Vom Halt unter den Füßen und Gewinnern – Gedanken am See

9+

Die letzten vierzehn Tage haben mir ziemlich zugesetzt.
Und um ehrlich zu sein auch ein wenig den Boden unter den Füßen weggerissen.
Denn manchmal reicht eine Wendung, ein Ereignis, um ein Gefühl der verlorenen Schwerelosigkeit auszulösen.
Und um so vieles erst einmal wieder infrage zu stellen.

Weil sich eine Befürchtung und Gewissheit bewahrheitete, die wir alle verdrängten.
Und welche zuschlug, als sich nahezu jeder in einer trügerischen Gelassenheit zurück lehnte – und glaubte noch Zeit zu haben.
Dinge passieren meistens dann, wenn wirklich niemand damit rechnet.
Das ist wohl das, was man Leben nennt.

Es macht keinen Sinn, stundenlang darüber zu grübeln, was fair und unfair ist – und ob es das, was wir Leben nennen, gerade gut mit uns meint.
Und doch tun wir es.
Immer und immer wieder.

Halt finden

Doch ausgerechnet heute ist einer der ersten wenigen Tage, an dem ich glaube, den Halt wieder zu finden. mehr „Vom Halt unter den Füßen und Gewinnern – Gedanken am See“

Das verlorene Stück Selbstwertgefühl

17+

Schreibt man einen Blog, so braucht es Mut und Selbstbewusstsein.
Denn offen die eigene Meinung verkünden?
Gefühle und Gedanken brach legen oder gar Einblicke in das traute Familienleben ermöglichen?
Immer wieder Fotos von sich und seinem Leben teilen?
Dazu braucht es eine gewisse Selbstachtung und Stärke.

Und ich wage zu behaupten, ich habe Selbstwertgefühl und ich bin eine starke, stolze Frau.
Zumindest hin und wieder – und immer dann wenn es nötig ist.
Es gelingt mir ganz gut, den Schalter umzulegen und nach außen so aufzutreten, wie es gerade angepasst und erforderlich ist.
Dann bin ich alberne Grimassen-Schneiderin und mutige Schauspielerin.

Das macht mir in jenen Momenten sogar unheimlichen Spaß! 🙂
Dann möchte ich tatsächlich strahlen! 

Nicht aber immer versteht sich!
Das sind dann die Momente, in denen ihr der Frau stampfenden Schrittes und mit der vorgeschobenen Unterlippe begegnet.
Wenn die beiden Ärger-Furchen zwischen den Augen wieder besonders tief sitzen und böse Blicke blitzen. 

Momente, auf die ich nicht immer stolz bin – welche aber gleichermaßen zu mir gehören und ein Teil von mir sind. mehr „Das verlorene Stück Selbstwertgefühl“

Das Leben soll mir ein Fest sein!

7+

Die vergangen Wochen waren nicht leicht für mich.
Sie prägten und schufen neue Erkenntnisse. 

Und auch wenn das dem Ein oder Anderen nun allmählich gehörig auf den Keks gehen mag, so muss ich es nochmals erwähnen.
Es ist essentiell für den weiteren Verlauf dieses Beitrages. 😉
Ich stolperte und fiel tief.
Da war nicht nur der Verlust meiner lieben Oma sondern auch viele Dinge mehr, die bedrückten und belasteten.

Sorgen und ohnehin schon lange bestehende Zukunftsängste, Streit unter Menschen, die eigentlich zusammenhalten sollten.
All‘ das drückte sehr auf’s eigene Gemüt.

Doch immer wieder in dieser Zeit kam mir ein bestimmter Gedanke:

Meine Oma war nie der Typ, um auch nur einen einzigen Tag depressiv im Bett liegen bleiben zu wollen!
Warum also sollte ich nun diese Frechheit besitzen, mir eine derartige Denkweise zu erlauben?
Ich glaube, diese Sichtweise war wohl eine Form der Eigenmotivation und hat mir jüngst ein klein wenig den ollen Hintern gerettet! 😉

Denn wie ich bereits am letzten Wochenende von der wunderbaren Nicole Staudinger lernte, haben wir doch letztendlich unser Schicksal selbst in der Hand.
Auch dann, können wir Dinge nicht ändern und müssen diese als Teil unseres Seins annehmen.

Ist es nicht erfüllend, dann eben die eigene verquere Sichtweise zu ändern und uns an den Dingen zu erfreuen, die wir ändern und selbst in die Hand nehmen können?
Und seien es nur klitzekleine Kleinigkeiten?
Uns darauf zu konzentrieren und mit unserem eigenen winzigen Leben glücklich zu sein?

