Ich will doch nur nicht durchdrehen – Corona-Tagebuch – Tag 46

34+

Mein vorletzter Text hier auf diesem Blog bekam unfassbar viel Zuspruch.
Wenngleich ich die Veröffentlichung jener völlig eigenen Gedanken und Empfindungen zu dieser ganz und gar eigenartigen Zeit zuvor so sehr fürchtete.

Ich bekam private, liebevolle Nachrichten.
(Danke dafür!!!)

Nachrichten, in denen mir Frauen dafür dankten, ihnen so sehr aus der Seele zu schreiben.

Anerkennung war ebenfalls dabei, gefolgt von vielen, vielen „Daumen hoch’s“ und Herzen.
Insbesondere auf anderen Plattformen, auf welchen der Artikel ebenfalls vertreten war.

Doch wer eine Meinung kundtut, muss – gerade auf den sozialen Netzwerken – auch mit übelsten Anfeindungen und Beschimpfungen zurecht kommen.
Das ist so – und leider nicht wirklich meine größte Stärke.

Ganz im Gegenteil:

Ich nehme mir Worte und abfällige Kommentare sehr zu Herzen.

So sehr, dass… mehr „Ich will doch nur nicht durchdrehen – Corona-Tagebuch – Tag 46“

Geiler wird’s nicht mehr – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 41 & 42

21+

Schwer fallen die müden Augenlider immer wieder zu.
Doch noch kämpfe ich.
Schließlich muss ich ja die Lage checken.

Ich blinzle also angestrengt und stelle fest:

„Aha. Sie hat wohl ihr Leben noch immer nicht im Griff“

Getrost kann ich also weiter dösen.

Hin und wieder zucken Bilder vor den eigenen Augen auf – und ich beobachte die leicht alternativ angehauchte, unfrisierte Mittzwanzigerin beim Scheitern und Stolpern während ihrem Weg durch ein verkorkstes, Alkohol-durchtränktes und Nikotin-umnebeltes Leben.

Es ist weit nach Mitternacht und ich möchte Zeit für mich haben!

Endlich will ich alleine auf der Couch liegen dürfen und hemmungslos netflixen.

Nach einem langen Tag, an dem ich nur funktionierte (dazwischen hin und wieder ausgiebig schrie und motzte) – und das eigene Ich dabei ganz tief in Vergessenheit geriet.

Wie so oft in dieser eigenartigen Zeit. mehr „Geiler wird’s nicht mehr – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 41 & 42“

Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37

98+

„Schuhu! Schuhu!“
„Kuck mal Mama wie meine Eule fliegen kann!“
„Schau, gleich fliegt sie die Treppe runter!“
„Kuck! Kuhuuuck!“

Sekunden später flattert geschnippeltes und geklebtes Papier im Eiltempo in’s Untergeschoss.

„Ja, ja, voll schön!“

höre ich mich hastig murmeln, ohne wirklich hinzukucken.
Und das tut mir leid.
Aber ich kann gerade nicht.
Denn ich werde unterbrochen.

„Mamaaa!“
„Du musst mir mal mit der Aufgabe hier helfen“

Die große Tochter hockt am Schreibtisch und braucht kurz Hilfestellung.
Das braucht sie meistens auch wirklich nur kurz – und dennoch stöhne ich entnervt auf.
Das tut mir ebenfalls leid.

Zwei Zimmer weiter höre ich einen wütenden Aufschrei – und die Faust des Sohnes haut frustriert auf den Tisch.
Und ich zucke beim Geräusch zusammen.
Das Lyrics-Programm für den Englisch-Unterricht funktioniert nicht.
Wir blöken uns daraufhin gegenseitig an – und es tut mir leid.

„Du darfst nicht so gereizt sein, das färbt alles auf die Kinder ab“

höre ich den Gatten sagen.

Ich atme und zähle.
Schließe die Augen und wünsche mich an einen anderen Ort. Ganz weit weg von allen.

Ich fühle mich Reiz-überflutet!

Heute fühle ich mich eigenartig aggressiv und Reiz-überflutet. mehr „Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37“

Wofür aufstehen? – Corona-Tagebuch – Tag 33

14+

„Wofür?“

nuschelt das verschlafene Kind neben mir im Bett.

Und ich kann ihr die Frage gar nicht verdenken.

