Ein Dorf um ein Kind aufzuziehen: Helfer-Netzwerk

Ein altes Sprichwort sagt, es benötigt ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen. Nun, ich habe drei Kinder. Und den verrückten Anspruch stets selbst und ganz alleine das ganze Dorf, was in meinem Fall wohl dann eher eine Großgemeinde sein müsste, zu stemmen. 

Und bei diesem Vorhaben stoße auch ich an meine Grenzen. Allem Ehrgeiz zum Trotz! Manchmal ist es einfach so und geht nicht ohne Hilfe! Diesen Text möchte ich einmal all denjenigen widmen, die mein ganz persönliches Dorf in Notsituationen sind. Dem aufgebauten Netzwerk an lieben Menschen und Helfern.

Denn so ganz ohne funktioniert es eben doch nicht! Gerade dann, wenn Frau dem Mann den Rücken stärkt und freihält und unter der Woche alleine mit Haus und Kindern ist! Da bauen sich hier und da unvorhergesehene Grenzmauern und Hindernisse auf, die es nur mit Hilfe Anderer zu durchbrechen gelingt!

Heute zum Beispiel ist ein solcher Tag. Ich muss mich organisieren, denn leider wurde mein Klon noch immer nicht fertiggestellt und in mehrere Hälften zerteilen wäre wohl ein ziemlich kläglicher, zum Scheitern verurteilter Versuch. Von der Riesen-Sauerei ganz abgesehen 😉

Heute Abend ist Elternabend beim Großen. Um 19.00 Uhr. Mitten unter der Woche, ist ja logisch. Und der Mann verweilt -wie sooft- derweil in Münster. Was also tun?
Hier kann ich nicht alleine Dorf sein, hier brauche ich Hilfe, um gewährleisten zu können, dass drei Kinder zur besten Abendessen-Zeit versorgt sind, ihren Weg unter die Dusche und wohlbehütet vor den Fernseher finden! In puncto Bett mache ich mir um diese Uhrzeit wenig Illusionen ;).

Meine Eltern wohnen dreißig Fahrminuten von uns entfernt. Zu viel Aufwand um diese nur für einen Elternabend herzubitten. Sagt mein Gewissen. Und auch wenn vielleicht diese Denkweise an eben jener Stelle unangebracht und falsch ist, so suche ich lieber nach Alternativen. Denn nicht immer kann ein Elternpaar sich wie selbstverständlich nur auf die Großeltern verlassen!
Das finde ich, kann man nicht immer zumuten! Zusammengefasst: Ein Großelternpaar wohnt „zu weit“ weg, das Andere ist nochmal zwanzig (!) Jahre älter und macht schon genug. Was ist die Alternative?

PicsArt_04-18-10.35.15Die Alternative liegt darin, sich ein Netzwerk aus Helfern aufzubauen! Gerade bei drei Kindern!

Und so danke ich heute dem lieben Freund der Familie, der immer da ist, wenn’s brennt! Der den Kindern lieb und vertraut ist und heute Abend die Sache in die Hand nehmen wird. Damit ich mich auf den Elternabend, der heute ganz besonders wichtig ist, konzentrieren kann! Er baut Kindermöbel zusammen mit dem Gatten auf, passt auf meine Babys auf und unternimmt gelegentlich auch sehr gerne Ausflüge mit diesen. Danke dafür!

Ich habe diese Woche sehr viele Termine, bin nicht allzu oft mit den Kindern zu Hause. Liegengeblieben ist (was sonst?) ein überdimensional großer Berg Wäsche. Und zu meinem Entsetzen zähle ich fünfzehn (!) Hemden des Gatten!
(Er trägt NUR Hemden, was mich situativ schier zur Weißglut treibt!)
Alle zwar lange gewaschen aber brav für den Fall X gehortet.
„Falls ich mal ein bisschen Luft habe und immer mal zwischendurch ein Hemd ist ja wohl kein Problem.“
Nun, diese Woche anscheinend doch 😉

Ich habe bewusst keine Putzfrau. Das möchte ich nicht!

Ich will Dinge alleine anpacken und schaffen, doch hin und wieder hat jener mütterliche Ehrgeiz einfach ein ganz falsches Timing. Und somit danke ich an dieser Stelle der guten Fee, die auf Anruf hilft! Die vorbeikommt und die Hemden zum Bügeln mitnimmt, den Rasen mäht oder auch ein- bis zweimal im Jahr (das reicht ja wohl! 😉 ) die Fenster putzt. Im Gegenzug bekommt sie sehr gerne jederzeit einen Kaffee und ein Schwätzchen bei mir im Wohnzimmer. Denn ich mag sie sehr gerne!
Und so hatte es auch etwas Gutes, dass ich mir vor einigen Jahren die Schulter auskugelte und temporär eine Hilfe in Anspruch nehmen musste!
Es blieb ein lieber Mensch, der immer mal gerne einspringt!
Danke dafür!

Ich habe Nachmittags nicht immer Zeit und Kraft mit der Kleinsten im Garten zu toben und zu spielen.
Auch Nachmittags müssen Dinge im Haus erledigt werden. Hausaufgaben sind mit den beiden Großen zu machen und für Arbeiten sollte gemeinsam gelernt werden. So zumindest mein eigener Anspruch.
Mein Gewissen zerreißt mich dann jedes einzelne Mal. Aber ich kann es dann gerade nicht ändern. Und somit danke ich an dieser Stelle der lieben Mitzwanziger Nachbarin. Die meine Kinder seit unserem Hausbau abgöttisch lieben und die sich von Herzen gerne die Zeit nimmt, um meine Kinder zu unterhalten! Oder eben auch mal babyzusitten! Oder mit der Mama bei Kaffee, gerne auch Bier über Gott und die Welt plaudert!
Danke dafür!

Es ist noch nicht besonders groß, das Netzwerk an Helfern und lieben Menschen aber die „Spinnerei“ hat sich bis hierhin gelohnt! Und ein ganzes Dorf? Ganz ehrlich? Das ist ja nun einmal mega übertrieben. 😉
Aber ab und an sollte sich Frau auch einmal Schwächen eingestehen und um Hilfe bitten.
Denn immer alles alleine schaffen zu wollen?
Das geht nach hinten los, macht gehetzt, unentspannt, aggressiv und traurig.
Und lässt uns infolge dessen unsere Kinder anschnauzen.
Soviel habe ich schon einmal gelernt!

Ganz davon abgesehen, dass es auch unseren Kindern gut tut, mehrere Ansprechpartner, denen sie voll und ganz vertrauen können, und auch soziale Kontakte zu haben!

Einfluss von Außen ist wichtig, ebenso wie Zeit zum Durchatmen für die Mama!

Oder um schlichtweg einfach all die ganzen anderen – mit den Kindern verbundenen- Termine wahrnehmen zu können!

Insofern sind die auch gar nicht ganz so dumm, die Nigerianer. Mit ihrem viel zitierten und jetzt auch bei mir angewandten Sprichwort! 😉

Danke! An alle „Dorfbewohner“!

Eure

Alex


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