein wenig skeptisch bin, ob dem auch tatsächlich so ist (ich habe noch einen Impfstatus-Test hier zu Hause liegen und werde ihn zu gegebener Zeit nutzen und berichten), nutzt mir jene Immunität im Verdachtsfall der Mutante nix.

Dann müssen laut Leitfaden der Schulen alle Familienmitglieder – ob geimpft oder nicht – im schlimmsten Fall in Quarantäne!?

Zumindest verstehe ich das so.
Klärt mich gerne auf, liege ich hier falsch!

Kurz vor – oder IN – den Sommerferien!?

Weil die Masken also wegfielen.

Ist das dann wirklich ein Gefallen, den wir uns allen tun?

Doch weiß ich, dass dies ein brisantes und äußerst umstrittenes Thema ist und ich mir damit nicht immer Freunde mache.

Und es erfordert Mut, hier eine eigene Meinung kundzutun.

(Ich aber hätte die Masken bis zu den Sommerferien gelassen….)

Auch ich habe Dinge – und vor allem das Reisen vermisst!

Ich persönlich als Mutter habe ohnehin nicht allzu viel vermisst in den vergangenen Monaten.

Vielmehr macht mir der Gedanke an Menschenmassen und volle Stadien Angst!!!

Aber vielleicht weil ich an so etwas erst wieder herangeführt werden müsste.

Was ich allerdings schmerzlich und brennend vermisste, war das Reisen!

Ja, Fernweh tut weh! So richtig, richtig!

Und ebenfalls auf Instagram sehe ich die ersten Fotos von Euch.

Aus schicken Gässchen in Italien und von den ersten Sandburgen.

Ich sichte Sonnenuntergänge in der Toskana und mein Herz blutet und drückt so unfassbar schwer!

Denn – und das gebe ich voller Neid zu:

Ich-will-da-auch-hin!!!!

Ich habe die tollsten Visionen!

Sehe uns durch die Gässchen Capoliveris auf Elba schlendern und zuvor wunderbare Menschen in ihrem neuen-alten Steinhaus in der Toskana besuchen.

Oder ich sehe meine liebste Freundin!

Denn nix sehnlicher wünsche ich mir, als uns in vier Wochen gemeinsam irgendwo im Süden – zu Neunt – in einem mega-geilen Ferienhaus mit Pool zu sehen!

Ich möchte meine Freundin endlich wieder umarmen (ljubim te) und Kinder zusammen spielen sehen!

Ich möchte jeden Abend bei Wein und Kerzenschein viele, viele (Erwachsenen-) Gespräche führen und im Meer baden!
So, so, so sehr gerne!

Aber ich befürchte, wir in Hessen, die dieses Jahr ziemlich spät in die Ferien gehen, werden dann vielleicht gar nicht mehr können!

Weil neue Risikogebiete hinzukamen und Auflagen, weil Quarantäne eben doch wieder Thema ist und Inzidenzen sich wieder verändern.

Und weil dann ein Traum für mich zerplatzen könnte, den ich mich gerade nicht traue, auszumalen!

(Jahaaa! Ich weiß, dass ich es soeben getan habe! 😉 ) 

Genauso wenig, wie wir aktuell etwas fest buchen werden und können.
Aus den genannten Gründen!

Und vielleicht sind jene Gedanken ja der Grund, warum ich nicht „das Ende der Pandemie“ hart und feucht und fröhlich feiern kann!

Warum ich mich überrumpelt fühle – und sich das alles so strange und fast ein bisschen falsch (und verzeiht mir „bekloppt“) anfühlt.

Und ausnahmsweise hoffe ich aus tiefstem Herzen, dass ich einfach mal wieder über-dramatisiere und mich schlicht und einfach irre!

Eure 

Alex

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