Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37

98+

„Schuhu! Schuhu!“
„Kuck mal Mama wie meine Eule fliegen kann!“
„Schau, gleich fliegt sie die Treppe runter!“
„Kuck! Kuhuuuck!“

Sekunden später flattert geschnippeltes und geklebtes Papier im Eiltempo in’s Untergeschoss.

„Ja, ja, voll schön!“

höre ich mich hastig murmeln, ohne wirklich hinzukucken.
Und das tut mir leid.
Aber ich kann gerade nicht.
Denn ich werde unterbrochen.

„Mamaaa!“
„Du musst mir mal mit der Aufgabe hier helfen“

Die große Tochter hockt am Schreibtisch und braucht kurz Hilfestellung.
Das braucht sie meistens auch wirklich nur kurz – und dennoch stöhne ich entnervt auf.
Das tut mir ebenfalls leid.

Zwei Zimmer weiter höre ich einen wütenden Aufschrei – und die Faust des Sohnes haut frustriert auf den Tisch.
Und ich zucke beim Geräusch zusammen.
Das Lyrics-Programm für den Englisch-Unterricht funktioniert nicht.
Wir blöken uns daraufhin gegenseitig an – und es tut mir leid.

„Du darfst nicht so gereizt sein, das färbt alles auf die Kinder ab“

höre ich den Gatten sagen.

Ich atme und zähle.
Schließe die Augen und wünsche mich an einen anderen Ort. Ganz weit weg von allen.

Ich fühle mich Reiz-überflutet!

Heute fühle ich mich eigenartig aggressiv und Reiz-überflutet. more „Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37“

98+

Wofür aufstehen? – Corona-Tagebuch – Tag 33

14+

„Wofür?“

nuschelt das verschlafene Kind neben mir im Bett.

Und ich kann ihr die Frage gar nicht verdenken.

Ich habe bereits die Jalousien hochgefahren, Sonnenstrahlen fallen sanft auf das zarte Gesicht und lassen wilde Locken goldblond glänzen. Äuglein sind noch dicht hinter langen Wimpern verschlossen und Wangen glühen rosig ob der heimeligen Bettwärme.
Ich möchte das Kind wecken und erhalte jene Frage auf meine Aufforderung, jetzt aufzustehen. 

Ja, wozu dieser Tage aufstehen?

Nicht selten ertappte ich mich selbst während der vergangenen Wochen, hörte mich gedanklich genau diese Frage stellen.

Wenn doch nix und niemand so wirklich auf einen wartet?

Wenn ein blödes Virus, der unsichtbare „Feind“, den wir weder sehen noch (be-)greifen können, in der Welt „da draußen“ sein Unheil treibt?

Warum und Wofür dann sollten wir überhaupt die warmen Federn verlassen? more „Wofür aufstehen? – Corona-Tagebuch – Tag 33“

14+

Warten auf’s Testergebnis – wenn Corona überall präsent ist – unser Oster-Wochenende in Bildern

16+

Samstag

Ich habe dieser Tage weder die avisierte Post vom Gesundheitsamt bekommen, noch kam der Anruf mit meinem Testergebnis.

Denn wie ich vermutet habe, scheint Corona gerade Ostern zu feiern.
(Vielleicht tut das aber auch nur das Amt)

Und doch ist „Es“ überall präsent.
Das wird uns später am Oster-Sonntag leider regelrecht vor Augen geführt.
Doch dazu später.

Da ich meines Empfindens nach lediglich die üblichen Allergie-Symptome verspüre (hundertprozentig differenzieren kann ich nach dem Anruf allerdings nicht mehr), möchte ich dieses Wochenende so normal wie nur möglich verbringen!

Vielmehr als das! more „Warten auf’s Testergebnis – wenn Corona überall präsent ist – unser Oster-Wochenende in Bildern“

16+

Ich fahre zum Corona-Test – Corona-Tagebuch – Tag 25

16+

Donnerstag.
Abermals scheint die Sonne und ich bin alleine im Auto unterwegs.

