Zwischen Himmel und Hölle – Corona-Tagebuch – Tag 11

7+

„Mama, googel mal die natürlichen Feinde von Flusskrebsen“

Ein Satz, welchen ich wohl ohne Corona nie, niemals (!) aus dem Mund der beiden großen Kinder gehört hätte!

Wir stehen am plätschernden Fluss.

Wasser glitzert in der Sonne, Moos überzieht Steine – und verwunschen bahnt sich das Wasser seinen Weg durch zarte Blümchen und saftiges Grün.

Nur wenige Gehminuten vom eigenen Haus trennen uns von dieser wunderschönen, gar himmlischen, Idylle, welche wir unter normalen Umständen nur viel zu selten aufsuchen.

Eine himmlische Idylle

Doch wir beginnen gerade, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Auf unserem heutigen Streifzug durch die Natur schmieden wir Pläne für den Nachmittag und sammeln ganz nebenbei viele hübsche Steine. mehr „Zwischen Himmel und Hölle – Corona-Tagebuch – Tag 11“

Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9

10+

„Mamaaaa! Das Klo raucht!“

Erschrockenen Blickes rauscht mein Sohn von der Gäste-Toilette in die Küche – und mir rutscht das Herz tief in die Hose.
Adrenalin durchfährt den ganzen Körper und lässt augenblicklich meine Hände zittern!

„Ich sprenge die Rohre in die Luft!!!“

durchfährt es mich gedanklich als Erstes.

Nun, ich muss an dieser Stelle peinlicher-weise zugeben, ich habe keine Ahnung wo welche Rohre wie im Haus verlaufen und wie diese miteinander verbunden sind.
Ist schon ein bisschen her, der Hausbau – und zudem ein Thema fern meines ganz eigenen Interessenbereiches.

Wohl aber weiß ich, dass ich ausgerechnet Minuten zuvor den neuen Rohr-Reiniger in die Dusche geschüttet habe.

Haare soll er auflösen und bis zu acht Stunden einwirken.
Eigentlich über Nacht, doch schickte ich kurzerhand die Duschkabine einfach ein wenig früher in den Schlaf! 😉

Bei solchen Aktionen ist mir ohnehin schon immer ein wenig mulmig zumute.

Somit beginne ich auf meine ganz eigene Art und Weise zu kombinieren:
Es MUSS eine chemische Reaktion sein, wenn der Sohn vom qualmenden Klo berichtet!

„Ich-habe-alles-kaputt-gemacht!!!“

so ein weiterer Gedanke. mehr „Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9“

Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8

12+

Ich mache es wieder. Und wache davon auf.
Spüre, wie sich Zähne fest aufeinander pressen und Kieferknochen anspannen.
Möglicherweise knirschen und mahlen die mütterlichen Beißer auch und reiben sich aneinander, das weiß ich nicht so genau.

Wohl aber, dass es mir offensichtlich nicht ganz so gut geht, wie ich es tagsüber glaube.

Wie auch?
Es ist ein Zeichen, dass mich tief im Inneren Dinge sehr belasten und irgendwo, irgendwie verarbeitet werden möchten.

Ich lese Nachrichten und Schreckensmeldungen, bekomme auf Facebook Videos zu sehen von Menschen, die Qualvolles berichten.
Und bekomme es mit der Angst.

Will eigentlich nie wieder hinsehen, darf aber auch nicht verdrängen.
Und schon gar nicht, mir etwas vor den Kindern anmerken lassen!

Wenngleich wir viel reden, so finde ich elterliche Angst hier deutlich Fehl am Platz.
Ich muss meine Rolle gut spielen.
Muss Normalität leben, Halt geben, Trost spenden, Lernmaterial vermitteln, Lebensmittel auffüllen, basteln, fördern, backen, waschen, für ausreichend Bewegung und Frischluft-Zufuhr sorgen – und dabei die vom Kummer gezeichnete Miene verstecken!
Das klappt auch ganz gut, bis zum beruhigenden Glas Wein abends im Bett – und bis in die Nacht hinein.

