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Irgendwann kann schon sehr bald sein – Warum auch Alltags-Momente mit unseren Kindern so kostbar sind!

Irgendwann wird sie nicht mehr freudig aufrufen, schlage ich eine Fahrradtour zu zweit vor.

Irgendwann blitzen nicht mehr wilde Locken unterm Helm hervor und wehen im Wind.

Eines Tages kommt der Zeitpunkt, an welchem nicht mehr Beine emsig strampeln.
Darum bemüht, ganz weit vorne – die Erste – zu sein.

Irgendwann wird eine solche Kleinigkeit – obwohl sie gleichermaßen so wunderschön ist – unwichtig sein.

Irgendwann bist DU nicht mehr die Welt für sie.

Und das ist ok – denn irgendwann musst Du loslassen.

Dann kommt die Zeit, in der Spielplätze zarte Erinnerungen, leise Schatten der Vergangenheit sind.

Es ist verwunderlich, dass Dein Kind überhaupt auch jetzt noch mit solch einer Begeisterung kurbelt und dreht, sandige Finger an der Regen-nassen Hose abwischt und Staudämme baut.

Es ist noch Kind, doch vielleicht nicht mehr lange – also genieße den Moment!

Unser Leben ist nur ein Moment

Denn im Grunde ist es das ganze Leben nur.

Ein kleiner, flüchtiger Moment.

Und in diesem Moment, der uns geschenkt wird, wirst Du irgendwann wieder viel Zeit haben.

Zeit für die vom Blütenstaub und Baustellensand verdreckten Fenster und Fensterbänke, für die Ablage und jenen lästigen Papierkram.

Für Ordnung, Bücher und Sauberkeit, für einen neuen Job, abwechslungsreiche Aufgaben, ehrenamtliche Tätigkeiten und viele, viele Hobbys.
(Naja und vielleicht für den Mann auch 😉 )

Irgendwann wirst Du diese Stille, die Dir schon jetzt am Vormittag unangenehm ist (schaff was, Alte!!) unentwegt spüren!

Und Stimmen, die am Esstisch aufgeregt durcheinander plappern (“ich bin jetzt dran!”) verhallen.

Irgendwann wird sie nicht mehr in Dein Bett krabbeln und leise neben Dir schnauben.
Und irgendwann darfst Du vermutlich auch nicht mehr zarte Wangen streicheln und an den lustig-wackelnden Ohrläppchen spielen.

Du weißt bereits, was kommt! 😉

Dann musst Du die Zimmer-Türe schließen, darfst keine komischen Fragen stellen, sollst Dir Kommentare verkneifen – und vor allem Dich stets darum bemühen, bloß nicht aufzufallen und peinlich zu sein.

(Und Du weißt, während Du diese Zeilen hier tippst, schon genau, wovon Du schreibst! 😉 )

Dann bist Du nicht mehr der Mittelpunkt dieser kleinen Welt, sondern ein vertrauter, verlässlicher Rückzugsort.

Dann musst Du darauf vertrauen, noch immer von Bedeutung zu sein – und sich plötzlich auftuende Lücken und kleinste Leeren in der Seele füllen.

Du wirst lernen müssen, wieder an Dich selbst zu denken und – auch als Mama – erste Schritte auf ganz eigenen Beinen zu gehen.

Denn so will es das Leben und das ist ok so.

Du spürst jetzt schon, WAS alles hinter Dir liegt.

Du erkennst es, während Du Gesprächen anderer Mütter – jüngeren Müttern mit viel kleineren Kindern – auf dem Spielplatz lauscht.

Und musst dabei aufpassen, dass Du nicht allzu verächtlich-auffällig die Nase rümpfst und schnaubst. 😉

DAS ist nicht mehr Deine Welt, das bist nicht mehr DU!

Einen ganz großen Teil davon hast Du bereits hinter Dir gelassen – musst weiterziehen, Dich neu ordnen, sortieren und finden.

DAS hier ist bereits das Bonus-Programm

Du genießt gerade das Bonus-Programm.

Jetzt gerade unter dem Schirm im prasselnden Regen.
Am Spielplatz.

Noch darfst Du hier sitzen (heimlich innerlich darüber lachen, welch Stress sich junge Mamas noch machen – auch sie werden lernen 😉 ) und Dein letztes Kind genießen.

