Warum Plätzchen-backen mit Kindern manchmal so richtig kacke ist!

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Warum backen wir eigentlich mit den Kindern Plätzchen?

Weil das zur Vorweihnachtszeit dazu gehört?
Weil es so schön heimelig und besinnlich ist?

Oder weil es in uns selbst Kindheitserinnerungen weckt – und „In der Weihnachtsbäckerei“ NUR während des Plätzchen-Backens lautstark geträllert und gehört werden darf!?

Und zwar wirklich nur dann!
(Weil sonst extrem unsexy und nervtötend! Sorry!!! Rolf)

Weil wir nur SO gute und vorbildliche Mamis sind (was für ein Bullshit!)  – und weil die Bilder auf Insta im Anschluss so hübsch präsentiert werden können?

Weil es lecker schmeckt und das Haus so wunderbar dabei duftet?

Oder gar, weil so ein blödes Blogger-Schaf erst kürzlich noch vom Zauber der Vorweihnachtszeit schrieb? (Oaaarrr! Ich hatte ja KEINEN Schimmer!!! 😉 )

Eventuell auch, weil…

…die Kinder danach fragen und schreien – „wir“ aber eigentlich gar nicht „in the fucking mood“ für „Leckerei“ und „Kleckerei“ aus der „Bäckerei“ sind – und ganz andere Sachen im Kopf haben und machen wollen!

Tausend Gründe, JETZT Plätzchen zu backen

Weil aber der Nachmittag schon wieder so furchtbar dunkel und trist daher kommt – und der Nachwuchs IRGENDWIE um jeden Preis (!)  beschäftigt werden muss!

Bis es dann endlich, endlich Bettgeh-Zeit ist!
(Und die ist bei größeren Kindern spät! Seeehr spät!!) 

Weil uns die Ohren dröhnen vom Gezeter und Gezanke im Haus – und weil uns allen schon jetzt (Leute! Es ist erst Dezember!!!) ganz grausig die Decke auf den Kopf fällt!

Oder weil möglicherweise Minuten vorher beim Musik-lernen der Schnellhefter durch’s Zimmer der Mittleren flog?!

Und weil das eventuell, vielleicht sogar nur so ein bisschen, die Mama selbst war?

(Ich hatte allerdings NICHT geplant, dass während jenes temporären Kontrollverlustes gleich ALLE Zettel im Hefter filmreif durch’s Zimmer flattern! 😉 )

Ja, es gibt abertausend Gründe, warum viele, viele Mamas in diesen Tagen viele, viele Plätzchen backen.

Doch soll ich Euch mal was verraten?

Das IST gar nicht immer heimelig und herzallerliebst!

Besinnlich und entzückend!

Nah!
HEUTE wünschte ich mir, ich hätte das dämliche Plätzchen-Backen nie angefangen! Ehrlich nicht!

Und wann ich mich in dieser (heute erkläre ich sie als viel zu überbewertet!) ganz besonderen Adventszeit noch einmal dazu aufraffen werde, steht aktuell auch noch in den Sternen.
(Vermutlich wird er mich bereits morgen schon wieder dazu überreden, der garstige Nachwuchs!)

Harmonie? Sieht irgendwie anders aus!

Ich wollte also gar nicht mit den Kindern backen, machte es aber trotzdem heute Nachmittag.

Das klingt doch schon mal nach den besten Voraussetzungen für eine harmonische und tiefenentspannte Mama-Kinder-Aktion!
Oder etwa nicht? 😉

Aufgewühlt, genervt und ärgerlich war ich von den vorhergehenden Bemühungen, dem mittleren Kind Lernen nach und mit System näherzubringen.
(Für so etwas stellt das Gymnasium sogar extra einen „Methoden-Trainer“ zur Verfügung – von beiden großen Kindern noch niemals freiwillig durchgeblättert!)

Angeödet fühlte ich mich ebenfalls vom tristen Grau da draußen – und der Tatsache immer nur das elendige eigene Wohnzimmer zu sehen!

Weil verständlicherweise nicht mehr viel los ist auf der Gasse – ab morgen sogar in unserem Landkreis mit nächtlicher Ausgangssperre!
(Schaade aber auch! Dabei wollte ICH doch so gerne ab 21 Uhr mal so richtig, richtig auf die Kacke hauen! *Ironie off*)

Nachdenklich fühlte ich mich ebenso, stand doch am Folgetag die Krebsvorsorge beim Gynäkologen an – und ehrlich gesagt ist mir vor so etwas immer ein klein wenig bange.

Jetzt stand ich aber da.
In meiner Küche.

Zusammen mit den Mädels, emsig darum bemüht, Backzutaten aus den Schränken zu kramen und Schüssel, Waage und Backbleche bereit zu legen. (Denn das ist mein Job, als “gute“ Mama) 

Noch während des beschäftigten „Kruschpelns“ kam es meiner kleinsten Tochter allerdings in den Sinn, noch am selbigen Abend die neue Badekugel vom „Nikolaus“ (Blöder Depp!!) ausprobieren zu wollen.

Inklusive ausgiebiger Pferde-Spielezeit mit der Mama am Wannenrand!
(Hab‘ ich immer besonders viel Bock drauf! 😉 )

Es dauerte weitere geschlagene zwanzig Nerven-zusammenbrechende-Minuten (ich sagte demnach „Nein“ 😉 )  bis endlich, endlich  Zutaten in der Schüssel vermengt werden konnten.

Nun also hatte mein Kind zwar akzeptiert, dass im Anschluss an das gemeinsame Backen KEINE spätabendliche Bade-Orgie mehr folgen sollte, doch die Harmonie wollte sich nicht mehr so richtig einstellen.

