Wir nähen eine Topfhaube – unser DIY-Weihnachtsgeschenk!

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(Werbung – unbezahlbar! – für prima Omas) Ich traue es mich kaum hier zuzugeben, doch sie steht nun seit knapp vier Monaten im Kinderzimmer der Mittleren. Ihren allerersten Einsatz hatte sie jedoch erst in der letzten Woche! Nun ist es nicht so, dass sie uns egal gewesen wäre, dass wir sie kühl und vollsten Gewissens ignoriert hätten. Oder gar deren Anschaffung bereut hätten. Ich habe auch immer gut auf sie aufgepasst, einmal in der Woche umschmeichelte sie sanft das flauschige Weich des Staubwedels. Um ihr zu zeigen, dass wir sie ganz prima finden, wenngleich wir noch nicht in die Gelegenheit einer näheren Bekanntschaft kamen. Doch der Ehrenplatz auf dem Schreibtisch der Tochter war ihr bereits gesichert. Bereit zum allerersten Einsatz! Nur war ICH es eben nicht! Denn ich kann’s nicht!  Ich muss „es“ genauso erst noch lernen, wie mein Kind selbst. 

Ich muss erst noch Nähen lernen

Ja, beide taten mir in den vergangenen Wochen unendlich leid: Die niegel-nagel-neue Nähmaschine und deren stolze Besitzerin! Mein Gewissen quälte mich und es musste dringendst Abhilfe bei! Dabei suchte ich das Gerät selbst sehr sorgfältig und akribisch aus. Damals. Vor dem neunten Geburtstag der mittleren Tochter. Ich wollte ihr keine billige Plastik-Spielzeug-Nähmaschine kaufen. Keines dieser Teile, die nur Filz verarbeiten können, nach kürzester Zeit daher langweilig sind und innerhalb weniger Monate ganz kaputt gehen. Kein knallbuntes Teil, welches Spezial-Zubehör benötigt, weil’s besonders „kindgerecht“ ist. Denn eine Neunjährige? Sollte meiner Vorstellung nach gleich richtig nähen lernen und dann eben lange Spaß an der Sache haben! Schnell stand also fest, dass ich auf der Suche nach einer richtigen, aber handlichen und leicht zu bedienenden Nähmaschine war! Und die fand ich auch tatsächlich! Sogar in Weiß-Flieder und dennoch nicht zu kitschig! Da es sich hier jedoch nur um einen reinen Werbe-Text für näh-begabte Familien-Mitglieder handeln soll, gehe ich nun an dieser Stelle nicht näher auf das Gerät ein 😉

Endlich ist es soweit!

Zu viele Termine, Wochen die verflogen, all‘ das machte es nicht möglich, dass unser Plan früher in die Tat umgesetzt werden konnte. Der Plan, der darin bestand, dass die Oma bei ihrem nächsten Besuch der Tochter erste Schritte mit der Nähmaschine zeigt und ihr alle Funktionen erklärt! Und mir im besten Fall auch! Denn warum sollte ich die Gelegenheit nicht nutzen und gleich mit lernen? Und wer könnte uns das besser beibringen, als die näh-begeisterte Oma, die von der Handtasche, hergestellt aus der alten abgetragenen Jeans, über die Wimpel-Kette bis zum Kissenbezug einfach ALLES nähen kann! Und bis heute kein lukratives Business draus gestartet hat – selber schuld. 😉

Ich weiß ja wirklich gar nix!

Unterspule! Bis vor einigen Sekunden wusste ich noch nicht einmal von der Existenz einer Unterspule! Und wie ich mit meinen stets zittrigen und ungeduldigen Fingern den Faden durch die ganzen dafür vorgesehenen Öffnungen und Führungen einfädeln soll, ist mir noch immer schleierhaft. Doch der Tochter gelingt’s! Und zwar auf Anhieb! Zum Glück verfügt die Maschine über ein kleines LED-Lichtchen, sonst würde ich noch nicht einmal sehen, wohin mit dem Faden! Und schwups sind die beiden am Werkeln, wollen „etwas“ zusammen herstellen.

