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Bestandsaufnahme. #familienleben #ehe #rollenmodelle #waswirklichzählt

Vielleicht kennt Ihr diesen Spruch von anderen Blogs und Bereichen aus social media:

“Wenn es hier gerade ruhig ist, ist im echten Leben einfach zu viel los”

Ich finde ihn blöd und halte ihn manchmal sogar für eine faule Ausrede!

Denn wem das Schreiben am Herzen liegt, dem hilft es – und es findet sich immer Zeit und Gelegenheit dazu!

Und dennoch stand auch hier nun tagelang kein Text – denn an jenem dämlichen Spruch ist dummerweise auch etwas dran!

Hin und wieder fordert das echte Leben (mental) so, dass der Kopf einfach vorübergehend “occupied” ist – und einfach keine sortierten Zeilen, kein Thema (!), auf den Blog zu bringen sind.

Weil zu viele Themen sich gerade überschlagen und Fragen neu beantwortet werden möchten. Doch dazu gleich.

Es ist also nicht immer so, dass dann im Hintergrund die großen Feiern und Aktivitäten stattfinden oder gar zwischenzeitlich berufliche Erfolge erzielt wurden oder das Haus auf Vordermann gebracht wurde.

Sich sortieren kostet Kraft

Ganz im Gegenteil, in den Regalen sammelt sich Staub, es ist hier gerade sogar unordentlicher als sonst!

Denn ob der vielen Gedanken und Neu-Tarierungen im Hirn fehlt mir die Motivation zum fleißigen wischen und räumen.

Auch, weil ich mich gerade in diesen Tagen hier nicht nur als die Haushälterin der Familie sehen möchte.

Zwar habe ich tatsächlich auch gearbeitet und an einem tollen Projekt geschrieben, welches ich von Herzen gerne unterstütze!
Aber hier warte ich auf die Freigabe, das “Go” des Kooperationspartners – und somit:
Auch hier kein neuer Text.

Ja, im Kopf war viel los in den vergangenen Tagen.

Bestandsaufnahme. Wo stehe ich? Wo stehen wir?

Denn manchmal scheint es mir, braucht es im Leben eine Bestandsaufnahme.

Das sollte man vielleicht nicht immer und ständig und allzu oft tun, aber gerade jetzt – mitten in meinen Vierzigern – sah’ ich nach vielen Jahren einmal Anlass dazu.

Und ich begann zu überlegen und hinterfragen, zu überdenken – und gedanklich neu auszurichten.

Und ohne zu sehr aus dem Nähkästchen plaudern zu wollen, denn das halte ich nicht für fair und nicht alles gehört trotz aller Familie auf einen Familien-Blog, so musste in dieser Woche auch eine Bestandsaufnahme auf Beziehungsebene stattfinden.
(Es ist alles gut ausgegangen – keine Sorge! 🙂 )

Denn hin und wieder ist es notwendig, zu reden und zu sehen, wo man als Paar und Familie gerade steht – und vor allem was zählt und welche Werte von Bedeutung sind!

Dienstreisen und Wochenend-Ehe – nicht immer leicht

Wer hier mitliest weiß, dass wir als Ehepaar seit nunmehr zwanzig Jahren eine Beziehung und zuletzt auch fünfköpfige Familie geprägt von vielen, vielen Dienstreisen und teils auch Phasen der Wochenend-Ehe leben.

Für die Kinder ist das normal, sie kennen es nicht anders.

Und immerhin gibt es auch die Tage, an welchen der Papa rund um die Uhr remote zu Hause ist!

Das ist dann schön und birgt auch für uns als Familie Vorteile!

Dennoch ist ein solches Familienmodell nicht immer leicht und setzt viel Vertrauen, Kompromissbereitschaft, Anpassungsfähigkeit und leider auch etwas Aufopferung meinerseits voraus.

Zumindest war es so in den vergangenen Jahren, als die Kinder noch klein waren.

Ich habe von Herzen gerne den Rücken freigehalten und bin zu Hause geblieben, habe meinen Mann bei all’ seinen Vorhaben und Projekten unterstützt!

Schließlich ermöglichte es uns ein gutes Leben und auch mir Freiheiten.
Ich konnte wertvolle Kinderjahre 24/7 genießen und musste nicht zwingend arbeiten gehen, hatte unter der Woche die freie Entscheidungsgewalt – auch über Essenspläne und Fernbedienung! 😉

Ich musste mich nie eingeengt fühlen.
(Lockdown war ein wenig komisch und befremdlich 😉 )

Doch gab es Phasen, da war das alles verdammt hart!