Doch ist mir heute nicht zum Singen und Grölen hinterm Steuer zumute.
Obwohl ich es doch könnte, so alleine und frei!

Nur leider überwiegt dieses eigenartige, surreale Gefühl zu sehr.

Mir ist gerade nicht nach singen.

Genau genommen könnte ich stattdessen gerade unentwegt mit dem Kopf schütteln, während ich die Autobahn entlang fahre.
Nur dieses eine Mal darf ich das wohl noch – Auto fahren – die nächsten zehn Tage nicht mehr.
Denn ich befinde mich ja bereits innerhalb der auferlegten Quarantäne welche für mich bis einschließlich den 20. April andauern soll.

Tausend Fragen im Kopf

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16+

Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24

29+

26 Stunden.
Es sind jetzt etwas mehr als 26 Stunden, in denen ich mit mir hadere und ringe, ob ich diese Zeilen hier tatsächlich schreibe.

Doch habe ich nicht selten betont, dass meine Definition von Blog eben die eines offenen Tagebuches ist.
Eines ehrlichen, öffentlich einsehbaren Tagebuches, in welchem ich Gedanken und Gefühle verarbeite – und sogar oft vielen anderen Mamas da draußen aus der Seele schreibe.

Das ist wunderschön und jedes ernst gemeinte, offene und persönliche Feedback treibt mir noch heute Tränchen der Rührung in die Augen.
Ich habe mich bewusst gegen einen Bastel-und Kochrezepte-Blog entschieden.

Entschied mich, auf andere Pfade abzubiegen, auch wenn die nicht immer safe – und gewiss auch holprig und steinig sind.
Offenbart man zu viel aus seinem Gefühls-und Familienleben macht Frau sich angreifbar.
Sehr sogar.

Es gibt immer Mitmenschen, die uns nicht wohlgesonnen sind.
Menschen voller Neid und Missgunst.
Ganz gleich, ob ich hier nun berichte, wie gut gerade alles läuft und wie glücklich wir sind – oder aber wenn dunkle Zeiten nach traurigen und nachdenklichen Texten schreien.
Einer pöbelt und lästert immer.

Also – Feuer frei:

Seit gestern ist alles ein bisschen anders. more „Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24“

29+

In Quarantäne? Im Winter als Mama normal – Gedanken zu Corona

19+

Ich wollte nichts dazu schreiben!!! Aaaargh! 

Nicht ich auch noch.
Denn ganz ehrlich?
Aktuell möchte ich einfach nur den Kopf in den Sand stecken und verdrängen.
Solange, bis „Es“ vorüber ist.

Dieses „Es“ (ich bekomme das Wort weder über die Lippen, noch in die Tasten), welches mich und meine Familie gefälligst nicht tangieren soll!
Dieses „Es“ welches wir jetzt einfach mal aussitzen.

Zwar mit vielleicht etwas gewascheneren Händen als sonst und wenigen, sinnvollen Vorsichtsmaßnahmen – aber dennoch zuversichtlich und positiv gestimmt.

Dieses „Es“, welches gefälligst nicht alles, aber auch alles, madig machen soll und jedem stinknormalen Tag einen faden Beigeschmack verleiht!

So war zumindest mein ganz eigener gedanklicher Plan.

Corona sollte mich so wenig wie möglich beeinflussen und drüber schreiben wollte ich auch nicht.
Tun ja eh gerade ALLE!

Doch kann ich mich der Auswirkungen – und all der damit verbundenen Gedanken – nicht entziehen.
So sehr ich es auch versuche.

Denn „Es“ ist allein schon dafür verantwortlich, dass der Mann seit Tagen hier zu Hause auf der Couch hockt. more „In Quarantäne? Im Winter als Mama normal – Gedanken zu Corona“

19+