„Mean Mom“ – wenn Kinder größer – und Entscheidungen schwieriger werden

20+

Sie sitzt hinter mir im Auto und verschränkt demonstrativ die Arme.
Senkt den Blick nach unten, und lässt jegliche Annäherungs-und Erklärungsversuche gezielt und unterkühlt abblitzen.
Und während ich mit Engelszungen auf das Kind einrede, beteuere, sie nicht bewusst und wissentlich „angelogen“ zu haben – während ich versuche, einen aus ihrer Sicht gefühlten Vertrauensbruch wieder mit versöhnlichen Worten zu kitten, komme ich in’s Überlegen.
Denn selbst in dieser Situation zweifel und wanke ich!

Will ich mich hier überhaupt überschwänglich und ausschweifend erklären und entschuldigen?
Muss ich das?
Oder wäre es jetzt nicht besser, einfach starr den Blick nach vorne – auf’s Lenkrad – zu richten und das Kind in seiner Rolle aufgehen und letzten Endes auflaufen zu lassen?
Denn ohne Reaktion wäre vermutlich das „Spiel“ schnell uninteressant.

Aber spielt sie überhaupt eine Rolle?
Und drückt gerade gezielt diverseste Knöpfe der gerade ohnehin vor Emotionen überquellenden mütterlichen Kommando-Zentrale?
Haut sie nicht gerade wissentlich und absichtlich auf den fetten roten Buzzer, um das Gewissens-Monster sich weiter auftürmen zu lassen? Um es noch lauter brüllen – und mit geballten Fäusten mich selbst ziemlich klein und kläglich dastehen zu lassen?

Oder habe ich hier wirklich einen Fehler begangen, den mir mein – mir gerade ziemlich fremdes – Kind noch Jahre später vorwerfen wird? mehr „„Mean Mom“ – wenn Kinder größer – und Entscheidungen schwieriger werden“

Ein Jahr Gymnasium: Puh!

11+

Die lieben Blogger-Kolleginnen von „Stadt-Land-Mama“ zogen kürzlich Bilanz nach einem Jahr weiterführende Schule – und ich möchte dies als Anlass nehmen, genau das einmal selbst zu tun.
Denn während des Lesens eben jenes Artikels fiel mir auf, dass ich nunmehr – nach einem Jahr Gymnasium – auch auf einige neue Erkenntnisse und Erfahrungen zurückblicken kann.
Einsichten, welche ich gerne hier mit Euch teilen möchte.

Und da gerade Abi-Streiche, Matinees & Co. stattfinden – und zwei Wochen vor Ferienbeginn ohnehin auf dem Gymnasium des Nachbarstädtchens „nicht mehr viel läuft“, kann wohl auch ich bereits jetzt schon Bilanz ziehen.

Doch zuvor lasst mich bitte einmal tief durchatmen. Denn

Puh! Ich bin erledigt! mehr „Ein Jahr Gymnasium: Puh!“

Solange ich noch auf dem Spielplatz sitzen darf – Zukunftsgedanken

31+

Es war mir eine Weile ein Graus.
Ja, ganz ehrlich.

Ich fand’s furchtbar langweilig und hätte in der Zeit lieber die effektivsten Dinge angestellt.
Hätte gerne Anstehendes erledigt und wäre liebend gern ein klein wenig schneller vorangekommen.
Nur so’n bisschen wenigstens.

Statt mit den Schuhen im grobkörnigen, staubigen Sand zu stehen und Hilfestellung zu geben.
Hier auf dem örtlichen Spielplatz. 
Immer und immer wieder.

So, wie es gerade Mama und Papa von Klein-Konstanze (*Name von der Autorin geändert 😉 ) gerade tun.
Absolut hingebungsvoll ermutigen beide (!) das unbeholfene schüchterne Mädchen – vermutlich (nein ganz sicher!) das erste Kind – den Schwung die kurze, metallene Rutsche hinunter zu wagen.

„Möchtest Du es nicht noch einmal versuchen, mein Schatz?“

spricht Konstanze-Papa im absolut korrekten Hochdeutsch.

Konstanze-Mutter, Enddreißigerin im Seidentuch, zückt derweil die Apfelschnitzchen und Feuchttücher.
Stets darum bemüht, das kleine Kind so hygienisch rein wie nur möglich zu belassen.
„Die sind nicht von hier“
muss ich in diesem Moment unweigerlich denken.

Besuch aus dem feinen Norden, vermutlich Großstadt, so stelle ich mir das schon eher vor.

Und ganz sicherlich wird Konstanze-Mutter in den nächsten Monaten bereits wieder voll in’s Berufsleben einsteigen und nahtlos die führende Position eines großen Konzerns wieder übernehmen.
Konstanze wird ihre Apfelschnitzchen von einer staatlich geprüften Tagesmutter bekommen und ebenfalls von dieser die Kieselsteine aus den piekfeinen Schühchen gepustet bekommen.

Nun, dem Alter, in dem ich an der Rutsche Hilfestellung geben muss, bin ich längst entwachsen.
Während ich also hingegen mit meiner Latte auf der Bank in der Sonne sitze, werden alle jäh aus ihrem emsigen Treiben gerissen:
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