Wenn aus Verzweiflung Kreativität wird: Keks-Lebkuchen-Häuser

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Sie haben uns wieder fest im Griff.
Diese typischen dämlichen Winter-Nachmittage.
Ja, genau die, auf die wir uns im Hochsommer immer so freuen!
Wir freuen uns auf diese Gemütlichkeit, die warmen Lichter im eigenen Wohnzimmer, während es draußen regnet und stürmt (seltener schneit) und auf’s Daheim-sein.

Zu Recht! Denn nach monatelangem Freibad-Hopping und Wochenend-Trips-planen, übt auch das Heimelige wieder seinen Reiz aus.
Endlich wieder mit den Kindern Spiele spielen, backen und basteln!
Und ist Frau dann zu allem Überfluss auch noch von irrsinniger und unerklärlicher Weihnachts-Vorfreude gepackt, ist doch alles umso schöner, oder?

Nun, bis zu einem gewissen Grad.

Bis Du wieder an diesem Punkt angekommen bist.
An dem Punkt, zu dem Du bemerkst, dass statt harmonischem Zusammenseins, statt leuchtenden Kinderaugen und rührseliger Besinnlichkeit drei Muffels mit quietschenden und kratzenden Fingernägeln Deine ach so gemütlichen Wände hochgehen!
Wie sie sich die Haare raufen ob der Verzweiflung und Langeweile!
Wie sie übereinander herfallen und sich wie arglistige dunkle Krähen die Augen drohen gegenseitig auszukratzen.
Wie sie blass und mit Augenringen (das frühe Aufstehen in der Dunkelheit!) über’s Laminat kriechen. Auf allen Vieren.
Ok, ich schalte das Horror-Kopfkino ja wieder aus! 😉

Jedenfalls ist der Punkt gekommen, an dem Du realisierst, dass die vorherrschende Situation alles ist – nur nicht schön!
Weil Du, gerade das WLAN ausgeschaltet hast, um kindliche Kreativität und Phantasie neu erblühen zu lassen!

Dummerweise vergast Du, rechtzeitig auch die Fernbedienung zu verstecken.
Was zur Folge hat, dass Sekunden später das größte Exemplar der blassen Untoten, das welches eine Schuhgröße und in naher Zukunft auch eine Gewichtsklasse mit Dir teilt, der vollen Länge nach auf der Couch liegt und diese vollends blockiert!
Und die Kreativität der beiden anderen bemitleidenswerten Geschöpfe?
Lässt verwelkt und verdorrt das dustere Köpfchen hängen. Aufblühen sieht anders aus.

Nun ist es jedoch so, versuche ich Blümchen und Pflänzlein zu neuem Leben zu erwecken, dann mein‘ ich’s immer zu gut.
Und ertränke die zuvor vertrockneten Pflänzlein in einem Schwall (vermeintlich Rettung bringendem) Wasser! 😉

Und insgeheim hoffe ich, dass es mit meinem jetzigen Vorhaben nicht ebenfalls so ist!
Um das Ganze zu vermeiden, entscheide ich kurzerhand um und der Plan vom Keks-Lebkuchenhaus steht.

Ein Lebkuchen-Haus aus Keksen

Denn das teure und große Original?
Nix für das heutige Gemüt meiner Kinder. Und auch nicht für meines.

Es muss einfach und für Kinder umsetzbar sein!

Denn schließlich sollen die ja kreativ werden und selber machen!
Ich finde es immer ganz prima, machen die Kinder einen Großteil der Basteleien oder auch Back-Projekte selbst!
Denn was nutzt das schönste Insta- oder Pinterest-Bild, wenn zur Entstehung dessen Mutti höchst konzentriert und akribisch alles alleine gemacht hat?
Und dabei vermutlich entnervt die neugierigen Kinder zur Seite geschubst hat?
Wo ist dann die Gemeinsamkeit, wenn das ganze dann zu Mamas-Vorzeige-Projekt ausartet?
Wo ist dann bei der Sache den Kindern geholfen?

Nun, bei mir gibt es Kunstwerke aus Kinderhand zu sehen, soviel steht fest!

