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Familienleben im Wandel: Zwischen Vergänglichkeit, Wehmut & neuer Hoffnung – Unser #wib 06./07.06. #wennkindergroßwerden

Sonntag-Morgen. Beim Zähneputzen überkommt sie mich.

Ich habe nicht damit gerechnet. Aber auf einmal ist sie da, ich komme nicht dagegen an.

Es ist eine tiefe Traurigkeit und Melancholie, welche ich gerade verspüre – vermengt mit Gedanken, die ich in jenem Moment mir selbst gerne verbieten würde.

Nur klappt das leider nicht. Und ich muss schwer schlucken und mir Tränchen aus dem Augenwinkel wischen.

Dieser Augenblick erscheint mir wie eine sonderbare Fortsetzung der letzten Tage, an welchen ich mich irgendwie eigenartig fühlte.

Dabei glaubte ich mich am Samstag noch erholt und endlich nicht mehr im Nebel!!!

Noch kurz zuvor plagte mich eine nahezu unerklärliche körperliche Erschöpfung, verbunden mit Brain Fog und dem Gefühl, gar nicht mehr leistungsfähig zu sein.

Nun ist da auf einmal dieses Gefühl von Trauer und Angst vor Verlust, dieses penetrante und in diesem Augenblick zutiefst schmerzende Bewusstsein, dass einfach alles im Leben vergänglich ist.

Unser Leben wie wir es kennen? Vergänglich!

Selbst wir als Familie, unser Leben, wie wir es kennen – auch das ist vergänglich.

Wir waren eine glückliche Familie und haben so viele Abenteuer und gemeinsame Reisen und Erlebnisse zu Fünft geteilt!

Ich war und bin eine erfüllte Mama – und lebte diese meine Rolle aus tiefstem Herzen, komme was wolle.

Mein altes Leben gab ich auf und schenkte ein neues, gleich ganze dreimal.

Ich und die Kinder erlebten fröhliche und glückliche Kinderjahre!

Alte Kinderzeichnungen füllen Kisten und Ordner, bunte und gelöste Bilder aus alten Zeiten strahlen in Fotobüchern.

Am Dachboden schlummern in Kisten ganze Phantasiewelten und Zeugen der schönsten Nachmittage, die ich mit meinen Kindern verbrachte.

Bilderbücher und Duplo-Steine, Playmobil-Welten und der alte Kaufmannsladen – ich konnte das alles bislang nie hergeben.

Wird es bald stumm im Haus?

Denn in diesem Haus herrschte so viel Leben und Liebe und Lebendigkeit!

Das alles tut es auch noch immer.

Nur wird es leider nicht für immer so bleiben.

Und der Gedanke, dass Jahre an nicht einmal mehr (!) einer Hand abzuzählen sind, an welchen wir Fünf unter einem Dach sind, lässt mich kurz aufschluchzen.

Am Nachmittag wird mir jene Sache mit der Vergänglichkeit und der Glanz alter Zeiten noch einmal mehr regelrecht vor Augen geführt! Nur weiß ich das in diesen Minuten noch nicht.

Ja, ich habe Angst vor der Zukunft, vor der Stille im Haus, vor dem Alleinsein, vor Einsamkeit – vor dem Vergessen-werden.

Und ebenfalls JA!

Hin und wieder wünsche ich mir meine kleinen Kinder – und eine heile Kinder-Welt zurück.

Loslassen ist schwer

Ich weiß, dass viele Frauen in meinem Alter das anders sehen und Freiheiten feiern und genießen.

Mir geht es aber nicht immer so.

Ich empfinde anders und tue mir mit jenem Wandel und dem Loslassen verdammt schwer.

Eines Tages werden nicht mehr drei Kinder auf der Couch sitzen.

Eines Tages werden sie ihre Wege gehen – vielleicht sogar die kleine Hündin, in die ich mich doch jetzt schon hoffnungslos verliebt habe, mitnehmen.
(Ja, ich rutsche gerade immer tiefer, I kow.)

Eines Tages ist es leise im Haus.

Vielleicht wirkt es dann verlassen. Vielleicht fühle auch ich mich so.

Ein Lost Place – in Mauern und in Person.

Hat unsere Familie ihre lauten und bunten und wilden und chaotischen Zeiten – ihre Glanzzeiten – jetzt hinter sich?

Und brauche auch ich jetzt unbedingt Zukunftsvisionen und neue Ideen und Projekte?

Damit meine Seele nicht verblasst, wie die Bilder an der Wand, die ich am späten Nachmittag sehen werde?
(Ok, das IST deep und traurig – es tut mir leid.)

Wird auch unser Haus eines Tages Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählen?

Vielleicht hört man sie im Geiste noch, die vielen fröhlichen Kinderstimmen (das Gezanke und Gezetere 😉 ) – und man sieht vorm geistigen Auge noch die vielen Feste, die wir als Familie feierten.

Doch es wird ein anderer Ort, ein anderes (Lebens-) Gefühl sein.

Und es liegt an mir, (Bau-) Pläne zu schmieden und dem Verfall vorzubeugen – würde ich mich nur endlich zu diesen neuen Wegen und Schritten trauen!

Von der Endlichkeit der Dinge & neuer Zuversicht

Ja, Dinge sind endlich.

Viele Bauwerke in unserer Welt und (teils fluchtartig) zurückgelassene Orte zeugen davon.

Selbst der Kinderfilm “Cars” hat uns das damals schon gelehrt. 😉

(Radiator Springs: Einst ein mondäner Ort voller Leben, Funkeln und Glanz, dann vergessene Geisterstadt.)

Unser Leben selbst – auch das innerhalb der Familie – wandelt sich.

Und kann man Vergangenes nicht für immer festhalten, so bleibt nur die zuversichtliche Investition in Zukunftsvisionen!

Dann bleibt daran zu glauben, dass Zusammenhalt und Familie für immer währt und dass Leben eines Tages in die Bude zurückkehrt.

Dass vielleicht sogar eines Tages wieder Kleinkind-Stimmen fröhlich plappern werden – und eine Familie sich am großen Tisch plaudernd und gestikulierend vereint.

Und es gilt, an sich selbst und seinen Wert zu glauben.

Und auch daran, dass man jenes Gefühl des Verloren- und Verlassen-seins nicht zulassen sollte.

Denn ein neuer Weg und Sinn wird sich schon finden.

Das gilt für Gebäude und Menschen gleichermaßen.

#inhale #exhale #weitergehts

Hier die Bilder vom Wochenende!

Kommt gut in die neue Woche! 

(…und wie immer: mehr #wibs gibt’s bei grossekoepfe)

Eure 

Alex

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