Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24

29+

26 Stunden.
Es sind jetzt etwas mehr als 26 Stunden, in denen ich mit mir hadere und ringe, ob ich diese Zeilen hier tatsächlich schreibe.

Doch habe ich nicht selten betont, dass meine Definition von Blog eben die eines offenen Tagebuches ist.
Eines ehrlichen, öffentlich einsehbaren Tagebuches, in welchem ich Gedanken und Gefühle verarbeite – und sogar oft vielen anderen Mamas da draußen aus der Seele schreibe.

Das ist wunderschön und jedes ernst gemeinte, offene und persönliche Feedback treibt mir noch heute Tränchen der Rührung in die Augen.
Ich habe mich bewusst gegen einen Bastel-und Kochrezepte-Blog entschieden.

Entschied mich, auf andere Pfade abzubiegen, auch wenn die nicht immer safe – und gewiss auch holprig und steinig sind.
Offenbart man zu viel aus seinem Gefühls-und Familienleben macht Frau sich angreifbar.
Sehr sogar.

Es gibt immer Mitmenschen, die uns nicht wohlgesonnen sind.
Menschen voller Neid und Missgunst.
Ganz gleich, ob ich hier nun berichte, wie gut gerade alles läuft und wie glücklich wir sind – oder aber wenn dunkle Zeiten nach traurigen und nachdenklichen Texten schreien.
Einer pöbelt und lästert immer.

Also – Feuer frei:

Seit gestern ist alles ein bisschen anders. mehr „Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24“

Zeit für Gespräche – Unser Wochenende in Bildern – Corona-Tagebuch – Tag 20&21

11+

Samstag

Es gibt Dinge, die hätte ich ohne Corona nie gesagt.
Beispielsweise das Folgende:

„Vorm Netto steht der Liefer-Laster“ (beim Blick vom Balkon)
„Ob ich gleich nochmal Klopapier hole?“

(Nein, tat ich nicht!!!)

Oder aber auch

„Ich lass‘ das jetzt so“

Beim morgendlichen Blick in den Spiegel.

„Das“ sind meine Haare.

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This is me – Corona-Tagebuch – Tag 17

11+

„When the sharpest words wanna cut me down
I’m gonna send a flood, gonna drown them out
I am brave, I am bruised
I am who I’m meant to be, this is me“
(Keala Settle)

Ich drehe den Regler bis auf Anschlag.
Singe lauthals mit.

Nicht nur dieses Lied, doch berührt mich gerade jener Songtext immer wieder!
Auch – oder gerade – in diesen Tagen.

Denn geht es nicht genau jetzt darum, sich eben nicht unterkriegen zu lassen?
Ja, die Dunkelheit ist mir nicht fremd, es liegt bereits ein nicht ganz so tolles Jahr hinter mir.
Trauer, bedrückende Gedanken, Seelen-Narben, Menschen, die einfach nur weh tun.
Das alles ist mir gewiss vertraut!

Und nun eben auch ein Virus, welcher (korrekterweise „welches“ 😉 ) ängstigt, das alltägliche, gewohnte Leben lahm legt und Vieles aus der Bahn wirft.

Und doch stehe ich immer wieder auf!

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Gedankenschwer – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 13 & 14

17+

Es ging mir nicht gut die letzten Tage.
Es geht mir nicht gut.
Aktuell fällt es mir schwer, positive Gedanken aufrecht zu erhalten und Schatten vom Licht zu trennen.

Wenngleich die Sonne die vergangenen Tage jenes Vorhaben warm und liebevoll unterstützte, so holen sie mich immer wieder ein.
Dunkle, traurige Gedanken, Vorwürfe, Schuldgefühle, niemals geklärte Fragen und große Ängste.

Schatten und Licht

So etwas lähmt.
Physisch und Psychisch.

Und ist vielleicht einer der Gründe, weshalb dieses Wochenende nicht ganz so Bild-beladen ausfällt.
Weil ich einfach nicht viel mache und vorübergehend nicht in der Gemütslage bin, jeden Schritt des neuen Corona-Alltages mit dem Mobiltelefon festzuhalten.
Verzeiht mir dies bitte.

