Mutti pubertiert! Ein Abend mit Dr. Jan-Uwe Rogge

Ich befinde mich in der Pubertät!
Ja, richtig: ICH!
Nicht etwa „wir“, denn erstens war ich schon immer ein Befürworter sogenannter Ich-Botschaften, und zweitens meine ich tatsächlich meine werte, eigene Person.

Alexandra R. L. – genannt Alex – , geborene B., 39 Jahre, hochgewachsen, weiblich.
Denn eigentlich bin ich diejenige, die in letzter Zeit echt ab und an ganz schön am nicht mehr ganz so schnittigen und glänzenden Rädchen dreht! Ja, fast könnte ich mir mein derzeitiges Verhalten gar nicht anders erklären. Muss so sein!

Ich poste Stinkefinger-Bilder auf Instagram, räche mich in Wort und Text an meiner Jugend, stampfe bockig und hilflos unter Zornesröte mit dem Fuß – nur ganz knapp am garstigen Lego vorbei – und hau gerne auch mal hin und wieder mit der Faust auf den Tisch. So sehr, dass die Teller wackeln.
ICH bin diejenige, die himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt ist.
Denn aktuell scheinen im mütterlichen Gefühlsleben nur eben jene zwei Stimmungslagen vorzuherrschen. Ich himmele Menschen an, die ich nicht anhimmeln sollte, finde Andere wiederum umso blöder, schreibe und tue ab und an lächerliche Dinge, schmeiße Jobs hin und bin mir gelegentlich selbst nicht mehr lieb.
Muss die Seele streicheln mit hübschen Boots aus feinstem Leder oder rebellisch-dusteren Nieten-Tretern. 

Und möchte ein Tattoo!
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Und ich wollte immer in die Großstadt: Ein Plädoyer für’s Leben auf dem Land

Ich habe sie geliebt! Die Zeit, in der der jetzige Ehemann in Toronto lebte und ich ihn so oft es nur ging besuchen kam. Untergetaucht in einer Millionen-Metropole, das „Condo“ im 13. Stock des wohl zentralsten Wohngebäudes Downtown. Vom Wohnzimmer aus schweifte mein Blick auf Banken und Wolkenkratzer, zur anderen Seite auf den See und die Harbour-Front. Ich erinnere mich an Stunden, die ich durch die Straßen streifte. Während der Freund arbeitete, verbrachte ich meinen Urlaub damit, mir hippe Szene-Cafes anzuschauen, in den stylischten Läden zu shoppen und mit tief herunter gezogener Mütze (es waren -18 Grad) durch Toronto’s Queen-Street zu flanieren.

Ich liebe diese Stadt noch immer über alles und möchte irgendwann wieder dort hin.
Zu unseren Freunden und zum alten Leben. Auf Besuch und mit allen drei Kindern!
Doch ist sie aktuell nicht mehr mein Leben. Sie ist nicht mehr unser Leben oder gar das der drei Kinder. 

Denn wir wählten für diese drei wunderbaren Menschen ein ganz Anderes:

Das Leben auf dem Land. mehr „Und ich wollte immer in die Großstadt: Ein Plädoyer für’s Leben auf dem Land“

Wenn’s mal wieder scheiße läuft…

In mir brennt ein Feuer. Nein, es ist ein Sonnensturm. Ich koche und glühe. Tausend Nadelstiche foltern und quälen mich, lassen es fast unerträglich erscheinen. Dieses Gefühl. Dieses Gefühl kurz vor der Explosion, vorm Super-Gau, dieser Moment, in dem die Nerven nicht dünner sein könnten, ganz knapp vorm Zerreißen. Dieses lähmende Gefühl des Nicht-mehr-Aushaltens. Ich möchte mir Augen und Ohren zu halten und einfach fort sein. An einem anderen Ort. Gerade in diesem Moment.
Doch muss ich genau jetzt präsent und stark bleiben! Und vor allem ruhig. 

Es ist einer dieser Abende, an dem mich meine eigenen Kinder in den Wahnsinn treiben! mehr „Wenn’s mal wieder scheiße läuft…“

Die Sache mit der Konsequenz

Sie bekommt immer diese Hektik-Flecken wenn sie sich furchtbar aufregt. Wie ein Streuselkuchen sieht sie aus, auf der Stirn. Und sitzt nun völlig aufgelöst und schluchzend hinten im Auto. Ja, gerade jetzt hat sie allen Grund sich aufzuregen. Doch ich nicht weniger. Ich bin gerade die furchtbarste und gemeinste Mutter auf Erden. Aus ihrer Sicht und aus der Sicht so manch Anderer womöglich auch.

Und diese Gewissheit bringt mich kurze Zeit später dazu, heulend auf der Treppe nieder zu sacken. Jetzt, wo sie es nicht sieht. Weil sie gerade mit irgendetwas Anderem beschäftigt ist. Denn sie hat sich mittlerweile längst wieder beruhigt. Nicht aber ich. mehr „Die Sache mit der Konsequenz“

Denn ständig faselt das Muttertier: Bullshit-Ansagen

Heute war ich genervt! Aus den unterschiedlichsten Gründen, die jedoch alle irgendwie nicht wirklich etwas mit den eigenen Kindern zu tun hatten. Es waren vielmehr andere Dinge, die mir gehörig gegen den Strich gingen, das mütterliche Gemüt strapazierten und mich innerlich quälten. Dinge, die es noch immer zu erledigen gilt und zu eben jenen mir stets die Zeit fehlt. Welche wiederum unaufhaltsam wie der feine Bade-Sand des Nagers durch die Finger sickert.

Verpflichtungen zu denen ich nicht „Nein“ sagen konnte, dies aber so sehr müsste und wollte.
Dieses „monthly“ wiederkehrende Unwohlsein welches Frau Mutter griesgrämig vor sich hin muffeln läßt!

Der viel zu frühe Morgen und das in Rekord-Zeit verstrichene lange Wochenende…

All das führte zu einer Mama, die alles Andere als „amused“ war und mündete in einer Reihe an Aus- und Ansagen, die Mutter im Laufe eines nur einzigen Tages an ihre Brut richtete. Alles Bullshit-Ansagen! mehr „Denn ständig faselt das Muttertier: Bullshit-Ansagen“

Now and Then: Von Überbehütung und falscher Sorglosigkeit

Und plötzlich ist er wieder ganz klein. Kommt zu uns ins Schlafzimmer und möchte zwischen uns im Bett liegen. Weil er nicht schlafen kann und unsere beruhigende Nähe sucht.

Es dauert nur wenige Minuten und da ist er eingeschlafen. Wohlbehütet zwischen Mama und Papa, die eben doch manchmal noch Halt und Trost geben müssen. Obwohl er schon so groß ist. Mein größtes Baby. Mein Zehnjähriger.

Doch heute war auch ein harter Tag für ihn. Wir haben ihm etwas zugemutet. Bewusst. Weil wir ihm es zugetraut haben und auch einer solchen Situation „aussetzen“ wollten. Weil es zum Leben, aufwachsen und den-Gang-der-Dinge-verstehen einfach dazu gehört.
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