Ein heftiger Zickenkrieg zwischen den beiden Schwestern entfachte – denn schließlich galt es, oberwichtige Aufgaben wie das Abmessen von Mehl und Zucker aufzuteilen und zu koordinieren.

Während Mehl staubte und feurige Funken flogen, wedelte ICH in der Zwischenzeit mit dem Küchenlappen auf allen Vieren knieend auf dem Boden umher.

Schadensbegrenzung – um wenigstens nicht den kompletten (!) Fussboden im Untergeschoss mit Mehl-Teig-Knatsche bedeckt zu wissen.

Sorry Leute! Das ist NICHT schön und besinnlich! Echt nicht!
Und das macht mir auch keinen Spaß!!

Nachdem endlich wieder Frieden geschlossen wurde, begann der Frontalangriff auf die meinen mütterlichen Hörnerven.

„Alexaaah!!!“

„Spiele Last Christmas“

Gut, kann man mal hören. Zur Weihnachtszeit.
Gehört ja irgendwie dazu.

Aber-nicht-zwanzig-Mal-in-der-Endlosschleife!!

Lautstark und für einen klitzekleinen Moment happy grölten die zwei nervtötenden Schwestern mit.

Bis sich der Bruder dazu gesellte.

Vom Geklapper in der Küche neugierig geworden, hatte auch mein großes Pubertier EINMAL seine Höhle verlassen, um zumindest partiell, minutenweise, an der Gemeinschafts-Aktion teilzuhaben.

Während jener kurzen (seeehr kurzen!) Phase entstand übrigens das Beitragsbild! 😉

Sieht es nicht wunderschön und überaus reizend aus?

Mache ICH das als überaus geduldige und engagierte Mama nicht ganz und gar wundervoll mit meinen Kindern?
Könnte ich Euch jetzt so weismachen, aber:

Am Arsch!!!!

Denn nur Minuten später fühlte ich mich erneut an diesem Tag als mütterlicher Total-Versager.

Der Sohn hatte sich inzwischen ob des Presslufthammer-lauten Gesangs der wieder-vereinten Töchter vergraulen lassen

„EY! Jetzt halt endlich Deine blöde Klappe!“ – Sohn an die Mittlere

„Du NERVST!“

(Doch, doch! Ich bin mir sicher, sie lieben sich! 😉 ) 

Während die Mädels fleißig Sterne, Engel und Nikoläuse ausstachen, scrollte ich gelangweilt durch mein Handy.
(Denn manchmal muss Mama auch nur so TUN, als ob sie MIT den Kindern backt! 😉 )

Und wurde dabei von Google Fotos an ein Ereignis von vor fünf Jahren erinnert.

Als ich mit der Kleinsten über Nikolaus im Krankenhaus war – und mein damals zweijähriges Kind tapfer ihre Nieren-Reflux-Operation hinter sich brachte.

So goldig sah sie aus auf dem Foto!

Im Krankenhausbett mit der bunt-bedruckten Kinderbettwäsche.
Zugang in der einen Hand, Lieblings-Kuscheltier nebst Puppe in der anderen.

Strahlte auf dem Bild, als wäre nichts gewesen – und ließ mich heimlich und rührselig das kleine Kindchen da im Bett zurück wünschen.

Ich kam nicht umhin, dem Kind jene Erinnerung zu zeigen.

Welch fataler Fehler!

Denn ein klitzekleines Detail war mir auf dem Foto leider entgangen:

Mein Kind, welches gerade beide Hände tief im Teig stecken hatte, erkannte auf dem Bild jene Lieblings-Baby-Trink-Flasche wieder, welche wir vor ungefähr einem Jahr aussortierten.

Und begann bitterlich zu kreischen und zu heulen.
(Wir haben ein klitzekleines, dezentes Problem mit dem „Loslassen“ materieller Dinge! 😉 ) 

Ein zweiter Nervenzusammenbruch also at it’s best!

(Zitat kleinste Tochter: „Ich hab‘ heute halt ’nen Scheiß-Tag, okay??!“ – Fäkalsprache können wir. Alle. 😉 ) 

Und DAS beim ach so harmonischen Plätzchen-backen.

Ich hab‘ wohl alles falsch gemacht

So wie es aussieht, habe ich an jenem einzigen dusteren Dezember-Tag so ziemlich alles falsch gemacht, was Mamas nur falsch machen können (Ihr kennt diese Tage mit dem „falsch geschnittenen“ Butterbrot) – und eine Reihe ziemlich blöder Entscheidungen getroffen!

Und wisst Ihr was?

Das gemeinsame Plätzchen-backen gehört definitiv dazu!

Lasst Euch nicht von hübschen Fotos blenden! 😉

P.S.:

So richtig den Vogel abgeschossen habe ich allerdings am Folgetag.

Dann nämlich, als ich im Anflug mütterlichen Aufräum-Wahns ein vermeintlich achtlos am Waschbecken-Rand abgelegtes, zusammengeknülltes Häuflein Toilettenpapier im Klo herunter spülte.

Wie sich später herausstellte, befand sich in eben jenem Knäuel Klopapier ein winzig kleines Schleich-Pferde-Halfter aus Stoff.
DAS Lieblings-Halfter der Kleinsten, welches sie zuvor gewaschen und fürsorglich im Toilettenpapier zum Trocknen eingewickelt hatte!

Ratet, wer im Anschluss der schrecklichste Mensch auf Erden war! 🙁

#shithappens #manntutmirdasjetztleid!

Eure 

Alex

 

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One thought on “Warum Plätzchen-backen mit Kindern manchmal so richtig kacke ist!

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