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Ich bin jetzt ein Hundemensch: Von so viel Liebe, Herausforderungen & Abschiedsschmerz – Ein Aussie-Update!!!

Ich konnte das früher nie nachvollziehen.

Wenn Menschen in Sorge oder gar Trauer um ihren Hund waren, dann musste ich aufpassen, nicht verwundert die Augenbraue hochzuziehen.

Es war doch “nur” ein Hund?

Hier war ja nicht die Rede von einem kranken Kind oder Familienmitglied! So schlimm und so viel Drama konnte es ja wohl kaum sein.

Und-ich-lag-so-sehr-falsch.

So viel liebe!

Jetzt bin ICH es, die gleich – genau jetzt während ich diese Zeilen hier beginne – anfängt zu heulen.

Denn dieses Update tut mir ein bisschen weh.

Denn ich bin jetzt ein Hundemensch.

Mein Herz ist voll und könnte fast überquellen vor Liebe zu diesem Tier.

Ich habe mich verändert in den letzten Monaten. Ich bin dank dieses wundervollen Geschöpfes ein etwas anderer Mensch geworden.

Vielleicht sogar ein besserer.

Aber das stimmt nicht.

Hunde – die besseren Menschen

Denn ebenfalls habe ich in den letzten Monaten erkennen, dürfen, dass Hunde eben die besseren “Menschen” sind.

Niemand liebt so aufrichtig und akzeptiert Dich ganz genau so wie Du bist.

Hunde sind nicht falsch und verlogen, Hunde tragen keine Maske und Hunde gaukeln uns Menschen auch keine Illussion vor.

Vor Hunden macht man sich nicht lächerlich. Niemals!

Und die Zeit, die wir mit unseren Vierbeinern verbringen ist nie – nie (!) – vergeudet. Sie ist wertvoll.

Das ist in Bezug auf Menschen leider nicht immer so.

Fünf Monate Aussie-Chaos. Fünf Monate Bereicherung!

Ja, ich bin jetzt ein Hundemensch.

Das bin ich jetzt seit bald fünf Monaten.

Ich habe keine Scheu mehr in Badelatschen und ungeschminkt ums Viertel zu laufen und in meinen Jeanstaschen finden sich Krümel und Kotbeutel.

Es ist mir gleich geworden, ob meine Hosenbeine von Pfotenabdrücken übersät sind oder ob meine Schminke im Komplett-Schlabber-Waschgang entfernt wird.

Ich küsse und knuddel und liebkose zurück. Auf den Mund – mir egal wem’s jetzt zu eklig und unhygienisch ist.

Ich lege die Hand auf den warmen, weichen Körper und im Handumdrehen, erscheinen alle mein Sorgen und Probleme wie kleinste Nichtigkeiten!

Dieses Tier lehrt mich, im Moment zu leben.

Ich bin Experte im Inspizieren und Auflesen von Kacka-Haufen geworden und ich habe in den letzten Monaten so viel Kacke, Pipi und auch Kotze weggewischt, dass mich nichts mehr erschreckt und ekelt! 😉

Und das ist auch verdammt nochmal gut so!

Ich habe mich so sehr über jeden Meilenstein gefreut und diesem Wesen vollster Rührung beim Wachsen zugesehen – und wir haben hier jetzt ein richtiges, echtes Familienmitglied, das aus unserer Familie nicht mehr wegzudenken ist.

Die ersten Wochen sind längst vergessen!

Und ich bin verflixt nochmal so stolz darauf, was wir als Familie im Team mit diesem Hund – der mittlerweile zu Hause so viel entspannter ist – erreicht haben!!!

Jeder von uns Fünfen hat seine Stärken.

Jeder tut dem Hund auf andere Art gut und jeder (!!!!) hat sein Herzerl verloren. Wer hätte das gedacht? 😉

Ja, unser Alltag zu Hause ist richtig, richtig schön und für uns passend und stimmig geworden – als würde unsere Hazel schon immer dazu gehören.

(Auch wenn noch immer ein ganzes Stückerl Weg vor uns liegt. So müssen wir noch dringend das Alleine-bleiben üben, das klappt noch nicht – und länger als eine Stunde war Hazel noch nie alleine. Und auch die Hundeschule wird für uns noch weiter gehen!)

Dieser Hund wird geliebt!

