This is me – Corona-Tagebuch – Tag 17

11+

„When the sharpest words wanna cut me down
I’m gonna send a flood, gonna drown them out
I am brave, I am bruised
I am who I’m meant to be, this is me“
(Keala Settle)

Ich drehe den Regler bis auf Anschlag.
Singe lauthals mit.

Nicht nur dieses Lied, doch berührt mich gerade jener Songtext immer wieder!
Auch – oder gerade – in diesen Tagen.

Denn geht es nicht genau jetzt darum, sich eben nicht unterkriegen zu lassen?
Ja, die Dunkelheit ist mir nicht fremd, es liegt bereits ein nicht ganz so tolles Jahr hinter mir.
Trauer, bedrückende Gedanken, Seelen-Narben, Menschen, die einfach nur weh tun.
Das alles ist mir gewiss vertraut!

Und nun eben auch ein Virus, welcher (korrekterweise „welches“ 😉 ) ängstigt, das alltägliche, gewohnte Leben lahm legt und Vieles aus der Bahn wirft.

Und doch stehe ich immer wieder auf!

Denn das, verdammt nochmal bin ich!
Und ich will geliebt werden, so wie ich nun einmal bin!

Der Konsequenz halber – oder zumindest des Song-Titels wegen – müsste ich nun auch noch lautstark

„Hey! Hier kommt Alex“

grölen.
Doch ich lass‘ es lieber sein. 😉

Aber viele andere Lieder trällere oder gröle ich wahlweise in’s Fahrzeug-Innere.
Weil ich es gerade kann!

Weil ich gerade 1,5 Stunden frei und alleine bin!

Die kurze Freiheit

Für eineinhalb Stunden stay ich nicht at home, sondern reise nach Hause.
In die Heimat.
Eine Heimat, welche ich an diesem Morgen nur hinter Glas sehen werde.
Menschen, die ich aus Rücksichts-und Vernunfts-Gründen nicht besuchen und in die Arme schließen mag.
So sehr es auch in mir danach drängt.

Heute morgen führt mich mein Weg lediglich zu einem Arzt-Termin in eigener Sache in die Heimatstadt.
Und wenngleich ich mich abermals komisch fühle, überhaupt unterwegs zu sein und dieser Tage irgendwo hinzugehen, so fühlt sich dieser Morgen wie ein kleiner Befreiungsschlag an.
Nach Tagen des Zu-Hause-seins und Wald-, Wiesen- und Acker-Spaziergängen.

Ich fahre weder Umwege, noch begebe ich mich in andere Räumlichkeiten.
Fasse nichts an, kaufe nicht im Supermarkt ein, hole keinen Kaffee-to-go und meide selbst das volle Wartezimmer.
(Stuhl an Stuhl zu Zeiten von Corona?? Da warte ich lieber allein auf dem Gang!)

Und doch fühlt es sich an, als gewinne ich ein klitze-klitze-kleines bisschen Normalität gerade zurück.
Einfach, weil es an diesem Morgen tatsächlich mal einen Grund gegeben hat, sich anzuziehen und zu schminken.
Weil das Auto endlich wieder Kilometer über die Autobahn schrubbt und weil es danach wieder schön ist, zu Heim und Kindern zurück zu kehren.

Ich kann kurz jener Isolation zu Hause mit Mann und Kindern entfliehen, nur für einen winzig kleinen Augenblick.
Doch reicht der schon völlig aus.
Es reicht, um durchzuatmen, laut im Auto zu singen – und mich wieder auf die Pappnasen zu Hause zu freuen!
(Notiz an mich: Mordpläne und Fluchtgedanken vorübergehend verwerfen!!! 😉 ).

Wieder zu Hause

Als ich die Tür zu Hause aufschließe, springt mir die Kleinste freudig entgegen.
Ihre Vorschul-Arbeit hat sie mit dem Papa erledigt, die beiden Großen arbeiteten ihre Homeschooling-Liste ebenfalls ab und der vormittägliche Spaziergang steht als Nächstes auf dem Plan.

Denn der existiert tatsächlich noch!
Wir brauchten einen Plan, der uns Halt und Orientierung gibt, der Verlässlichkeit vermittelt – und das Leben innerhalb der vier Wände berechenbar macht.
Und welcher nicht zuletzt Struktur in den neu-organisierten Alltag zu Fünf herein bringt.

Und fast meine ich, die Kinder scheinen an all‘ den zusammengestellten Dingen tatsächlich etwas Gefallen zu finden! 🙂

So kommt es, dass wir wenig später erneut zusammen durch die Natur streifen, plätscherndes Wasser in der Sonne betrachten und wieder einmal diesen so unfassbar blauen Himmel bestaunen!

Der Spaziergang an der frischen Luft tut uns allen gut und gibt Zeit zum Reden und Sinnieren.

Das Schöne finden

Ja, ich habe traurige Momente in diesen Tagen und möglicherweise weine ich einmal öfter als sonst, doch bin ich noch immer ich.

Und ich bin stark und mutig, wenn ich es nur will und zulasse!

Ich bin in der Lage, selbst in dunkelsten Zeiten das Schöne zu finden und erkennen – und für meine Kinder da zu sein!

Daran können weder verletzende Worte, unterlassene Worte oder ein gemeiner Virus etwas ändern!

Heute bin ich wieder zuversichtlich, noch immer verletzlich aber dennoch mutig!
Und um alles auf der Welt will ich meine Kinder so sorgenfrei wie nur möglich durch diese Wochen (oder Monate…) lotsen.

Noch immer glaube ich, dass mir das gelingt!

I am who I’m meant to be.
This is me! 

Eure 

Alex

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