Ich habe bereits die Jalousien hochgefahren, Sonnenstrahlen fallen sanft auf das zarte Gesicht und lassen wilde Locken goldblond glänzen. Äuglein sind noch dicht hinter langen Wimpern verschlossen und Wangen glühen rosig ob der heimeligen Bettwärme.
Ich möchte das Kind wecken und erhalte jene Frage auf meine Aufforderung, jetzt aufzustehen. 

Ja, wozu dieser Tage aufstehen?

Nicht selten ertappte ich mich selbst während der vergangenen Wochen, hörte mich gedanklich genau diese Frage stellen.

Wenn doch nix und niemand so wirklich auf einen wartet?

Wenn ein blödes Virus, der unsichtbare „Feind“, den wir weder sehen noch (be-)greifen können, in der Welt „da draußen“ sein Unheil treibt?

Warum und Wofür dann sollten wir überhaupt die warmen Federn verlassen? mehr „Wofür aufstehen? – Corona-Tagebuch – Tag 33“

Alles negativ – das Testergebnis – Corona-Tagebuch – Tag 30

34+

Ich könnte hier an dieser Stelle natürlich den Spannungsbogen aufbauen und ganz weit ausholen.
Doch will ich das nicht.

Denn so sehr mich Eure Wünsche und Kommentare in der letzten Woche berührten (Ganz lieben Dank dafür!!!), so war ich gleichermaßen auf eine bedrückende Art und Weise erstaunt.

Erstaunt darüber, wie erst eine solche Situation, ein derartiges Thema, Zahlen auf meinem Blog in die Höhe sprießen lies.
Und der Statistik einen lang ausgebliebenen Boost verlieh.

Denn ich setze mich weder gerne in Szene noch in den Mittelpunkt.

Wenngleich ich in meinen Texten ganz offensichtlich hier und da gerne die Drama-Queen spiele. 
Worst-Case-Gedanken sind eine meiner Spezialitäten, nennt mich auch gerne wahre Meisterin darin. 😉

Doch schildere ich hier nun einmal stets offen und ehrlich meine ganz eigenen Gedanken und die gerade in jenem Moment vorherrschenden Gefühle.
Dass ich damit eine gewisse Sensations-Neugierde fütterte, erschrak mich ehrlich gesagt ein wenig.

Daher hier nun gleich zu Beginn:

mehr „Alles negativ – das Testergebnis – Corona-Tagebuch – Tag 30“

Warten auf’s Testergebnis – wenn Corona überall präsent ist – unser Oster-Wochenende in Bildern

16+

Samstag

Ich habe dieser Tage weder die avisierte Post vom Gesundheitsamt bekommen, noch kam der Anruf mit meinem Testergebnis.

Denn wie ich vermutet habe, scheint Corona gerade Ostern zu feiern.
(Vielleicht tut das aber auch nur das Amt)

Und doch ist „Es“ überall präsent.
Das wird uns später am Oster-Sonntag leider regelrecht vor Augen geführt.
Doch dazu später.

Da ich meines Empfindens nach lediglich die üblichen Allergie-Symptome verspüre (hundertprozentig differenzieren kann ich nach dem Anruf allerdings nicht mehr), möchte ich dieses Wochenende so normal wie nur möglich verbringen!

Vielmehr als das! mehr „Warten auf’s Testergebnis – wenn Corona überall präsent ist – unser Oster-Wochenende in Bildern“

Ich fahre zum Corona-Test – Corona-Tagebuch – Tag 25

16+

Donnerstag.
Abermals scheint die Sonne und ich bin alleine im Auto unterwegs.

Doch ist mir heute nicht zum Singen und Grölen hinterm Steuer zumute.
Obwohl ich es doch könnte, so alleine und frei!

Nur leider überwiegt dieses eigenartige, surreale Gefühl zu sehr.

Mir ist gerade nicht nach singen.

Genau genommen könnte ich stattdessen gerade unentwegt mit dem Kopf schütteln, während ich die Autobahn entlang fahre.
Nur dieses eine Mal darf ich das wohl noch – Auto fahren – die nächsten zehn Tage nicht mehr.
Denn ich befinde mich ja bereits innerhalb der auferlegten Quarantäne welche für mich bis einschließlich den 20. April andauern soll.

