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Mach’ es wie die Sonnenuhr – (er)zähl die schönen Stunden nur!? NEIN!!!

Dienstag. Gerade geht es mir gut.

Ich fühle mich wach und ausgeschlafen, nichts schmerzt, wenig trübt in diesen Stunden die Gedanken.

Blicke ich aus dem Fenster, sehe ich wie sich Nebel lichtet – und die Sonne sich ihren Weg zurück in unser Leben bahnt! 

Dunkles, zähes Grau weicht allmählich zartem bis hin zu tiefem Blau – ein hübscher Farbverlauf im Grunde, welcher allein zu betrachten schon die Stimmung erhellt.

(Und in meinem Fall auch ein klein wenig metaphorisch daher kommt 😉 )

Neben mir im Wohnzimmer sitzt ein wild-gelocktes Mädchen mit coolem Stirnband (“ihr Style“) und singt unentwegt

Ich liebe Dich”!

(…gerichtet an meine Person. Es nervt ein bisschen so in der Dauerschleife 😉
Aber mehr braucht’s dann auch nicht am Valentinstag!
Die aufrichtigste und schönste Liebe ist eh die Deiner Kinder! 🙂 )

Ein anderes Kind habe ich eben zum Reiterhof gefahren.

Zuvor haben wir ganz prima zusammen gekocht! 🙂

Wir haben Ponies gestreichelt und einen Hauch von Frühling verspürt – heute Vormittag widmete ich mich der Planung für das anstehende Wochenende.

Voller Vorfreude

Denn da werde ich endlich – sofern alles gut geht und Gott will – ein Versprechen einlösen können.

Nach ganzen drei Jahren.

Und mit dem großen Sohn gemeinsam über das verlängerte Faschings-Wochenende nach London fliegen!

Ich freue mich so unfassbar dolle auf die große Stadt, die mir so am Herzen liegt – und Zeit mit meinem Jungen.

Vielleicht ein letztes Mal – wer weiß das schon?

Noch nicht einmal mehr weitere drei Jahre und er ist volljährig…

Ich werde die nächsten Tage beschäftigt sein.

Mit anstehenden Terminen, Vorbereitungen, Hausputz, Wäsche – und einem ebenfalls noch ausstehenden Auftrag.

Und das ist gut!
Beschäftigung ist immer gut! 🙂

Ich fühle mich klar und zuversichtlich, voller Aufregung und Vorfreude – nicht mehr ängstlich und unsicher.

Stärker und tapferer, mache wieder Scherze, werde albern, schneide Grimassen – und lache lauthals (manchmal sogar grunzend 😉 ).

Ich darf meine bessere Seite ausleben. Es ist Zeit zum Aufatmen. Es geht mir gut.

Ich befinde mich jetzt in der ersten Zyklushälfte.

Muss das alles sein!?

Und genau das “sollte” ich jetzt nicht so offen schreiben.

Nicht jeder befürwortet es, dass ich hier ganz offen und ehrlich über mein jeweiliges Gefühlsleben berichte.

Über all’ jene vielen Empfindungen, Stimmungsschwankungen, teils depressiven Gedanken, Tränen – und eben auch die Sache mit der Weiblichkeit, dem Zyklus und den Hormonen.

Und noch immer vermute ich einen starken Zusammenhang zwischen alledem…

Aber wisst Ihr was?

DAS BIN ABER AUCH ICH!

All’ DAS!!!

Die ganze verrückte und verkorkste Mischung, das “Gute” und das “Schlechte“.

Ich bin Mensch

Ich bin verletzlich und nicht immer taff.

Und ich habe Gefühle.
So, so viele davon!

Und Tränen.
Tränen, die hin und wieder ungehemmt laufen.

Ich bin Mensch!

Ich

“solle nicht immer schreiben wie es mir geht und dass ich mich depressiv fühle”

so wurde mir gestern auf Heimatbesuch von einem Familienmitglied zugetragen.

Denn das macht man nicht.

“Es geht niemanden etwas an”. 

Und früher – als Kind – wäre hier an dieser Stelle wohl auch Ende gewesen.

Ich hätte den Kopf eingezogen, artig zugestimmt – und mich ausbremsen lassen, bevor ich mich überhaupt entfalten kann.

Ich hätte den Glauben an mich und die jeweilige Sache verloren.

Und JA!

Ich gebe zu, für einen Moment fuhr ich sehr verunsichert und niedergeschlagen nach Hause, stellte Dinge infrage, dachte nach.

Soll ich es wirklich lassen?

Aber wer wäre ich, würde ich hier nun aufhören – und nicht mehr ehrlich und offen sein!?
Nicht mehr ICH!?