Und ebenfalls JA, dieser Hund wird geliebt!

Und wir sorgen uns und kümmern uns.

So sehr, dass das Herz schmerzt und Tränchen laufen.

Erst gestern Abend telefonierte ich mit dem Tierarzt. Denn unsere kleine Hündin hat offenbar unbemerkt etwas Falsches gegessen.

Das kam bislang noch nicht vor und war neu für uns.

Das arme Tier musste sich den ganzen Tag lang übergeben.

Und wir alle litten so sehr mit, hielten Pfötchen, kraulten und trösteten.

Heute ist sie wieder fast die Alte und somit die erste Sorge und einmal “Hund krank” überstanden.

Da war noch eine Sorge

Aber auch umtrieb mich die letzten Monate eine ganz andere Sorge.

Sie war mir bekannt und sie war auch Teil des “Deals“.

Doch wie schwer mir diese Abmachung innerhalb der Familie fiel, auch das konnte ich vor meiner Zeit als “Hundemensch” nicht erahnen.

Ich werde in den nächsten Zeilen ganz offen und ehrlich berichten.

Und ich bitte darum von feindseligen und verurteilenden Kommentaren abzusehen, ich bekam sie schon an anderer Stelle zu lesen.

Denn nichts geschieht ohne Grund und Entscheidungen haben viele, viele Facetten und Beweggründe.

Während der letzten fünf Monate gab es also eine Sache, die schwer auf meinen Schultern und der Seele lastete.

Viele Stunden verbrachte ich damit, mit drückendem Magen eine Lösung zu finden. Denn das war ja der Kompromiss.

Viele Stunden fand ich mich ratlos und verzweifelt wieder.

Eine lang geplante Reise – Denn ich bin auch Mutter
Ich war auf der Suche nach einer Betreuung für unsere nunmehr sieben Monate alte Hündin – und zwar für diesen Juli.

Es wird in diesem Jahr noch einmal eine Reise zu Fünft geben – vielleicht die letzte mit allen drei Kindern.

Wer weiß das in diesem Alter schon.

Und die nächsten Zeilen hier schreibt jetzt eine Mutter, denn ich bin nun einmal jetzt Beides.

Ich bin eine Mutter, die ihre Kinder aus den Fingern gleiten sieht. Sie werden groß und gehen schon bald eigene Wege.

Ich bin eine Mutter, die nur noch sehr, sehr wenige Sommer Kinder um sich herum haben wird. Sie sind gezählt.

Und ich bin eine Mutter, die sich gerne das WIR in der Familie wünscht und unbeschwerte Tage am Meer mit ihren schon so großen und zum Teil erwachsenen Kindern verbringen möchte.

Jetzt könne man meinen, das alles ginge doch auch MIT Hund – so soll es im nächsten Jahr definitiv auch sein!!! 

Nur fiel die Entscheidung zum diesjährigen Sommerurlaub bereits, als wir alle noch nichts von unserem neuen, lieb gewonnenen Familienmitglied ahnen konnten.

Bereits im August letzten Jahres hatten wir uns dazu entschieden, unsere Flugreise nach Kreta zu wiederholen.

Wir wollten zurückkehren in die Wohnung in Stavromenos, in welcher wir uns so wohl fühlten – und wir wünschten uns mehr Zeit auf der Insel.

Wir nahmen uns vor, die Geburtstage beider großer Kinder auf der Insel zu feiern und nochmals in ein weiteres Ferienhaus an einem anderen Ort zu ziehen.

Und wir buchten und bezahlten im Voraus – für ganze 2,5 Wochen.

Und dann kam Hazel

Dann kam Hazel.

Es war ich, die am liebsten alles hätte stornieren wollen!

Ich, die den Süden und das Meer doch so sehr liebt, wäre bereit gewesen zu stornieren.

Doch spielt hier nicht nur Geld eine Rolle, sondern auch, dass alle anderen Familienmitglieder eben auch ein Mitspracherecht haben.

Und vor allem, dass dieser Urlaub uns Eltern wichtig ist:

Es-ist-vielleicht-der-letzte-mit-allen-Kindern.

Als wir im Februar unseren Welpen abholten, einigten wir uns darauf, den Urlaub stattfinden zu lassen und uns rechtzeitig um eine liebevolle Betreuung während dieser Zeit zu kümmern.