Tausend Fragen im Kopf

mehr „Ich fahre zum Corona-Test – Corona-Tagebuch – Tag 25“

Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24

29+

26 Stunden.
Es sind jetzt etwas mehr als 26 Stunden, in denen ich mit mir hadere und ringe, ob ich diese Zeilen hier tatsächlich schreibe.

Doch habe ich nicht selten betont, dass meine Definition von Blog eben die eines offenen Tagebuches ist.
Eines ehrlichen, öffentlich einsehbaren Tagebuches, in welchem ich Gedanken und Gefühle verarbeite – und sogar oft vielen anderen Mamas da draußen aus der Seele schreibe.

Das ist wunderschön und jedes ernst gemeinte, offene und persönliche Feedback treibt mir noch heute Tränchen der Rührung in die Augen.
Ich habe mich bewusst gegen einen Bastel-und Kochrezepte-Blog entschieden.

Entschied mich, auf andere Pfade abzubiegen, auch wenn die nicht immer safe – und gewiss auch holprig und steinig sind.
Offenbart man zu viel aus seinem Gefühls-und Familienleben macht Frau sich angreifbar.
Sehr sogar.

Es gibt immer Mitmenschen, die uns nicht wohlgesonnen sind.
Menschen voller Neid und Missgunst.
Ganz gleich, ob ich hier nun berichte, wie gut gerade alles läuft und wie glücklich wir sind – oder aber wenn dunkle Zeiten nach traurigen und nachdenklichen Texten schreien.
Einer pöbelt und lästert immer.

Also – Feuer frei:

Seit gestern ist alles ein bisschen anders. mehr „Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24“

Was mich die Corona-Zeit lehrt – ein Mutmach-Text (Corona-Tagebuch – Tag 22)

13+

Corona macht mir Angst.
Ich sehe Bilder, Berichte und sichte Statistiken (höre dem angeheirateten Analytiker zu 😉 )  – und bekomme Angst.
Angst davor, auch bei einem von uns Fünfen könne eine Infektion schlimmer verlaufen und nicht gut enden.

Davor, dass es eben nicht bei leichten Symptomen bleiben könnte, denn noch habe ich keine Erklärung dafür gefunden, warum es außerhalb der Risikogruppen manche so – und manche eben anders trifft.

Auf den Erklärungen mit den Vorerkrankungen scheint sich wohl kaum jemand ruhigen Gewissens ausruhen zu können.

Seitdem ich Mutter bin, fürchte ich um die eigene Gesundheit!

(Das war mir früher so was von schnurz;) )

Es schaudert und schüttelt mich bei dem Gedanken, meine Kinder könnten früh ihre liebe Mama verlieren.
Das darf niemals geschehen!
Die Volljährigkeit des letzten Kindes ist hier mein selbst gestecktes Ziel – was im Grunde völliger Schwachsinn ist.
Als wenn sie mich dann nicht mehr bräuchten! 😉

Ich habe Angst um unser Gesundheitssystem und eine ganze Wirtschaft, welche zu Grunde gehen könnte – und davor, was diese ganze Kiste hier aus den Menschen macht!

Ich sichte Berichte von Mitmenschen, welche gerade jetzt dem eigenen Leben ein Ende setzen.
Und bekomme es schmerzlichst selbst im näheren Umfeld mit. (Warum!!?!)

Das alles IST furchtbar Angst-einflössend!

Doch soll dies hier ein Mutmach-Text werden und daher…

Schluss damit!

mehr „Was mich die Corona-Zeit lehrt – ein Mutmach-Text (Corona-Tagebuch – Tag 22)“

Zeit für Gespräche – Unser Wochenende in Bildern – Corona-Tagebuch – Tag 20&21

11+

Samstag

Es gibt Dinge, die hätte ich ohne Corona nie gesagt.
Beispielsweise das Folgende:

„Vorm Netto steht der Liefer-Laster“ (beim Blick vom Balkon)
„Ob ich gleich nochmal Klopapier hole?“

(Nein, tat ich nicht!!!)

Oder aber auch

„Ich lass‘ das jetzt so“

Beim morgendlichen Blick in den Spiegel.

„Das“ sind meine Haare.

mehr „Zeit für Gespräche – Unser Wochenende in Bildern – Corona-Tagebuch – Tag 20&21“