Solange wir es noch haben! mehr „Das Leben soll mir ein Fest sein!“

Denn Glück kommt wieder…

9+

„Wir passen schon auf, dass der Papa nix Dummes anstellt!“
entgegnet mir die Mittlere lachend.
Und aus dem Augenwinkel sehe ich, wie selbst mein kleinstes Kind nun verschmitzt lächelnd auf dem Badezimmer-Teppich hockt.
„Ja genau!“
stimmt das zerzauste Kind im Schlafanzug nun mit ein.
„Wir sorgen schon dafür, dass es nicht nur Döner gibt, hihi“
fügt sie schnell noch hinzu.
Und als wäre das nicht schon genug, ergänzen beide außerdem, dass der Papa wenigstens endlich mit ihnen ins Freibad gehen wird. Ganz sicher.
Denn Samstag soll es schließlich warm werden – für einen Tag 😉

Und entgegen all‘ meiner Erwartungen bin nun ich diejenige, die schwer schlucken muss.

Die wollen mich einfach so gehen lassen!? mehr „Denn Glück kommt wieder…“

Unser Weg zurück in den Alltag

17+

Während ich diese Zeilen hier schreibe, fährt gerade das Auto des Gatten im Hof vor.
Es ist kurz vor 21 Uhr am Freitag Abend und nach einem sehr langen Arbeitstag – heute in Hamburg – wird es nicht lange dauern, und der mir Angetraute schlummert erschöpft auf der Couch ein.
Und das ist in Ordnung so, denn DAS ist normal. Das ist Alltag.

Ebenso, wie die Mittlere heute Abend nicht zu Hause ist.
Denn heute darf sie bei ihrer Freundin übernachten. Heute habe ich es ihr erlaubt.
Heute musste ich es ihr sogar gewähren, wenngleich ich aus Gründen kein großer Fan von Übernachtungs-Parties bin.
Sowohl bei uns, als auch wenn die Kinder außer Haus schlafen möchten.
Doch auch wenn ich weiß, dass mein Kind in dieser Nacht wohl nicht viel zum eigentlichen Schlafen kommen wird, so hat sie Eines genau jetzt verdient:
Normalität und Alltag!

Der Sohn verweilt oben in seinem Zimmer, denn Freitags (und nur dann) darf er nach einer normalen Schulwoche die Playstation wieder anschalten.
Auch das sei ihm gegönnt, ganz genau so wie die Kleinste nun gerade faul auf dem Sessel lümmelt, noch ein bisschen wach bleiben und den dümmlichen Geschichten von Familie Peppa-Sackgesicht-(Pardon!!)Wutz folgen darf.
Ja, das darf mein kleinstes Kind nun.
Denn all‘ das ist normal und hin und wieder unser kleiner Familien-Alltag.
Und genau diesen möchte ich für meine Kinder nach dem gestrigen Tag erkämpfen und wiederherstellen. mehr „Unser Weg zurück in den Alltag“

Leise

5+

„Schreib‘ am Besten jetzt mal was Lustiges“
sagte der Mann auf meine Frage, wie es in diesen Tagen auf jenem Blog hier weiter gehen soll.
Denn ganz ehrlich? Ich wusste es nicht wirklich.
Das Einzige, was ich weiß ist, dass es weiter geht und auch sehr bald schon wieder in der gewohnten Art und Weise.
Dafür liebe ich dieses „Baby“ viel zu sehr!
Dafür warten zu viele spannende Projekte, wartet mein ganz eigenes Leben! 

Dafür schreibe, albere und lache ich viel zu gerne!

Doch dieser Tage? Möchte ich es einfach noch nicht.
Normal weitermachen.

Ich möchte noch ein klein wenig leise sein. Nur ein bisschen noch. 
Es sind aktuell einfach zu viele Gefühle und Gedanken, die ihren Raum in meinem Leben einnehmen. mehr „Leise“

Wenn die Schulzeit zum Albtraum wird

19+

„Da bin ich so froh, dass wir mit Dir damals überhaupt keine Probleme hatten“.

Ich war in der Heimatstadt und hatte nach einem Termin in Zusammenhang mit diesem Blog spontan die eigenen Eltern besucht, um für einige Minuten auf einen Tee und kurzen Plausch zu verweilen.
Bis ich wieder weiter ziehen und die Kinder von Kita und Schule abholen musste.
Gesprächsinhalt in der relativ knappen Zeit war unter Anderem auch das Thema „Mobbing während der Schulzeit“.

Und beinahe hätte ich mich am heißen Tee verschluckt, als ich die zuvor gesagten Worte aus dem Mund des eigenen Vaters hörte und nach einer kurzen Weile schließlich verarbeitete.