Darfst Dich entspannt zurücklehnen, denn Du hast bereits so viel geleistet!

Ein weiter Weg liegt schon hinter Dir und junge, ganz wunderbare – bald erwachsene – Menschen reifen heran.

Und das ist verdammt nochmal auch – und insbesondere! – DEIN Verdienst!

Also genieße den warmen Kaffee im plötzlichen Nachmittags-Regen und das Grundschulkind, welches noch immer da ist.

Auch sie wird Teenie werden und sich abnabeln, jeden Tag ein Schrittchen mehr.

Die Hände werden nicht mehr täglich nach Deinen greifen, auf dem Weg zur Schule, das Küsschen – wer weiß wie lange Du es noch morgens geben darfst.

Lass’ alles liegen und genieße den Moment, der sich Leben nennt!

Also fahre nicht mit dem Finger durch die Regale und ärgere Dich über Schwitze-Füße auf dem Laminat.

Mach die Jalousie runter, sind die Fenster im Sonnenlicht zu blind.
(Oder wenn Besuch kommt, he he)

Träume nicht vom großen Erfolg (oder Buch 😉 ) – Du wirst schneller Zeit füllen müssen, als es Dir lieb ist!

Warte nicht auf all’ diese “Wenn-erst-dann-Momente“, denn auch diese verfliegen ehe Du Dich versiehst!!!

Und das Hier und Jetzt hat Deine Aufmerksamkeit verdient.

Das Kind, das noch nach Dir fragt (und die großen Kinder auch – musst nur genau hinsehen und hinhören, dann “fragen” sie  nämlich auch noch!!!) hat DICH im JETZT verdient!

Also schwing’ Dich auf’s Rad, obwohl gerade Alltag ist!

Saust los, ganz gleich wie viel Arbeit zu Hause auf Dich wartet.

Lass’ den Laptop zu, beantworte die (Kunden-) Mails heute nicht mehr (auch wenn dann am Abend bereits die ersten Rückfragen kommen 😉 ) – und verzichte auf’s schnelle Außenfenster-wischen! (AUCH wenn bereits der nächste Teenie-Geburstag wartet – soll halt keiner hingucken!)

Genieße stattdessen die Zeit mit Deinem Kind (den Kindern!), die Dir noch geschenkt ist!

Denn “irgendwann” kann schon sehr bald sein.
Eure 

Alex

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Liebe Alex,
    danke für deinen Text. Ich kann mich damit gut identifizieren. Es tun sich neue Lücken auf und es gilt sie zu füllen. Gestern war ich mit meiner fast zehnjährigen Tochter auf dem Spielplatz und habe festgestellt, dass unsere Zeit dort vorbei ist.

    1. Ich war gestern auch ganz verblüfft, als die – ebenfalls fast Zehnjährige – auf einmal anfing, am Wasserspielplatz tatsächlich zu spielen. Das wird nicht mehr lange so sein 🙁
      Schon eigenartig…aber wohl das Leben eben 😉
      Ganz liebe Grüße!!!

  2. Noch habe ich relativ kleine Kinder. Einen Teenager und zwei im Kindergarten Alter… Mir ist dieses “irgendwann kann schon ganz bald sein ” so sehr bewusst, und trotzdem schaffe ich es oft nicht, mal alles andere liegen zu lassen, was eigentlich gar nicht so wichtig ist. Wenn man das große Ganze sieht. Weil oft so viel Druck von außen kommt. Manchmal tatsächlich und manchmal nur eingeredet vielleicht… Wenn ich mir dann denke, egal, schaut es halt aus, dann kommt doch glatt mein Teenager und sagt:.” Mama, bei uns ist immer Chaos, bei andern nicht” – puhh, das sitzt dann… Teenager haben halt schon wieder ganz andere Ansichten und Bedürfnisse als kleine Kinder. Bei uns ist das Wohnzimmer nicht Spielzeugfrei und auch nicht die Küche, nicht das Bad … Irgendwann wird es das. Aber die Zeit ist noch nicht da und die Zeit die jetzt ist, sollte man genießen mit allem was sie zu bieten hat, denn sie kommt so nicht mehr zurück

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