Abschied zu Zeiten der Besinnlichkeit

15+

Ich soll dieses Mal nicht drüber schreiben. So wurde ich gebeten.
Und die Bitten und Belange anderer Menschen möchte ich respektieren.
Werde ich im Vorfeld, noch bevor ein Text Herz und Geist entsprungen ist, ausdrücklich gebeten, so will und muss ich dies akzeptieren.
Das tue ich dann auch.
Auch wenn’s weh tut und mir so sehr auf der Seele brennt.

Ich vermag keine Texte löschen, wenngleich sie noch so unglücklich formuliert waren, denn ich stehe zu dem was ich bin – und im Moment des Entstehens eines Beitrages nun einmal fühlte.
Ich ändere und korrigiere höchst selten und lösche so gut wie gar nicht – es sei denn, das Wohl meiner Kinder hinge davon ab.

Aber wie drückt man Schmerz in Worte aus, ohne ihn beim Namen zu nennen?

Wie ergeht es einem Menschen, ereilt eine kurze, traurige Textnachricht einen ausgerechnet vor der Kühltheke des hiesigen Discounters?
Aus dem Nichts, mitten in einen trüben, verregneten November-Morgen hinein?
Es ist ziemlich simpel erklärt.
Dann springt schnell der Autopilot ein – und ein Mensch funktioniert nur noch.

Und wenngleich das Herz in jenem Moment bis zum Halse pocht und Tränen darauf drängen hinaus zu bersten, beherrschen wir Erwachsenen uns dann.
Denn so gehört es sich schließlich.
Wir schweigen wenn man uns darum bittet – und reißen uns verflixt nochmal zusammen.

Nun, das gelang mir bis zu dem Moment, an welchem ich die eigene Haustüre aufschloss und die Tüte mit den dringend zu kühlenden Lebensmitteln auf den Flur sacken ließ.
Und mich gleich daneben. mehr „Abschied zu Zeiten der Besinnlichkeit“

Das verlorene Stück Selbstwertgefühl

16+

Schreibt man einen Blog, so braucht es Mut und Selbstbewusstsein.
Denn offen die eigene Meinung verkünden?
Gefühle und Gedanken brach legen oder gar Einblicke in das traute Familienleben ermöglichen?
Immer wieder Fotos von sich und seinem Leben teilen?
Dazu braucht es eine gewisse Selbstachtung und Stärke.

Und ich wage zu behaupten, ich habe Selbstwertgefühl und ich bin eine starke, stolze Frau.
Zumindest hin und wieder – und immer dann wenn es nötig ist.
Es gelingt mir ganz gut, den Schalter umzulegen und nach außen so aufzutreten, wie es gerade angepasst und erforderlich ist.
Dann bin ich alberne Grimassen-Schneiderin und mutige Schauspielerin.

Das macht mir in jenen Momenten sogar unheimlichen Spaß! 🙂
Dann möchte ich tatsächlich strahlen! 

Nicht aber immer versteht sich!
Das sind dann die Momente, in denen ihr der Frau stampfenden Schrittes und mit der vorgeschobenen Unterlippe begegnet.
Wenn die beiden Ärger-Furchen zwischen den Augen wieder besonders tief sitzen und böse Blicke blitzen. 

Momente, auf die ich nicht immer stolz bin – welche aber gleichermaßen zu mir gehören und ein Teil von mir sind. mehr „Das verlorene Stück Selbstwertgefühl“

Das Leben soll mir ein Fest sein!

7+

Die vergangen Wochen waren nicht leicht für mich.
Sie prägten und schufen neue Erkenntnisse. 

Und auch wenn das dem Ein oder Anderen nun allmählich gehörig auf den Keks gehen mag, so muss ich es nochmals erwähnen.
Es ist essentiell für den weiteren Verlauf dieses Beitrages. 😉
Ich stolperte und fiel tief.
Da war nicht nur der Verlust meiner lieben Oma sondern auch viele Dinge mehr, die bedrückten und belasteten.

Sorgen und ohnehin schon lange bestehende Zukunftsängste, Streit unter Menschen, die eigentlich zusammenhalten sollten.
All‘ das drückte sehr auf’s eigene Gemüt.

Doch immer wieder in dieser Zeit kam mir ein bestimmter Gedanke:

Meine Oma war nie der Typ, um auch nur einen einzigen Tag depressiv im Bett liegen bleiben zu wollen!
Warum also sollte ich nun diese Frechheit besitzen, mir eine derartige Denkweise zu erlauben?
Ich glaube, diese Sichtweise war wohl eine Form der Eigenmotivation und hat mir jüngst ein klein wenig den ollen Hintern gerettet! 😉

Denn wie ich bereits am letzten Wochenende von der wunderbaren Nicole Staudinger lernte, haben wir doch letztendlich unser Schicksal selbst in der Hand.
Auch dann, können wir Dinge nicht ändern und müssen diese als Teil unseres Seins annehmen.

Ist es nicht erfüllend, dann eben die eigene verquere Sichtweise zu ändern und uns an den Dingen zu erfreuen, die wir ändern und selbst in die Hand nehmen können?
Und seien es nur klitzekleine Kleinigkeiten?
Uns darauf zu konzentrieren und mit unserem eigenen winzigen Leben glücklich zu sein?

Solange wir es noch haben! mehr „Das Leben soll mir ein Fest sein!“

Leise

5+

„Schreib‘ am Besten jetzt mal was Lustiges“
sagte der Mann auf meine Frage, wie es in diesen Tagen auf jenem Blog hier weiter gehen soll.
Denn ganz ehrlich? Ich wusste es nicht wirklich.
Das Einzige, was ich weiß ist, dass es weiter geht und auch sehr bald schon wieder in der gewohnten Art und Weise.
Dafür liebe ich dieses „Baby“ viel zu sehr!
Dafür warten zu viele spannende Projekte, wartet mein ganz eigenes Leben! 

Dafür schreibe, albere und lache ich viel zu gerne!

Doch dieser Tage? Möchte ich es einfach noch nicht.
Normal weitermachen.

Ich möchte noch ein klein wenig leise sein. Nur ein bisschen noch. 
Es sind aktuell einfach zu viele Gefühle und Gedanken, die ihren Raum in meinem Leben einnehmen. mehr „Leise“

Mach’s gut (Ur)Oma!

7+

Ich habe viele Fragen beantwortet. Die letzten zwei Tage.
Geduldig wiederholte ich meine Aussagen. Immer und immer wieder.
Denn das war und ist richtig.

Es ist der einzige und alleinige Weg, mit einem derartigen Thema umzugehen und die eigenen Kinder – gerade das jüngste – an eine solche Erkenntnis heranzuführen.
Die Erkenntnis, dass eben alles endlich ist und Menschen gehen müssen.

Als ich vor zwei Tagen die Nachricht vom schnellen Tod der geliebten (Ur) Oma erhielt, hatte ich die Wahl.
Zwischen bedrücktem Herumdrucksen und dem Kind eine vorläufige Lüge aufzutischen, um ihr die traurigen Neuigkeiten in trauter Zweisamkeit und ganz behutsam nahe zu bringen.
Und der Option die Tochter gleich in die unvorhersehbaren Geschehnisse einzuweihen.

Doch geht das in so einem Fall überhaupt? Behutsam?
Haben nicht auch Kinder ein Recht auf die Wahrheit, statt mit kläglichen Umschreibungen vorerst hingehalten zu werden?
Macht es das wirklich besser?

Nun, ich hatte keine Zeit darüber nachzudenken, denn mein Kind drängte auf eine Antwort.

Ich musste es gleich sagen

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