Ich weiß, es wird wieder besser

Es wird wieder besser! Das wird es immer.
Ich stehe wieder auf – und werde schon in wenigen Tagen wieder Chancen und glückliche Momente in dieser Zeit sehen. mehr „Gedankenschwer – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 13 & 14“

Zwischen Himmel und Hölle – Corona-Tagebuch – Tag 11

7+

„Mama, googel mal die natürlichen Feinde von Flusskrebsen“

Ein Satz, welchen ich wohl ohne Corona nie, niemals (!) aus dem Mund der beiden großen Kinder gehört hätte!

Wir stehen am plätschernden Fluss.

Wasser glitzert in der Sonne, Moos überzieht Steine – und verwunschen bahnt sich das Wasser seinen Weg durch zarte Blümchen und saftiges Grün.

Nur wenige Gehminuten vom eigenen Haus trennen uns von dieser wunderschönen, gar himmlischen, Idylle, welche wir unter normalen Umständen nur viel zu selten aufsuchen.

Eine himmlische Idylle

Doch wir beginnen gerade, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Auf unserem heutigen Streifzug durch die Natur schmieden wir Pläne für den Nachmittag und sammeln ganz nebenbei viele hübsche Steine. mehr „Zwischen Himmel und Hölle – Corona-Tagebuch – Tag 11“

Aus Fehlern lernen & das Beste draus machen – Corona-Tagebuch – Tag 10

9+

Puh! So langsam gehen mir die Überschriften aus. 😉
Doch könnte die Heutige den zurückliegenden Tag ganz gut beschreiben.

Ja, auch heute habe ich Fehler gemacht. Viele davon.
Überhaupt scheint es mir, als würde ich dieser Tage die Sache mit der Erziehung noch einmal ganz neu aufrollen und überarbeiten müssen.

Denn erst jetzt fallen mir einige Dinge auf, die ich so gerne ändern würde und in der Vergangenheit einfach verbummelt oder leichtsinnig hingenommen habe.
Ihr kennt die Sache mit dem Weg des geringsten Widerstands.
Jetzt aber – ausgerechnet jetzt (!) – möchte ich die holprigen, steinigen Pfade wählen und Dinge endlich richtig machen.
Sehr zum Missfallen einiger anwesender Familienmitglieder.

Ausgetickt

So trug es sich zu, dass Emotionen und eigene Anforderungen am frühen Mittag mit mir durchgingen.
Ein kurzer Blick in Richtung Couch – und es war um mich geschehen. mehr „Aus Fehlern lernen & das Beste draus machen – Corona-Tagebuch – Tag 10“

Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9

10+

„Mamaaaa! Das Klo raucht!“

Erschrockenen Blickes rauscht mein Sohn von der Gäste-Toilette in die Küche – und mir rutscht das Herz tief in die Hose.
Adrenalin durchfährt den ganzen Körper und lässt augenblicklich meine Hände zittern!

„Ich sprenge die Rohre in die Luft!!!“

durchfährt es mich gedanklich als Erstes.

Nun, ich muss an dieser Stelle peinlicher-weise zugeben, ich habe keine Ahnung wo welche Rohre wie im Haus verlaufen und wie diese miteinander verbunden sind.
Ist schon ein bisschen her, der Hausbau – und zudem ein Thema fern meines ganz eigenen Interessenbereiches.

Wohl aber weiß ich, dass ich ausgerechnet Minuten zuvor den neuen Rohr-Reiniger in die Dusche geschüttet habe.

Haare soll er auflösen und bis zu acht Stunden einwirken.
Eigentlich über Nacht, doch schickte ich kurzerhand die Duschkabine einfach ein wenig früher in den Schlaf! 😉

Bei solchen Aktionen ist mir ohnehin schon immer ein wenig mulmig zumute.

Somit beginne ich auf meine ganz eigene Art und Weise zu kombinieren:
Es MUSS eine chemische Reaktion sein, wenn der Sohn vom qualmenden Klo berichtet!

„Ich-habe-alles-kaputt-gemacht!!!“

so ein weiterer Gedanke. mehr „Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9“

Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8

12+

Ich mache es wieder. Und wache davon auf.
Spüre, wie sich Zähne fest aufeinander pressen und Kieferknochen anspannen.
Möglicherweise knirschen und mahlen die mütterlichen Beißer auch und reiben sich aneinander, das weiß ich nicht so genau.

Wohl aber, dass es mir offensichtlich nicht ganz so gut geht, wie ich es tagsüber glaube.

Wie auch?
Es ist ein Zeichen, dass mich tief im Inneren Dinge sehr belasten und irgendwo, irgendwie verarbeitet werden möchten.