Da saß ich also vor einigen Wochen in der Küche meiner Eltern und alles an das sie sich erinnern konnten, war eine ruhige und nicht weiter erwähnenswerte Schulzeit der großen Tochter.
Alles „normal“ und nicht der Rede wert.
Und in diesem Moment bleib ich diejenige, die einfach nur ruhig da saß und sich nix anmerken ließ.

Ungefähr so musste es wohl auch damals gewesen sein.
Denn was meine Schulzeit und insbesondere die Jahre als pubertierender Teenager betrifft, scheinen sich Geister zu scheiden – und Erinnerungen ein klein wenig verzerrt zu sein.
Doch kann ich den eigenen Eltern überhaupt nix vorwerfen.

Ich glaube, ich war seinerzeit wirklich nicht in der Lage zu reden.
Darüber, was in mir vorging und wie es der eigenen Seele ging.
Ich schwieg und ließ Jahre verstreichen.

Doch möchte ich dies heute, fünfundzwanzig Jahre später, gerne ein klein wenig nachholen.
Weil es mir aktuell ein besonderes Bedürfnis ist.

Denn Fakt ist:

Meine Schulzeit war der Horror! mehr „Wenn die Schulzeit zum Albtraum wird“

„Echte Bären fürchten sich nicht“

1+

*Rezension. Schon früh kitzelt die Sonne in der noch sehr verschlafenen Nase und lässt auf einen wundervollen Spätsommer-Tag hoffen. Doch der Schein trügt, schon jetzt lässt sie sich nicht mehr leugnen. Die Tatsache, dass dies nicht ewig so weiter gehen kann.

Der Sommer 2018 war gut zu mir, zeigte sich von seiner prächtigsten und mir liebsten Seite. Ja, wir waren verliebt, wir beide, haben die gemeinsame Zeit in vollsten Zügen und ich mit jeder Faser des nach Vitamin-D lechzenden Körpers genossen. Doch zeigt er sich bereits schon etwas verhalten, lässt sich nur noch zeitweise am Tag blicken. Die Wiese vorm Haus glitzert von Tau überzogen im frühen Sonnenlicht, selbst Nebelschwaden sehe ich in der Ferne und fröstele arg beim verzweifelten Versuch, auf die Schnelle eine geeignete Jacke für die nur ganz knapp zweistellige Temperatur zu finden.

Er steht schon in den Startlöchern. Der Herbst. Möchte mit meinem besten Freund konkurrieren und ebenfalls mit Vorzügen und Annehmlichkeiten glänzen. Und während ich auf dem Weg zum Kindergarten die Hand der Kleinsten halte und abwäge, ob denn heute tatsächlich noch einmal ein Freibad-Besuch möglich sein könnte, ertappe ich mich bei gar ganz anderen Gedanken.

Sie funken mir einfach so dazwischen, so ganz untypisch und ungeplant.

„Ich könnte sie auch einfach jetzt einschlafen lassen, diese Liebe, die so langsam nur noch zartblau am Himmel verblasst. Das Feuer am Himmel, welches nunmehr nicht mehr ganz so brennt und strahlt. Es ist mir nicht mehr so bedeutsam.“

Und fast, aber nur fast, könnte ich mich bei der Vorstellung erwischen, mich auf den Herbst sogar ein ganz klein wenig zu freuen! 

Denn beim Gedanken an den Geruch von frischem Laub und süß duftendem Tee, die Vorfreude auf neue Boots und kuschelige Pullis wird mir in der Tat ein wenig wohlig warm um’s Herz.
Und ich freue mich auf Zeit! Endlich wieder Zeit zum Drinnen-sein.
Ohne schlechtes Gewissen. Zeit zum Malen und Basteln mit den Kindern.

Und zum Vorlesen.  mehr „„Echte Bären fürchten sich nicht““

Now and Then: Von Überbehütung und falscher Sorglosigkeit

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Und plötzlich ist er wieder ganz klein. Kommt zu uns ins Schlafzimmer und möchte zwischen uns im Bett liegen. Weil er nicht schlafen kann und unsere beruhigende Nähe sucht.

Es dauert nur wenige Minuten und da ist er eingeschlafen. Wohlbehütet zwischen Mama und Papa, die eben doch manchmal noch Halt und Trost geben müssen. Obwohl er schon so groß ist. Mein größtes Baby. Mein Zehnjähriger.

Doch heute war auch ein harter Tag für ihn. Wir haben ihm etwas zugemutet. Bewusst. Weil wir ihm es zugetraut haben und auch einer solchen Situation „aussetzen“ wollten. Weil es zum Leben, aufwachsen und den-Gang-der-Dinge-verstehen einfach dazu gehört.
mehr „Now and Then: Von Überbehütung und falscher Sorglosigkeit“