Was Ihr später jedoch nicht auf den Fotos seht, sind meine Nervenstränge, die sich stets dehnen und dehnen.
Und drohen in der viel zu engen (aber Hauptsache offenen 😉 ) Küche zu zerbersten.
Selbstverständlich in einer Wolke aus Mehl. Oder im heutigen Fall Puderzucker.

Denn backen mit Kindern ist eine nervliche Zerreißprobe! So! Jetzt isses raus. Sie streiten auch hier munter weiter. Schubsen sich gegenseitig von den Kinder-Stühlchen und verkleben nicht nur Keks-Wände sondern auch Schubladen-Griffe & Co.
Doch ist mir das alles lieber, als Kinder, die ständig aus Langeweile vorm Tablet, Handy oder Fernseher hocken.
Ich nehme das Küchen-Massaker in Kauf und die Herausforderung an.
Im Namen der besinnlich-geselligen Gemeinsamkeit! 😉

Was braucht es zum Keks-Häuschen?

Die „Materialien“ sind schnell besorgt.
Alles, was Ihr braucht sind Puderzucker, Gummibärchen, Smarties oder anderes Verzierungs-Gedöns
(ist ja zu Zeiten des Plätzchen-Backens ohnehin vorrätig) und natürlich Kekse!
Das müssen nicht die teuren Butterkekse einer bekannten deutschen Marke sein. Und für alle Gesundheitsbewussten ist Vollkorn auch absolut in Ordnung.

Da meine Mädels dazu neigen, alles abzuschlabbern, was sich auf dem Ceran-Feld oder der Back-Unterlage befindet (was glaubt Ihr, woher die Mehl-Nasen immer kommen! 😉 ) entscheide ich mich heute dazu, den Zuckerguss, also den „Kleber“ ohne Ei herzustellen.
Muss doch irgendwie auch so funktionieren.
Und das tut es auch!
Einfach mit etwas Wasser angerührt, babbt das Zeug, wenngleich ich es mit Eiweiß schon etwas stabiler und effektiver finde.
Doch sollen die Häuschen ja auch zum späteren Verzehr geeignet sein und der Gedanke an Tage-altem Rohei-Zuckerguss behagt mir nicht wirklich.

Ich halte mich für besonders schlau und fülle im Anschluss den Guss in einen Einfrierbeutel.

Welchen ich zuknote und vorne eine Spitze abschneide.
Als „Spritzbeutel“.
Klingt gut, soll angeblich auch funktionieren – nicht jedoch bei uns.
Entnervt drücke ich einfach jedem Mädel einen Backpinsel in die Hand und lasse direkt aus der Schüssel schmieren!
Die Zeit-intensiven Aufräum-Arbeiten im Anschluss sind mir nunmehr gesichert, stelle ich Minuten später fest! 😉

Ein bisschen Hilfe brauchen die Mädels beim Halten der Wände, denn eine kurze Weile dauert’s schon, bis alles fest ist.
Verzieren lasse ich aber selbst. Und selbstverständlich dabei naschen:
Unmengen an Zuckerguss, Smarties und Gummibärchen! 😉

Und es kann sich sehen lassen!

Das Ergebnis.
Wir haben eine ganze Armee süßer Weihnachts-Häuschen gebastelt und „Gummibärchen-Josef“ fiel zwar das ein oder andere Mal in Ohnmacht ob der bevorstehenden Geburt Jesu, doch jetzt ist alles fest und trocken!

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass wir Keks-Häuschen basteln.
Ja, wir sind Wiederholungs-Täter.
Und ich bin erstaunt, wie sich die Kleinste noch alles vom letzten Jahr gemerkt hatte!

 

Das hätte sie sicherlich nicht, wenn Mutti alleine fotogene Prachtexemplare hergestellt hätte!
Bald machen wir wieder welche, denn ich muss vermutlich wieder den ein oder anderen Gutschein zu Weihnachten verschenken.
Und was bitte kann schöner sein, als ein zusammengerollter Gutschein im – aus Kinderhand hergestellten – Keks-Häuschen?
Das ist meiner Meinung nach nämlich auch eine prima Geschenk-Idee! 😉

Nur ein bisschen schonen muss ich mich nun. Muss Nerven wieder zur Ruhe kommen lassen und Zuckerguss vom Boden kratzen.
Und das WLAN schalte ich jetzt wieder ein!

Viel Spaß beim kreativ-sein!

Eure 

Alex

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