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Muttergefühle – so hart, so intensiv und doch so kostbar! #mamasein #laufderzeit

Als ich die rosafarbene Holzkiste, die schon lange nicht mehr rosa aussehen soll, aus dem Regalsystem ziehe und mit beiden Händen die Nähmaschine greife, trübt sich meine Sicht.

Kann’s nicht mehr aufhalten, Tränchen schießen in meine Augen, irgendetwas schnürt die Kehle zu.

Und schwer muss ich mich auf das Bett des Kindes sacken lassen.

Ich will nicht weinen – und versuche zu unterdrücken.

Doch alles, was mir gelingen mag, ist ein lautstarkes Schluchzen.

Und ich fühle mich in diesem Moment in jenem Zimmer auf einmal so verloren, so allein.

Draußen im Flur stapeln sich Plastikboxen, alle gut gefüllt – ich kaufte sie auf Wunsch der Tochter. Für den Dachboden.

Und während das Kind in den Tagen zuvor noch vollster Tatendrang beherzt anpackte und einfach aus dem eigenen Zimmer in den Flur beförderte, ohne wehleidig auch nur mit der Wimper zu zucken, wiegt meine Last gerade schwer.

Wo sind all’ die Kinderjahre hin!?

Denn ich vermisse gerade jenes kleine Mädchen sehr und arg!

Und mag in diesem Moment auch auf jenen verdammten Lauf der Zeit und alles, was die Zukunft uns noch an Überraschungen schenken mag, scheißen!

Jetzt gerade – allein und gefühlt so hilflos in dem Zimmer – möchte ich einfach nur das kleine Mädchen mit der lispelnden Stimme und den im Sommer so hellblonden Haaren zurück.

Ich wünsche mir Minuten zurück, in welchen ich beobachten darf, wie das später auch schon größere und ältere Kind hingebungsvoll Dübel zusammenleimt, um dem liebgewonnenen Hamster Treppchen und Stühlchen zu bauen.

Treppchen, Tunnel, Stühlchen und filigrane Holzkunstwerke, die nun ebenfalls in einer der Plastikboxen ruhen.

Der Hamster lebt längst nicht mehr – für ein neues Tierchen sind Begeisterung und Interesse verloren gegangen.
Es sind nun andere Dinge wichtig.

Ich falte Stoffe und lege sie behutsam in die Box nebst Nähbüchern und Anleitungen, Spulen und Scheren – und muss mir Tränchen von den Wangen wischen.

Denn nähen? Tut mein Kind schon lange nicht mehr.

Wie gerne hatten wir zusammen Lavendel-Säckchen gebastelt und einen eigenen Stoff-Adventskalender für die Kleinste – ich wollte es auch lernen und mich damit beschäftigen, um das Kind zu fördern und zu unterstützen.

Warum nur blieb im Alltag so wenig Zeit dafür – was ist aus diesem Vorhaben geworden?

Jetzt ist es zu spät – und ich schluchze erneut.

Die Oma wollte und sollte mit dem Mädel Projekte aus Stoff starten – warum ist es dazu nie mehr als nur einmal gekommen!?

Nun ruhen niedlichste Motive ungenutzt in der Kiste – die Schwester zeigt nur wenig Begeisterung.

Kuscheltiere und Basteleien schmiegen sich in einer weiteren Kiste aneinander – und ich sehe gerade so viele Kinderjahre verblassen und vom Kinde selbst verbannt.

So soll es sein, so will es das Leben und jener (Aaaargh – fucking!!!! Entschuldigung!) Lauf der Zeit.

Aber mir tut’s gerade einfach nur weh.

Wenn aus Kindern Teenager werden

Denn Zeit rinnt durch die Finger – gemeinsame Kindheits-Stunden kommen nie wieder.

Und ich hätte doch noch so viel mehr geben können!?

Es wäre doch immer noch mehr gegangen!?

Jetzt ist es zu spät.

Kinderjahre vergangen – und mir bleiben nur die wenigen, kostbaren Momente, die ein neues Teenager-Leben mir zu schenken vermag. Und es ist ok!

