Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9

„Mamaaaa! Das Klo raucht!“

Erschrockenen Blickes rauscht mein Sohn von der Gäste-Toilette in die Küche – und mir rutscht das Herz tief in die Hose.
Adrenalin durchfährt den ganzen Körper und lässt augenblicklich meine Hände zittern!

„Ich sprenge die Rohre in die Luft!!!“

durchfährt es mich gedanklich als Erstes.

Nun, ich muss an dieser Stelle peinlicher-weise zugeben, ich habe keine Ahnung wo welche Rohre wie im Haus verlaufen und wie diese miteinander verbunden sind.
Ist schon ein bisschen her, der Hausbau – und zudem ein Thema fern meines ganz eigenen Interessenbereiches.

Wohl aber weiß ich, dass ich ausgerechnet Minuten zuvor den neuen Rohr-Reiniger in die Dusche geschüttet habe.

Haare soll er auflösen und bis zu acht Stunden einwirken.
Eigentlich über Nacht, doch schickte ich kurzerhand die Duschkabine einfach ein wenig früher in den Schlaf! 😉

Bei solchen Aktionen ist mir ohnehin schon immer ein wenig mulmig zumute.

Somit beginne ich auf meine ganz eigene Art und Weise zu kombinieren:
Es MUSS eine chemische Reaktion sein, wenn der Sohn vom qualmenden Klo berichtet!

„Ich-habe-alles-kaputt-gemacht!!!“

so ein weiterer Gedanke. more „Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9“

Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8

Ich mache es wieder. Und wache davon auf.
Spüre, wie sich Zähne fest aufeinander pressen und Kieferknochen anspannen.
Möglicherweise knirschen und mahlen die mütterlichen Beißer auch und reiben sich aneinander, das weiß ich nicht so genau.

Wohl aber, dass es mir offensichtlich nicht ganz so gut geht, wie ich es tagsüber glaube.

Wie auch?
Es ist ein Zeichen, dass mich tief im Inneren Dinge sehr belasten und irgendwo, irgendwie verarbeitet werden möchten.

Ich lese Nachrichten und Schreckensmeldungen, bekomme auf Facebook Videos zu sehen von Menschen, die Qualvolles berichten.
Und bekomme es mit der Angst.

Will eigentlich nie wieder hinsehen, darf aber auch nicht verdrängen.
Und schon gar nicht, mir etwas vor den Kindern anmerken lassen!

Wenngleich wir viel reden, so finde ich elterliche Angst hier deutlich Fehl am Platz.
Ich muss meine Rolle gut spielen.
Muss Normalität leben, Halt geben, Trost spenden, Lernmaterial vermitteln, Lebensmittel auffüllen, basteln, fördern, backen, waschen, für ausreichend Bewegung und Frischluft-Zufuhr sorgen – und dabei die vom Kummer gezeichnete Miene verstecken!
Das klappt auch ganz gut, bis zum beruhigenden Glas Wein abends im Bett – und bis in die Nacht hinein.

Aber im Schlaf oder spätestens beim Wecker-Klingeln holt mich der Mist wieder ein.
Dann wird mir bewusst, dass zwar die Sonne scheint, doch Einschränkungen, Ängste, Vorsichtsmaßnahmen und neue Regelungen nunmehr Alltag sind.

Gute und weniger gute Tage

Und in jedem Alltag gibt es gute und weniger gute Tage.

Auch in dieser gerade veränderten Welt.
Heute ist ein nicht ganz so guter. more „Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8“

Jeder Tag ein Neuanfang – Corona-Tagebuch – Tag 5

Heute will ich nicht gerne aufstehen.
Es ist warm und schön im Bett und für einen kurzen Moment scheint alles in bester Ordnung.
Die Welt scheint in Ordnung und in diesem winzigen Augenblick wie immer.

Und würde ich jetzt einfach in den warmen Federn bleiben – es verlangt ja gerade eh niemand nach uns – dann könnte das ja vielleicht auch gelingen!
Das mit den Scheuklappen und der Schönrederei.

Doch da war ja die Sache mit der Struktur und Regelmäßigkeit.
Der Plan mit dem zeitlichen Rahmen.

Dinge, die wir für uns beibehalten wollten – und welche gerade jetzt unheimlich wichtig sind, zudem immensen Halt geben!

Noch immer stehe ich Tag für Tag morgens vorm Badezimmer-Spiegel, schlüpfe in Jeans und Oberteil, frisiere die Haare und schminke mich.
Auch, wenn ich die eigenen vier Wände nicht verlasse.

Ich mach’s für mich.  Für das Gefühl der Normalität. more „Jeder Tag ein Neuanfang – Corona-Tagebuch – Tag 5“

Alle sind online – Corona-Tagebuch – Tag 3

Während ich die heutigen Schulaufgaben am PC ausdrucke, sehe ich es drüben bei Facebook:
Alle sind online.

Unweigerlich muss ich mich fragen, komme in’s Grübeln.

Was wären wir nur ohne diese Art von Kommunikation?

Kommunikationskanäle, welche ich erst kürzlich als teils überflüssig und nervig beschimpfte, retten uns jetzt teilweise den Allerwertesten!
Weil es hilft!
Gegen die Sorge und Ungewissheit, gegen das Gefühl des Allein- und Isoliert-seins.

Und fast muss ich zugeben, habe ich dieser Tage mehr Kontakt zu lieben Mitmenschen, als ich es unter normalen Umständen hätte.

Und ganz leise und schüchtern gebe ich zu:

Das ist schön! more „Alle sind online – Corona-Tagebuch – Tag 3“

Höhen und Tiefen – Corona-Tagebuch – Tag 1

Der Zuversicht und befreienden inneren Ruhe, welche ich gestern noch wahrzunehmen glaubte, ist ein Tag voller Höhen und Tiefen gewichen.
Sehr emotionale Stunden mit nahezu schwindelerregenden Höhen und beängstigenden Tiefen liegen hinter mir. 

Und ich kann nur erahnen, welch einschneidende Veränderung die kommenden Wochen mit sich führen werden.
Innerhalb unserer Familie, uns selbst und der Welt da draußen.

Veränderungen, welche nicht immer positiv daher kommen oder von Harmonie getränkt stärken werden.
Doch will ich die Dinge wohl so annehmen, wie sie sich nun einmal ereignen werden.
Es wäre anmaßend zu glauben, hier nun eine Wahl zu haben.

Schien am frühen, sonnigen Morgen noch alles so friedlich – und der durchdachte Plan zum Greifen nahe – fand ich mich Stunden später gemeine Sätze an die meinen liebsten Menschen richten. more „Höhen und Tiefen – Corona-Tagebuch – Tag 1“