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Ich gehöre nirgendwo dazu: Von der heimlichen Einsamkeit (gerade) als Mama #WiB

Als wir am Samstag-Abend über das hiesige Volksfest schlenderten, durch enge, beleuchtete und belebte Gassen, ist mir eines auf ziemlich bedrückende Weise bewusst geworden.

“Es” stört mich im Alltag nicht allzu sehr, denn ich bin erfüllt und ausgelastet.

Ich habe Mann, Kinder, Haus und Hund und fühle mich im Grunde mehr beschäftigt und “unterhalten” als mir manchmal lieb und recht ist. 😉

Doch als ich die fröhlichen Menschenmengen sah und die vielen Stimmen hörte, die Trauben an Freundesgruppen sichtete und die vielen Glühweinstände passierte, da fiel es mir wieder auf.

Es ist eine Tatsache, die wohl niemand gerne zugibt.

Und auch wenn ich in meinem letzten Text noch so selbstbewusst und zuversichtlich klang:

Dieses Geständnis schwächt jene Zeilen nicht, es ergänzt sie einfach um die ungeschminkte Realität.

Denn so ist nun einmal das Leben – vielschichtig und manchmal voller Widersprüche.

Es hat so viele Seiten und Facetten – ganz wie wir Menschen auch.

Ich habe keinen großen Freundeskreis

Denn Fakt ist:

Ich habe keinen großen Freundeskreis.

Das haben wir beide nicht.

Und gerade an Samstag-Abenden wie diesen, wird mir das bewusst.

Und es stimmt mich dann auch etwas traurig.

Denn während ich die vielen fröhlichen und angeheiterten Gruppen sah, gab es für mich und uns keine Verabredung am Getränkestand.

Ich war mit meiner Family da und das ist wunderschön und kostbar! Darauf wollte ich auch gar nicht verzichten! 

Aber es hätte auf mich im Anschluss auch keine Freundinnen-Gruppe beim heißen, weißen Glühwein gewartet.

Denn ich habe diese Freundinnen-Gruppe nicht.

Ich gehöre nirgendwo dazu.

Und JA, da mag ich gerade neue Stärken und Seiten am mir und Positives an jener Sache mit dem Älterwerden entdecken.
Ich lerne meine neue Lässigkeit lieben und auch für mich und meinen Wert einzustehen!

Doch daran hat sich (bislang) nichts geändert.

Ich fühle mich hin und wieder – in einzelnen Momenten – einsam.

Denn ich bin die, die nicht dazu gehört.

Ich bin die, die so sehr in ihrem Familienleben abgetaucht und untergetaucht ist, dass keine Frauen-Clique und auch kein Freundeskreis oder Verein wartet.

Zwar bin ich nie alleine und liebe meine Familie über alles auf der Welt!

Aber auch ich wäre im Anschluss an den Family-Bummel gerne nochmal aufgebrochen und hätte ein bisschen mit gleichalten “Mädels” oder Freunden und Freundinnen geplappert und gefeiert – und ausgelassene Stunden verbracht.

Das kann ich aber nicht – und schon einmal gar nicht, wenn es mir dann so spontan einfällt.

Denn da gibt es kein großes Repertoire, aus dem ich schöpfen kann.

Da sind keine Menschen, zu denen ich schnell und spontan dazu stoßen könnte.

Denn im Grunde “kennt” mich auch niemand.

Wie auch – war meine Welt nunmehr fast zwei Jahrzehnte eine ganz kleine innerhalb der familiären Blase.

Zwei Geister – zwei Seiten

Hinzu kommt, dass ich nie jemand war, der gerne im Mittelpunkt stand.

Mir scheint manchmal, in meinem Inneren streiten sich zwei Geister.

Einer der zwei Narren möchte gerne plaudern und anstoßen und eine schöne Zeit in Gesellschaft haben.

Er möchte gesehen und “gefeiert” werden.

Doch dann ist da noch das andere Geisterchen.

Jenes, welches weiß, dass es schnell am Getränkestand gelangweilt wäre.

Weil es diese stundenlange Steherei und das viele Trinken ja gar nicht “kann” und mag.

Weil es dem Geisterchen einfach irgendwann einfach alles zu viel und zu laut und zu bedrängend wird.

Dieses Geistlein zieht sich gerne zurück, alleine mit der Kuscheldecke und einem guten Buch.

Es möchte oftmals einfach nur seine Ruhe und nicht sich im Socializing und Flirten und Reden üben.

Die leise Wahrheit

Und fast glaube ich, gerade Mütter, die sich jahrelang der Care-Arbeit hingegeben haben, kennen diese zwei Seiten in sich einmal mehr.

Ich würde auch gerne dazu gehören, ausbrechen in die vollen Straßen und Menschenmengen, statt das alles einfach nur zu passieren und aus der Ferne zu beobachten.

Doch auf der anderen Seite mag ich es muckelig und versteckt mit meiner Familie zu Hause.

Wohl aber weiß ich, dass Menschen auch Freunde im Leben brauchen.

Glücklicherweise darf ich ein paar wenige gut ausgewählte Freundinnen zu meinen Lieblingsmenschen zählen.

Und ja, die können nicht auf ein Fingerschnipsen mit mir am Glühweinstand stehen, genau dann, wenn mir dieser Geistesblitz kommt und es mir gerade einfällt.

“Verabreden” heißt hier das Zauberwort, an das ich – zugegebenermaßen – im Vorfeld nur selten denke.

Und vielleicht brauche ich all das auch wirklich nicht.

Ich brauche kein langes Stehen in der Kälte, zu viel Alkohol, den ich eh nicht vertrage, aufdringliche Worte und oberflächliches Geplänkel.

Aber hin und wieder – nur ab und zu – betrauere ich es schon, nicht die mit den vielen Bekanntschaften und Kontakten zu sein.

Denn das ist die leise Wahrheit, die an solchen Abenden spürbar wird:

Gerade als Mama verliert Frau sich so viel schneller in der Einsamkeit, als sie es jemals vorhatte.

Hier die Bilder vom Wochenende!

Kommt gut in die neue Woche!

(Wie immer – mehr #wibs gibt’s bei grossekoepfe!)

Eure 

Alex

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