„Mean Mom“ – wenn Kinder größer – und Entscheidungen schwieriger werden

21+

Sie sitzt hinter mir im Auto und verschränkt demonstrativ die Arme.
Senkt den Blick nach unten, und lässt jegliche Annäherungs-und Erklärungsversuche gezielt und unterkühlt abblitzen.
Und während ich mit Engelszungen auf das Kind einrede, beteuere, sie nicht bewusst und wissentlich „angelogen“ zu haben – während ich versuche, einen aus ihrer Sicht gefühlten Vertrauensbruch wieder mit versöhnlichen Worten zu kitten, komme ich in’s Überlegen.
Denn selbst in dieser Situation zweifel und wanke ich!

Will ich mich hier überhaupt überschwänglich und ausschweifend erklären und entschuldigen?
Muss ich das?
Oder wäre es jetzt nicht besser, einfach starr den Blick nach vorne – auf’s Lenkrad – zu richten und das Kind in seiner Rolle aufgehen und letzten Endes auflaufen zu lassen?
Denn ohne Reaktion wäre vermutlich das „Spiel“ schnell uninteressant.

Aber spielt sie überhaupt eine Rolle?
Und drückt gerade gezielt diverseste Knöpfe der gerade ohnehin vor Emotionen überquellenden mütterlichen Kommando-Zentrale?
Haut sie nicht gerade wissentlich und absichtlich auf den fetten roten Buzzer, um das Gewissens-Monster sich weiter auftürmen zu lassen? Um es noch lauter brüllen – und mit geballten Fäusten mich selbst ziemlich klein und kläglich dastehen zu lassen?

Oder habe ich hier wirklich einen Fehler begangen, den mir mein – mir gerade ziemlich fremdes – Kind noch Jahre später vorwerfen wird? mehr „„Mean Mom“ – wenn Kinder größer – und Entscheidungen schwieriger werden“

Ein Jahr Gymnasium: Puh!

11+

Die lieben Blogger-Kolleginnen von „Stadt-Land-Mama“ zogen kürzlich Bilanz nach einem Jahr weiterführende Schule – und ich möchte dies als Anlass nehmen, genau das einmal selbst zu tun.
Denn während des Lesens eben jenes Artikels fiel mir auf, dass ich nunmehr – nach einem Jahr Gymnasium – auch auf einige neue Erkenntnisse und Erfahrungen zurückblicken kann.
Einsichten, welche ich gerne hier mit Euch teilen möchte.

Und da gerade Abi-Streiche, Matinees & Co. stattfinden – und zwei Wochen vor Ferienbeginn ohnehin auf dem Gymnasium des Nachbarstädtchens „nicht mehr viel läuft“, kann wohl auch ich bereits jetzt schon Bilanz ziehen.

Doch zuvor lasst mich bitte einmal tief durchatmen. Denn

Puh! Ich bin erledigt! mehr „Ein Jahr Gymnasium: Puh!“

Wenn die Schulzeit zum Albtraum wird

19+

„Da bin ich so froh, dass wir mit Dir damals überhaupt keine Probleme hatten“.

Ich war in der Heimatstadt und hatte nach einem Termin in Zusammenhang mit diesem Blog spontan die eigenen Eltern besucht, um für einige Minuten auf einen Tee und kurzen Plausch zu verweilen.
Bis ich wieder weiter ziehen und die Kinder von Kita und Schule abholen musste.
Gesprächsinhalt in der relativ knappen Zeit war unter Anderem auch das Thema „Mobbing während der Schulzeit“.

Und beinahe hätte ich mich am heißen Tee verschluckt, als ich die zuvor gesagten Worte aus dem Mund des eigenen Vaters hörte und nach einer kurzen Weile schließlich verarbeitete.

Da saß ich also vor einigen Wochen in der Küche meiner Eltern und alles an das sie sich erinnern konnten, war eine ruhige und nicht weiter erwähnenswerte Schulzeit der großen Tochter.
Alles „normal“ und nicht der Rede wert.
Und in diesem Moment bleib ich diejenige, die einfach nur ruhig da saß und sich nix anmerken ließ.

Ungefähr so musste es wohl auch damals gewesen sein.
Denn was meine Schulzeit und insbesondere die Jahre als pubertierender Teenager betrifft, scheinen sich Geister zu scheiden – und Erinnerungen ein klein wenig verzerrt zu sein.
Doch kann ich den eigenen Eltern überhaupt nix vorwerfen.

Ich glaube, ich war seinerzeit wirklich nicht in der Lage zu reden.
Darüber, was in mir vorging und wie es der eigenen Seele ging.
Ich schwieg und ließ Jahre verstreichen.