Mitgebracht dazu hat die Oma das Folgende:

Garn, Unterspulen mit farblich passenden Fäden, Stoff (ist klar, ne? 😉 ), ein breites Gummiband, und ein Wachstuch! Häh? Meine Verwirrung hätte nicht größer sein können. Doch schnell klärt sich auf, wofür das alles sein soll!

Sie wollen eine Topfhaube nähen!

Gerne auch „Schüssel-Haube“ genannt, nicht zu verwechseln allerdings mit „Dusch-Haube“! Beides jedoch zum Warmhalten von Mutti’s selbstgekochten Speisen! Und damit haben mich beide an der Angel! Hey! Nie mehr kalte Nudeln klingt doch prima! Ja, der Nutzen dieser Teile erschließt sich mir sofort schnell, kommt es doch nur allzu oft vor, dass ich frisch gekochtes Mittagessen während meiner Taxi-Fahrten zu Schule und Kita warmhalten muss! Ich wäre also bereit zum Lernen!  

Wie geht’s?

Zuerst verschwinden die beiden mit Stoff und Stift unten in der Küche. Schließlich macht es Sinn auszumessen, wie groß die Abdeckung sein soll. Am Alu-runden Objekt selbst. Im besten Fall lässt man jedoch noch ca. 4 Zentimeter Luft! Als Nächstes muss der ausgeschnittene – nun runde – Stoff auf das ebenfalls runde Wachstuch genäht werden. Hierzu sollte die schöne Stoff-Seite nach unten auf die schöne Seite des Wachstuches gelegt werden! Und erstaunt schaue ich zu, wie die Mittlere mit einer Leichtigkeit das Fußpedal bedient und den Stoff geschickt durch die Maschine führt! Zum Schluss lässt sie eine ca. vier Zentimeter große Öffnung übrig. Sind beide kreisrunden Materialien miteinander vernäht, kann das Ganze nämlich dann einmal durch die Öffnung gewendet werden, um die Naht verschwinden zu lassen! Und geistig speichere ich schnell ab: Immer links nähen und wenden! 😉   Im Anschluss wird’s ein bisschen komplizierter: Denn nun muss ein Tunnel genäht werden, damit später das Gummiband durchgezogen werden kann! Dies geschieht in Form eines zweiten genähten Kreises mit circa 1,5 cm Abstand vom Ersten. Hier muss nun keine Öffnung mehr gelassen werden. Mit der Sicherheitsnadel fädelt die Oma das Gummiband durch den Tunnelzug. Und zähneknirschend muss ich feststellen, dass dies ganz gewiss keine Tätigkeit für mich wäre. Schnell entschließe ich, solche Aufgaben künftig an die mittlere Tochter abzutreten! 😉 Letztendlich werden die Enden des Gummibandes aneinander genäht und das noch offene Wendeloch kann mit der Nähmaschine ebenfalls verschlossen werden!

Und fertig ist Mutti’s neue Kopfbedeckung!

Aber auch auf meinen kleineren Töpfen und Alu-Schüsseln macht sich die Abeckung sehr gut und ich freue mich schon auf ihren ersten Einsatz! Und schon ploppen in meiner Phantasie schier unendlich viele neue Topfhauben auf und Ideen kochen nur so über! 🙂

Wie wäre es beispeilsweise mit Weihnachts-Stoff?

Rentiere auf Topfhauben? Oder hübsch gepunktete Topfhauben? Beim Nähen sind der Phantasie ja keine Grenzen gesetzt, jeder Stoff ist frei nach Geschmack wählbar. Das Pop-Art-Design unserer Haube kommt von der Oma. Für die Nächsten habe ich ein dezenteres Design im Sinn. Ihr wisst schon: Pastell-farben und Insta-tauglich und so 😉  

Doch am meisten freut es mich, wie viel Spaß und Begeisterung die Mittlere an der Nähmaschine zeigt!

In den darauffolgenden Tagen entstehen diverse Säckchen für Adventskalender, Puppen-Handtaschen und mit Sicherheit wird auch die ein oder andere Topfhaube noch dabei sein! Dann hocke ich mich wieder dazu und wir gestalten hübsche Weihnachtsgeschenke für all‘ unsere Lieben! Zum Herzen-wärmen und Nudeln warmhalten! Viel Spaß beim Nähen! Eure  Alex

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