Nur aus Furcht, einigen Mitmenschen peinlich zu sein?
Auf Unverständnis zu stoßen?

Ist es nicht traurig, dass es in einigen Köpfen noch immer ein Tabu ist, Schwäche und Gefühle zuzugeben?

SICH – in all’ seinen Facetten – zu zeigen?

Muss ich wirklich eine Fassade aufbauen, eine schützende Mauer um mich herum – alles um bloß nicht (negativ) aufzufallen?

Stets darum bemüht, bloß nicht “anders” zu sein?

Möchte ich noch einer der Menschen sein, die Euch vorgeben, alles im Griff zu haben und dem Leben mit einer Leichtigkeit zu begegnen?

Um den Schein zu wahren – und sich nicht angreifbar zu machen?

Reserviert, verschlossen, unantastbar?

Die Antwort ist NEIN!

Schnell lautete meine Antwort:

NEIN!

Ich höre damit nicht auf!

Ich möchte weiter offen und ehrlich darüber berichten, wie vielseitig ein Mensch nun einmal sein kann und was mich alles eben MENSCHLICH macht.

Und ich möchte Euch da draußen nicht das Gefühl geben, dass mit Euch etwas nicht stimmt!

An Euren ganz eigenen schlechten und dunklen Tagen!

Denn ich wage zu behaupten es geht so viel mehr Menschen – zumindest hin und wieder – ebenfalls so!

So viele dankende, private Nachrichten haben mich in den vergangenen Jahren erreicht!
Worte, die mich zutiefst berührten und Tränchen rieseln ließen!  

Wir fürchten die Kritik und das Urteil der Anderen – und unterdrücken unser Innerstes?

Das ist doch nicht echt!

Das macht kaputt und gegebenenfalls unglücklicher als wir es ohnehin schon sind!

Das lässt uns komisch wirken!

So viel “komischer” als der offene Umgang – die Flucht nach vorne!

Das ist nicht authentisch und nicht liebenswert, das ist steif und verklemmt – und zeugt von einem gewissen Misstrauen den Menschen gegenüber.

So möchte ich aber nicht sein.

Das bin nicht (mehr) ich. 

Und das möchte ich auch so meinen Kindern nicht vorleben!

Und mit dieser Meinung emanzipiere ich mich gerade – auch wenn das jetzt nicht jeder hier verstehen mag – selbst in meinem “fortgeschrittenen” Alter.

Denn wisst Ihr was?

Wenn ich tatsächlich die Klappe halten muss, um Menschen zu gefallen – dann möchte ich lieber keinem gefallen!

(Zieh ich halt als Eigenbrötler irgendwann in den Wald und werfe mit Katzen um mich – SCHERZ!!!)

Wir sollten so viel öfter offen reden!

Und JA!

Vielleicht mache ich mich zum Deppen, mache mich angreifbar, lächerlich, verletzbar.

Vielleicht bin ich way zu naiv und viel zu gutgläubig, eine Witzfigur – und ganz eventuell wird auch hinter meinem Rücken getuschelt oder es guckt mal einer schepp!

Aber ich möchte NICHT eines Tages auf meinem Sterbebett – sofern dann überhaupt noch zurechnungsfähig und denkfähig – liegen und mir all’ die Dinge vorwerfen, die ungesagt blieben.

Hier oder anderswo…

Aus Scham und Furcht.

Und damit die Chance verpasst zu haben, anderen Menschen aufzuzeigen, dass sie mit all’ dem was uns MENSCHLICH macht  – mit den Tränen und Ängsten, Sorgen und Gedanken eben Folgendes sind:

Niemals “falsch” oder gar “defekt“!!!

Und schon einmal gar nicht ALLEIN!

Wenn das auch nur bei einem einzigen Menschen GENAU SO ankam und ich damit helfen konnte, dann war es all’ diese Offenheit hier auf Mama steht Kopf wert!

Und ganz nebenbei bemerkt tut nicht zuletzt MIR auch der offene Umgang mit alledem gut! 😉

Ich möchte, dass Menschen verstehen, warum es hin und wieder still um mich ist – es befreit, Dingen die Schwere und “Macht” zu rauben – und einfach offen darüber zu reden!

Das sollten wir alle viel öfter tun.

Alles Liebe.

Eure 

Alex

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Liebe Alex,
    danke für deine ehrlichen Worte. In einer Welt, in welcher Soziale Medien wie Facebook und Instagram so einen großen Platz einnehmen und uns vermeintlich Perfektion und happiness suggerieren, ist es sehr wichtig auch negative Gefühle zu beschreiben und darzustellen. Unser aller Leben besteht aus einer großen Bandbreite an Gefühlen, sie alle haben ihre Berechtigung.

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