Let’s talk about: Brustkrebsvorsorge

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Ich hab‘ beide nie besonders gemocht.
War schon immer so.
Irgendwie hatten sie mich immer geärgert, taten weh oder waren gar ein Dorn im eigenen Auge.
Sie waren zu einem nicht unbedeutenden Teil daran schuld, dass ich mit siebzehn wie besessen hungerte.
Um es den Zweien zu zeigen! Um sie wieder loszuwerden!

Denn schließlich kamen sie von mir völlig ungebeten und sorgten dafür, dass gleichaltrige Mitschüler lachten und kuckten.
Das war mir unangenehm und die Anwesenheit meiner neuen Begleiter erfüllte mich weder mit Stolz, noch konnte ich mir damals deren Nutzen auch nur annähernd erschließen!
Sie stellten sich meinem Empfinden nach viel zu sehr in den Vordergrund, schränkten bei sportlichen Aktivitäten plötzlich ungewohnt ein und wollten mich und meinen Körper verändern. Wie dreist! 😉

Ja, seinerzeit hätte ich den beiden niemals nette Kose-Namen (mache ich auch heute noch nicht!) gegeben, noch mich mit den unliebsamen Anhängseln angefreundet.
Ich hatte sie nicht lieb und schon gar nicht als ein Teil von mir akzeptiert.

Kleiner hätte ich sie gerne gehabt, viel sportlicher und androgyner.
Nicht so weiblich – während der restliche Körper doch schlank war!
Klingt aber doch eigentlich toll?
Nun, großer „Lara Croft“ Fan war ich halt noch nie! 😉
Es gab eine Zeit, da hätten die problemlos weg gekonnt!
Brauchte ich nicht. Wollte ich nicht!

Bis sie auf einmal den wichtigsten Job der Welt für mich übernahmen.

Nein, bis sie auf einmal anfingen, für die wichtigsten und wundervollsten Erdenbürger von großem Nutzen zu sein!
Bis beide über viele, viele Monate (und es sind insgesamt weit mehr als 40!) einen ganz hervorragenden Job machten und ganze drei Mal die Milchpulver-und Fläschchen-Industrie ohne mich auskommen musste.

Bis sie so beliebt waren, dass deren Nutzer (und zwar alle drei!) in keinster Weise Substitutionen akzeptieren vermochten.
Bis ich leise sanft lächelnd erkennen und lernen durfte, welch wunderbare Fähigkeit Mutter Natur mir doch mit auf meinen Weg gegeben hat.

Ja, erst durch das Stillen meiner drei Kinder lernte ich meinen Körper genau so zu akzeptieren, zu respektieren und anzunehmen wie er ist! Ganz gleich, welche Körbchen-Größe gerade in der ersten Reihe der Wäsche-Schublade liegt.
Und ich wage zu behaupten:
Ich habe im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre das halbe Alphabet durchmachen dürfen! 😉

Plötzlich jedenfalls waren die „Dinger“, meine Brüste, gar nicht mehr so verkehrt.
Wir waren eins und endlich angekommen.

Angekommen im Gesamtbild der Frau, die ich nun einmal bin.

Und beide haben es verdient, von mir gepflegt und beachtet zu werden!
Gerade in der meinen familiären Situation.

Aber ist ein Gentest wirklich von Nöten?

„Und wenn es sich dann so herausstellen sollte, würde ich dazu raten, gleich alles entfernen zu lassen“

„Haaalt Stop!“

hätte ich in jenem Moment gerne laut geschrien, doch tat ich dies lieber nur innerlich.

DAS waren mir für den Anfang definitiv zu viele Informationen.
Und meiner Meinung nach maßlos übertrieben – und doch wirklich sehr weit hergeholt!
Wieso sollte sich das ausgerechnet so einstellen?
Habe ich es mir in den vergangen Jahren nicht selbst mühsam beigebracht, erst einmal in kleinen Schritten zu denken?

„Ich möchte nicht alle Eventualitäten wissen und ausgerechnet jetzt, auf dem Stuhl des Gynäkologen, besprechen.“
„Vielleicht möchte ich ja einfach gar nix von alledem!“

Es waren Gedanken wie solche, die mir vor wenigen Wochen durch den Kopf schossen.
Während ich schließlich doch die Informationsbroschüre mit den ober-wichtigen Begriffen einsteckte.

Humangenetik

Interdisziplinär

Das klingt immer so möchtegern wichtig, bedeutet aber nichts Anderes als die Zusammenfassung mehrerer Teilbereiche.

Brustkrebs in der Familie

Und doch stehe ich nun hier zu Hause vor unserem Drucker.
Einige Wochen nach diesem Vorsorge-Termin beim Frauenarzt.
Scanne artig vollständig ausgefüllte Fragebögen ein und hänge PDF-Dokumente an die entsprechende E-Mail.
Bestätige den Termin nochmals und fasse innerlich den eisernen Entschluss nunmehr bloß keinen Rückzieher mehr zu machen!

Was ich vorhabe?