Ich lese Nachrichten und Schreckensmeldungen, bekomme auf Facebook Videos zu sehen von Menschen, die Qualvolles berichten.
Und bekomme es mit der Angst.

Will eigentlich nie wieder hinsehen, darf aber auch nicht verdrängen.
Und schon gar nicht, mir etwas vor den Kindern anmerken lassen!

Wenngleich wir viel reden, so finde ich elterliche Angst hier deutlich Fehl am Platz.
Ich muss meine Rolle gut spielen.
Muss Normalität leben, Halt geben, Trost spenden, Lernmaterial vermitteln, Lebensmittel auffüllen, basteln, fördern, backen, waschen, für ausreichend Bewegung und Frischluft-Zufuhr sorgen – und dabei die vom Kummer gezeichnete Miene verstecken!
Das klappt auch ganz gut, bis zum beruhigenden Glas Wein abends im Bett – und bis in die Nacht hinein.

Aber im Schlaf oder spätestens beim Wecker-Klingeln holt mich der Mist wieder ein.
Dann wird mir bewusst, dass zwar die Sonne scheint, doch Einschränkungen, Ängste, Vorsichtsmaßnahmen und neue Regelungen nunmehr Alltag sind.

Gute und weniger gute Tage

Und in jedem Alltag gibt es gute und weniger gute Tage.

Auch in dieser gerade veränderten Welt.
Heute ist ein nicht ganz so guter. mehr „Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8“

Die Welt ändert sich und ich mich mit – Unser Wochenende in Bildern – Corona-Tagebuch – Tag 6 & 7

14+

Ich muss nicht zur Super-Mom mutieren, während der nächsten Zeit.
Wenngleich ich hier viel vom Neubeginn und Chancen schreibe (und das alles noch immer so sehe!), stellen die nächsten Wochen – oder gar Monate – für mich keine Challenge dar!

Herausforderung ist diese ungewisse Zeit schon genug, da müssen wir Mamas uns nicht nun auch noch selbst den Druck machen – und ausgerechnet jetzt das Beste an Mutter-Qualitäten aus uns hervor kramen.

Nur, weil wir jetzt daheim sind und (trotz Homeoffice und Homeschooling) bedingt durch die Tatsache, nicht mehr durch die Weltgeschichte zu tingeln, mehr Zeit haben.

Doch ich will ganz offen und ehrlich sein:

Ich genieße das enge Zusammensein und diese extra Zeit mit den Kindern (noch) sehr!

Ich wollte immer Mama sein und JA, ich lasse mir jeden Tag wenigstens ein Highlight einfallen, um die Kinder zumindest ein klitzekleines bisschen von Tablet & Co. fernzuhalten.
(Mal gelingt mir das dann mehr, mal aber auch weniger – siehe ganz unten! 😉 )

Denn jetzt ist ganz sicher auch nicht die Zeit, die Sache mit dem Medienkonsum neu aufzurollen und zu überdenken – vertagen wir dies lieber.

Wir befinden uns gerade einmal bei Tag 6 und haben bereits… mehr „Die Welt ändert sich und ich mich mit – Unser Wochenende in Bildern – Corona-Tagebuch – Tag 6 & 7“

Jeder Tag ein Neuanfang – Corona-Tagebuch – Tag 5

18+

Heute will ich nicht gerne aufstehen.
Es ist warm und schön im Bett und für einen kurzen Moment scheint alles in bester Ordnung.
Die Welt scheint in Ordnung und in diesem winzigen Augenblick wie immer.

Und würde ich jetzt einfach in den warmen Federn bleiben – es verlangt ja gerade eh niemand nach uns – dann könnte das ja vielleicht auch gelingen!
Das mit den Scheuklappen und der Schönrederei.

Doch da war ja die Sache mit der Struktur und Regelmäßigkeit.
Der Plan mit dem zeitlichen Rahmen.

Dinge, die wir für uns beibehalten wollten – und welche gerade jetzt unheimlich wichtig sind, zudem immensen Halt geben!

Noch immer stehe ich Tag für Tag morgens vorm Badezimmer-Spiegel, schlüpfe in Jeans und Oberteil, frisiere die Haare und schminke mich.
Auch, wenn ich die eigenen vier Wände nicht verlasse.

Ich mach’s für mich.  Für das Gefühl der Normalität. mehr „Jeder Tag ein Neuanfang – Corona-Tagebuch – Tag 5“