Ich schließe Deckel und putze die Nase, atme durch und wische Augen trocken – und erblicke dabei feinste Linien, die doch gestern noch nicht da waren.

Fucking-Lauf-der-Zeit.

Einfach wird es nie – immer nur anders 🙂

Und als ich glaube, mich für diesen Tag wieder gefangen und erholt zu haben, drückt und lastet die mütterliche Seele erneut so schwer und kämpft mit den Tränen.

Als ein weiteres Kind verzweifelt weint.

Weil Schulnoten aktuell ein wenig enttäuschen – ausgerechnet jetzt im aller letzten Grundschuljahr.

Die Augen verquollen, das Gesichtlein mit den üblichen Hektik-Flecken verziert (ich weiß nicht ob sie wirklich so heißen – aber dieses Kind bekommt sie unter panischen Tränen von Geburt an), tut es mir so unfassbar leid.

Denn ich weiß, dass wir nun etwas kämpfen und lernen müssen, um ein Vorhaben aufrecht zu erhalten.
Hier wird der Weg zur Wunschschule, zum Gymnasium, kein geschenkter Spaziergang.

Aber auch das ist ok! Es ist machbar!

Es ist meine Aufgabe, Hilfestellung zu geben und zu unterstützten – alles für einen Start, der dann hoffentlich nicht allzu steinig werden wird.

Ich weiß, dass das Kind mit jenem eisernen Willen und unerbittlichen Starrsinn alles schaffen wird, was es sich vornimmt!

Nur wünschte ich, es wäre gerade nicht so holprig – und in mir drinnen tut es erneut weh.

Denn jenes Kind muss kämpfen, immer und immer wieder.
Gegen Vorurteile und Hänseleien.

Und wenngleich das so tapfer und toll gelingt – das Mutterherz wiegt schwer.

Ich bin dankbar

Tränchen der Rührung gesellen sich zu noch späterer Stunde dazu, als ich den großen Sohn von der Oma abhole.

Wie schön es ist zu beobachten, wie sehr er unterstützt und hilft und da ist, wo starke Hände und Arbeitskraft benötigt werden.

Ja, es ist schon eine komische und eigenartige Sache mit all’ diesen Gefühlen, welche nur eine Mutter kennt!

Gefühle, die innerhalb eines nur einzigen Tages aufkeimen und sich formen, sich wandeln und unser Leben auf den Kopf stellen.
(Ich mag meinen Blog-Namen noch immer sehr 🙂 )

Nicht immer sind diese Gefühle “schön”, nicht in jedem Moment ertragbar und – zumindest in meinem Fall – so, so unfassbar intensiv!

Es sind Gefühle und Gedanken, die mit kinderlosen Bekannten niemals geteilt werden können!
(Das ärgert mich manchmal!)

Gefühle, die einen Menschen prägen –  und die Sicht auf die (ganz eigene) Welt verändern.

Niemals lässt es sich beispielsweise deutlicher begreifen, wie endlich Dinge sind und unser Leben ist, als sieht man die eigenen Kinder aufwachsen.

Doch trotz allem Schmerz möchte ich keines dieser Gefühle missen!

Denn DAS füllt mein Leben, es zeigt mir, dass ich noch da bin.
Noch immer eine Mama bin.

Und jetzt schaffe ich endlich diese verdammten Krims-Krams-Kisten auf den Dachboden! 😉

Eure 

Alex

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Hallo Alex, das hast du wunderbar geschrieben. Meine Kinder sind noch viel kleiner als deine (bald 4 und 6), aber ich ahne, was da noch auf mich zukommt. Hatte ähnliche Momente als meine Große in die Schule kam diesen Sommer und ich heulend die unfassbar fordernde Kleinkindzeit dieses besonderen Wesens verklärte. Und dieses Gefühl von “öfter machen können” kenne ich auch nur zu gut. Wir vergessen wieviel Gutes wir unseren Kindern damit tun, dass wir sie lieben so wie sie sind und ihre Gefühle ernst nehmen. Das wird so viele positive Spuren hinterlassen, mehr als jeder Ausflug und jede Bastelei!

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