„Mean Mom“ – wenn Kinder größer – und Entscheidungen schwieriger werden

21+

Sie sitzt hinter mir im Auto und verschränkt demonstrativ die Arme.
Senkt den Blick nach unten, und lässt jegliche Annäherungs-und Erklärungsversuche gezielt und unterkühlt abblitzen.
Und während ich mit Engelszungen auf das Kind einrede, beteuere, sie nicht bewusst und wissentlich „angelogen“ zu haben – während ich versuche, einen aus ihrer Sicht gefühlten Vertrauensbruch wieder mit versöhnlichen Worten zu kitten, komme ich in’s Überlegen.
Denn selbst in dieser Situation zweifel und wanke ich!

Will ich mich hier überhaupt überschwänglich und ausschweifend erklären und entschuldigen?
Muss ich das?
Oder wäre es jetzt nicht besser, einfach starr den Blick nach vorne – auf’s Lenkrad – zu richten und das Kind in seiner Rolle aufgehen und letzten Endes auflaufen zu lassen?
Denn ohne Reaktion wäre vermutlich das „Spiel“ schnell uninteressant.

Aber spielt sie überhaupt eine Rolle?
Und drückt gerade gezielt diverseste Knöpfe der gerade ohnehin vor Emotionen überquellenden mütterlichen Kommando-Zentrale?
Haut sie nicht gerade wissentlich und absichtlich auf den fetten roten Buzzer, um das Gewissens-Monster sich weiter auftürmen zu lassen? Um es noch lauter brüllen – und mit geballten Fäusten mich selbst ziemlich klein und kläglich dastehen zu lassen?

Oder habe ich hier wirklich einen Fehler begangen, den mir mein – mir gerade ziemlich fremdes – Kind noch Jahre später vorwerfen wird? mehr „„Mean Mom“ – wenn Kinder größer – und Entscheidungen schwieriger werden“

Von Berufs wegen Mutter

19+

Ich habe mich verloren in letzter Zeit.
Erneut.
So glücklich ich das vergangene Wochenende auch war, so sehr ich die letzten warmen Spät-Sommertage genießen konnte und ich meine eigene Familie aus tiefstem Herzen liebe – fühle ich mich dieser Tage dennoch nicht vollständig.

Abermals fühle ich mich rastlos auf der Suche.
Nach Lösungen, Mitteln und neuen Wegen.
Neue Herzens-Wünsche keimen in mir auf, welche ich allein aus rationalen Gründen verdrängen und für immer verbannen sollte.
Zweifel tun sich auf und mein seit jeher wackeliges Gerüst des Selbstwertgefühls schwankt kläglich in den ersten Herbststürmen hin und her.

Noch versuche ich die Balance zu halten, fange Karten eines instabilen Kartenhäuschens wieder auf – und kitte zerbrochene Träume.
Noch versuche ich mit aufrechtem Gang und geraden Schultern meinen ganz eigenen Rucksack zu tragen und immer stoisch nach vorne zu schauen.
Und stolpere mindestens einmal im Monat über garstige Wurzeln, werde von mir selbst ausgebremst – und muss mit Tränchen in den Augen auf dem alten Baumstumpf Rast machen.
(Sorry! Not Sorry- steh‘ irgendwie auf diese Waldweg-Metaphern! 😉 ).

Wer bin ich und was will ich? mehr „Von Berufs wegen Mutter“