Schnell musste ich jedoch ernüchtert in den vergangenen Monaten feststellen, wie schwierig sich das gestalten sollte!

Und auch wie herausfordernd – gerade bei einem so jungen Tier und einer Hündin zugleich.

Ein Hündin, die vielleicht ja läufig werden könnte – Hundepensionen flogen schnell aus der Auswahl heraus.

Ich hätte mich auch nicht wohl damit gefühlt.

Flugreise mit Hund? Besser nicht!

Die Flugreise und den damit verbundenen Stress wollten wir ihr aber auf keinen Fall zumuten. Auch jener Gedanke trieb mir und der großen Tochter Tränchen in die Augen.

Auf der Suche nach Privatpersonen, die vielleicht sogar bei uns zu Hause wohnen würden, damit Hazel in ihrem vertrauten Zuhause bleiben kann, stieß ich auf wenig Unterstützung.

Vielmehr schlug die Macht der Sozialen Medien abermals knallhart in die Magengrube.

Auf Facebook (es gibt dort einige Betreuungsportale) bekam ich harsche Kritik und erntete Beschimpfungen.

Nun, vielleicht konnte ich hier jetzt die Beweggründe und Hintergründe zu dieser (letzten) Flugreise etwas besser erläutern.

Ich möchte mich kurzfassen:

Manchmal liegt die Lösung doch so nahe!!!

Denn – auch wenn mein inneres Kind von früher das noch immer nicht glauben kann – es gibt liebe und hilfsbereite Menschen und liebste Freunde!

Die beste aller Lösungen!

Unsere Hazel wird Urlaub bei ihrer allerliebsten Hundefreundin und deren Familie machen.

Sie wird liebevoll betreut werden, da bin ich mir ganz, ganz sicher. Und sie hat ebenfalls zwei Schulkinder um sich herum und wird sogar vertraute Orte besuchen.

Die Familie freut sich sehr auf ihren Besuchshund. Und bin immer noch so gerührt und verlegen und kann diese liebe Hilfsbereitschaft noch gar nicht glauben.

Hier haben wir alle ein gutes Gefühl und können absolut vertrauen!

Und auch wenn mir das Loslassen für jene Woche trotzdem so, so schwerfällt und mich der ein oder andere Gedanke umtreibt (Wird sie trauern? Wird alles gut gehen? Bleibt sie gesund? Erkennt sie uns wieder und kann zu alten Routinen zurückfinden?) so ist es richtig!

Ich tröste mich ein wenig mit dem Gedanken, dass unsere kleine Teenie-Hündin einfach auf “Jugendreise” geht – und ihren ganz eigenen Sommerurlaub haben darf.

Doch darf ich mich sogar über noch mehr Hilfsbereitschaft und Freundschaft freuen!

Es ist jetzt hier ein wenig zu kompliziert zu erläutern, aber meine liebste Freundin wird sich ebenfalls einige Stunden um Hazel kümmern!

Die beiden haben sich schon angefreundet und auch hier fühle ich mich so dankbar und berührt!

Die Trennung auf Zeit wird dennoch schwer

Ja, ich bin jetzt ein Hundemensch.

Und ich muss heimlich heulen, wenn ich an die Trennung auf Zeit denke.

Mir wird es fehlen, über das weiche Köpflein zu streicheln und in diese wunderhübschen, grünen Augen zu blicken.

Ich werde den Geruch (und die Sabber 😉 ) vermissen und unsere Runden im Garten und durch die Straßen.

Vermutlich werde ich instinktiv nach Leckerlis greifen wollen und sie rufen, um den heißgeliebten Käse zu verteilen und unter griechischer Sonne auf die nächste Whatsapp mit Updates und Fotos warten.

Aber ich bin auch eine Mutter.

Eine Mutter, die sich ganz bald auf ein neues Abenteuer mit ihren liebsten Menschen begibt.

Eine Mutter, deren Emotionen gerade wild durcheinander wirbeln und die in den nächsten Tagen noch mit einigen davon zu kämpfen haben wird.

Eine kurze Pause

Ich werde mir diese Zeit dafür nehmen und mich hier erst wieder melden wenn es wieder hießt:

“Wenn Fünf eine Reise tun.”

Bis bald!

Eure 

Alex

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