Ich werde mich im „interdisziplinären Zentrum für Brust- und Eierstockkrebs“ der Universität einer bekannten deutschen Stadt beraten lassen.
Der Termin zum Gespräch steht – ob es jemals zur molekulargenetischen Analyse kommt, sehe ich aktuell noch fraglich.
Schließlich kann Brustkrebs jede Frau jederzeit treffen!

Doch die ersten Voraussetzungen habe ich bereits erfüllt!
Yeah!
Denn ich zähle offiziell als Teil einer „Risiko-Familie“.
Weil zwei Familienmitglieder bereits an Brustkrebs erkrankten.

Zum Einen die eigenen Mutter – und ein weiterer Herzens-Mensch!
Letzteres eine Frau, die ich zeitlebens bewunderte und dies noch immer tue.
Gerade mal sechszehn Jahre älter als ich, war sie mir immer ein Vorbild.
Schön, hübsche lange Beine, die tollsten Handtaschen und High Heels im Schrank (jetzt wisst Ihr woher der Schuh-Tick kommt 😉 ).
Ja, genau so wollte ich immer sein! Als junges Mädchen.

Heute bewundere ich sie für vielmehr als das!

Denn während meine Mutter den Krebs bereits wieder einige Jahre hinter sich lassen durfte (und ich hoffe aus tiefstem Herzen dass das so bleibt!!) kämpft sie noch immer.
Seit vielen, vielen Jahren und ist somit nunmehr mein Vorbild für Willensstärke, Zuversicht, Kampfsinn und nicht zuletzt eiserne Tapferkeit! Bleib bitte noch eine Weile weiter so stark!

Die eigene Gesundheit ist wichtig!

Wieso also sollte ich mir nun das Recht herausnehmen und auf die eigene Gesundheit pfeifen?
(Was ich zugegebenermaßen an vielen Baustellen noch immer tue)
Oder gar die meiner beiden Töchter!?
Denn nicht zuletzt wäre ein Gentest auch für beide Mädels von großem Interesse!

Somit gehe ich nun einen Weg, der deutlich weiter führt, als zur (selbstbezahlten!) halbjährlichen Sonographie.
Begleiterin wird vermutlich die eigene Mama sein, welche mir zuvor mit Rat und Tat bei der Vervollständigung diverser Fragebögen zur Seite stand. Lieben Dank dafür!
(Ich weiß allerdings nunmehr von einer erschreckenden Zahl an Krebsfällen in der Familie!)

Ich will es jetzt wissen!

Zumindest, ob man uns überhaupt zu einem solchen Test rät.
Denn entgegen der verbreiteten Meinung wird nicht sofort gehandelt.
Stattdessen wird für Risiko-Familien ein erstes Beratungsgespräch, welches von der Krankenkasse übernommen wird, angeboten.
Das ist fair – und somit lasse ich nun hier mit mir reden.

Ob’s reine Panikmache und Geld-Macherei ist?
Ich weiß es nicht.
Kann ich auch nicht bei einem solch sensiblen Thema sagen.
Ein Urteil steht mir hier nicht zu.

Was ich jedoch weiß ist, wie wichtig die konsequente Brustkrebs-Vorsorge ist – und wie schnell ein aggressiver Tumor aus dem Nichts entstehen und wachsen kann!
Taste ich mich regelmäßig ab? Nein!
Und das ist dumm von mir und wäre neben der täglichen Rasur unter der Dusche nur ein weiterer kleiner Klacks.
Also will ich dies künftig öfter tun.
Das sollten alle Frauen im Übrigen nicht vernachlässigen, ebenso wie den regelmäßigen Gang zum Gynäkologen! 😉

Und was kommt dann?

Ich möchte aktuell noch nicht darüber philosophieren, ob ich bald „die Jolie“ spielen werde.
Sicher, ein gewisser optischer Nebeneffekt ließe sich nicht abstreiten (einmal straffen bitte sehr!).
Doch möchte ich einfach noch keine zig Schritte voraus denken.

Zumindest aber halte ich aktuell die Familienplanung für abgeschlossen (sag niemals nie!), so dass ich beide „Mädels“ zwar mittlerweile nun doch schweren Herzens verabschieden würde – aber ihren Nutzen haben sie mehr als erfüllt.
Pulver-Milch soll auch ganz nett sein, habe ich mir sagen lassen (grübelt nicht! Ich spiel nur mit Euch! 😉 ).

Härter würde mich die nachweisliche Veranlagung jenes Eierstock-Krebs-Dingens treffen.
Denn der totale Räumungsverkauf?
Soll bitte  auf unbestimmte Zeit auf sich warten lassen!

Und wenn ich es könnte, würde ich beide nun doch mal ganz fest in den Arm nehmen. Würde mich mit versöhnenden Worten dafür entschuldigen, was ich all‘ die Jahre von ihnen dachte!
Moment – ich versuch’s einfach mal kurz. 😉

To be continued & Passt auf Euch auf!

Eure 

Alex

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2 Gedanken zu “Let’s talk about: Brustkrebsvorsorge

  1. bloggermumofthreeboys Antworten

    Da sprichst du ein wichtiges Thema an und Du weisst, dass meine Daumen gedrückt sind und bei Dir kein erhöhtes Risiko besteht!

    0
    1. Mama steht Kopf Antworten

      Danke Dir!!!

      0

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