Und ich hoffe einfach – Nein, ich glaube daran! – mein Mann weiß zu schätzen, was ich da alles jahrelang im Alleingang bis hierin leistete.

Es war teils ein Knochenjob, nicht selten von Tränchen und Zweifeln begleitet.

Doch hin und wieder kommt man an den Punkt, an welchem man sich zusammensetzen muss.

Um zu reden.
Über Vertrauen und Verpflichtungen. Darüber, was man bereit ist, mitzumachen und wo die eigenen Grenzen liegen.
Darüber, dass nicht immer das gewählte Familienmodell selbstverständlich ist und hin und wieder eben auch eine solche Bestandsaufnahme von Nöten ist!

Um einander wieder wertschätzen zu können und vor allem sich auch der eigenen Werte bewusst zu werden!

Um Dinge, die die Seele bedrücken und was wir vom Anderen wünschen, klar und offen auf den Tisch zu legen.
Auch wenn Themen unangenehm sind.

Denn meistens – und so fühle ich es jetzt auch – befreit reden immer!

Es erleichtert und man kann den jeweils Anderen wieder aus einem geänderten Blickwinkel sehen.

Manche Themen sind weniger romantisch und auch bedeutet so “mittelalt” – wie wir es sind – auch, Zufriedenheit, Vertrautes und Wärme vor reinstem Glück und die rosarote Brille zu stellen.

Und das Gesamte, das Team, die Familie und das WIR und alles, was bis hierhin erreicht und erlebt wurde, wertzuschätzen. 

Auch solche Einsichten und Gespräche bedeuten Erwachsen-sein.
(Dabei würde ich viel öfter lieber selbstvergessen auf der Schaukel sitzen und alles ausblenden 😉 )

WIR sind Familie

Wir wissen nun einmal mehr um das, was wirklich zählt und was wir einander haben – und auch was uns auf unserem gemeinsamen Weg wichtig ist.

Auch wenn sich noch öfter Fragen stellen werden.

Ich weiß beispielsweise nicht, ob ich auch noch in zehn oder zwanzig Jahren stete Dienstreisen als gegeben annehmen möchte.

Und auch wird mir immer mehr bewusst, dass es  mir nicht gut tut, ausschließlich von zu Hause aus zu arbeiten.
(Unser Sommer ist voll mit Familienleben und Planungen, daher mag ich im Herbst weiter schauen. Bis dahin soll mir die Arbeit am Blog reichen.) 

Ich brauche weitere eigene Standbeine, die mich stützen und nur mir gehören!

Kontakte (um die ich den Mann nicht selten beneide!) und außerfamiliäre Events!

Ich brauche MICH, um auch mir selbst genügen zu können, ich möchte mich noch viel mehr entfalten dürfen!

Die Mutterrolle reicht nicht mehr

Ich muss mich von dem Gedanken lösen, hier hauptsächlich in meiner Mutterrolle aufgehen zu wollen, denn die Vögelchen schlagen schon kräftig mit den Flügeln!

Und auch wenn ich es als meine Aufgabe sehe, IMMER ein offenes Ohr, einen warmen Rückzugsort und eine liebevolle Umarmung, meine Gesellschaft und meine Zeit schenken zu wollen –  so gilt es, auch mein jetziges Leben ein klein wenig neu auszurichten.

Auf ein “Später” und ein “Danach“.

Wenn das Haus nicht mehr voller Trubel und Kinderstimmen ist. 🙁

Auf ein “Selbstständig” und auch auf ein “Geistig-gelassen” und auf ein “Frei‘”!

Denn meine Kinder – unsere Kinder – haben vor allem Eines verdient:

Zufriedene Eltern, die das Wir und die Familie, das Team, an oberster Stelle sehen – sich aber dennoch jeder für sich frei weiterentwickeln und entfalten dürfen.

Ja, hier auf der Seite war es diese Woche wieder etwas ruhiger und es gab nicht EIN Mama-oder Familien-Thema über das ich schreiben wollte und konnte.

Denn ich musste neu sortieren und neu finden, was mir am Herzen liegt und von Bedeutung ist.

Ich weiß es jetzt einmal mehr. 

Auch das ist das Leben. Das ist Familie.

Eure 

Alex

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