Doch möchte ich dies heute, fünfundzwanzig Jahre später, gerne ein klein wenig nachholen.
Weil es mir aktuell ein besonderes Bedürfnis ist.

Denn Fakt ist:

Meine Schulzeit war der Horror! mehr „Wenn die Schulzeit zum Albtraum wird“

Wir alle müssen lernen

3+

Sonntag-Abend.
Ein Wochenende voller Erkenntnisse liegt hinter uns.
Ein schönes Familien-Wochenende mit viel Plätzchen-backen und gemeinsamer Quality-Zeit –  und dennoch nicht eines der Leichtesten.
Ja, dieses eine Wochenende hätte kaum mehr Einsichten mit sich bringen können.
Weil es manchmal eine ganze Weile dauert, bis man in der Lage ist, Dinge wahrzunehmen und gemeinsam neue Richtungen einzuschlagen. 

Und einmal mehr, an diesem Sonntag- Abend, wird mir gerade bewusst, dass Eltern-sein auch ein lebenslanges Lernen bedeutet.
Nicht nur, befindet sich der eigene Nachwuchs im Baby- und Kleinkindalter!
Auch mit größeren Kindern müssen wir immer wieder Neues dazu lernen, neue Erkenntnisse reifen lassen und uns an ungewohnte Situationen anpassen.
Und vor allem lernen, damit klar zu kommen. Immer und immer wieder!

Und ich befürchte,  das wird auch nie aufhören. 😉
Das Leben ist ein steter Lernprozess – und zwar für alle Familienmitglieder, egal wie alt und weise wir nun sind. 

Erkenntnis Nr. 1: Ich habe einen Fehler gemacht.

mehr „Wir alle müssen lernen“

Mutti pubertiert! Ein Abend mit Dr. Jan-Uwe Rogge

2+

Ich befinde mich in der Pubertät!
Ja, richtig: ICH!
Nicht etwa „wir“, denn erstens war ich schon immer ein Befürworter sogenannter Ich-Botschaften, und zweitens meine ich tatsächlich meine werte, eigene Person.

Alexandra R. L. – genannt Alex – , geborene B., 39 Jahre, hochgewachsen, weiblich.
Denn eigentlich bin ich diejenige, die in letzter Zeit echt ab und an ganz schön am nicht mehr ganz so schnittigen und glänzenden Rädchen dreht! Ja, fast könnte ich mir mein derzeitiges Verhalten gar nicht anders erklären. Muss so sein!

Ich poste Stinkefinger-Bilder auf Instagram, räche mich in Wort und Text an meiner Jugend, stampfe bockig und hilflos unter Zornesröte mit dem Fuß – nur ganz knapp am garstigen Lego vorbei – und hau gerne auch mal hin und wieder mit der Faust auf den Tisch. So sehr, dass die Teller wackeln.
ICH bin diejenige, die himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt ist.
Denn aktuell scheinen im mütterlichen Gefühlsleben nur eben jene zwei Stimmungslagen vorzuherrschen. Ich himmele Menschen an, die ich nicht anhimmeln sollte, finde Andere wiederum umso blöder, schreibe und tue ab und an lächerliche Dinge, schmeiße Jobs hin und bin mir gelegentlich selbst nicht mehr lieb.
Muss die Seele streicheln mit hübschen Boots aus feinstem Leder oder rebellisch-dusteren Nieten-Tretern. 

Und möchte ein Tattoo!
mehr „Mutti pubertiert! Ein Abend mit Dr. Jan-Uwe Rogge“

Speed-Dating beim Fast-Food-Giganten

4+

Mit mir möchte er gehen. Mit mir alleine und sonst niemanden. Der Große. Und ganz heimlich muss ich ein bisschen vor Freude und Scham lächeln. Ja, ich fühle mich geschmeichelt, dass er ausdrücklich mich als seine Begleitung gewählt hat. Mutter-Sohn Quality Time bei der weltgrößten Fast-Food-Kette, so lautet jetzt, am Mittwoch-Abend, sein Wunsch!

Und ich muss zugeben: Ich mag es nicht! Ich kann eigentlich McDonald’s Essen nicht leiden! Für mich schmeckt das irgendwie alles gleich. Immer dieser typische Nachgeschmack. Ich glaube einfach, es gibt hier nur Schwarz oder Weiß: Entweder man mag es oder eben nicht! So ist es in meinem Fall auch nicht arg verwunderlich, dass ich das letzte Restaurant mit den goldenen Bögen vor mehr als fast einem Jahr betreten habe. mehr „Speed-Dating beim Fast-Food-Giganten“