Aber im Schlaf oder spätestens beim Wecker-Klingeln holt mich der Mist wieder ein.
Dann wird mir bewusst, dass zwar die Sonne scheint, doch Einschränkungen, Ängste, Vorsichtsmaßnahmen und neue Regelungen nunmehr Alltag sind.

Gute und weniger gute Tage

Und in jedem Alltag gibt es gute und weniger gute Tage.

Auch in dieser gerade veränderten Welt.
Heute ist ein nicht ganz so guter. mehr „Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8“

Irgendwie zum Kotzen – Unser (Kranken-) Wochenende in Bildern 18./19.01.

8+

Unsere Couch ist cremefarben und aus feinstem Cord.
Und sie ist alt, sehr alt.
Damals gefiel sie mir unendlich gut, heute nicht mehr allzu sehr.
Ich hätte gerne eine Neuere.
Eine Moderne!

Mit weniger Wasserrändern und dunklen Jeans-und Schmodder-Verfärbungen.
Weniger verranzt und abgesessen.
Ohne Platt-gedrückte Kissenfüllungen und vielen, vielen Jahren auf dem Buckel!

Eine Couch voller Erinnerungen

Doch es ist auch die Couch, die Erinnerungen schuf.

Erinnerungen, welche an ihr haften und selbst mit jedem einzelne Waschgang nicht ablösbar scheinen.

Es ist die Couch, welche wir als junges Paar damals in der Altbauwohnung aufgeregt bestellten – und auch die Couch, auf welcher ich das erste Mal im Leben kleinste Fäustchen und Füsschen unterhalb der eigenen Bauchdecke rollen sehen durfte!

Es ist die Couch, auf welcher ich mit Wehen ausharrte und auf den geeigneten Zeitpunkt für die Krankenhaus-Fahrt wartete – und die Couch, welche ich umzingelte, als sitzen und liegen nunmehr nicht mehr möglich war!

Und es ist die Couch, auf welcher ich viele, viele Stunden stillend verbrachte und winzige, wohl-duftende Körper auf dem Meinen liegen hatte!

Und jetzt gerade? Ist sie Krankenlager

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Ich war beschäftigt – Vom Alltag, der doch keiner ist

9+

Mittwoch.
„473 Personen, denen „Mama steht Kopf“ gefällt, haben seit einiger Zeit nix von Dir gehört. Poste einen Beitrag.“ 

Genau so mahnt mich Facebook.
Heute! Ausgerechnet heute!

Es ist also heute so, dass nicht nur drei verquere und zu einem Drittel äußerst lädierte und kranke Menschen-Kindlein mich brauchen, sondern hunderte von Menschen!
(Natürlich weiß ich, dass es nicht wirklich so ist)

Und so gerne hätte ich hier die letzten Tage mal wieder meinen ganz eigenen Senf in die Tastatur gekloppt, denn das ist eigentlich das, wofür ich brenne und was ich von Herzen unendlich gern tue!
Ich möchte, will und muss teilweise sogar schreiben!
Für mich, für Euch, für den Weltfrieden (Na gut vielleicht nicht unbedingt das) – aber definitiv für mein Seelenheil!

Genau so wie ich eigentlich tagtäglich für den eigenen Seelenfrieden den Crosstrainer besteigen müsste (wer denkt jetzt „den Mann?“ 😉 ) oder um den See hecheln sollte (und für die strammen Schenkel – ich tu’s schon wieder – vielleicht auch!)

Doch wisst Ihr was?
Ich kam nicht dazu, die Dinge zu tun, die mir gut tun!
Mit fatalen Folgen – doch dazu gleich.

Denn ich war die letzten Tage einfach zu beschäftigt!

Ich war beschäftigt mit dem, was sich Alltag nennt – und dann doch wieder nicht!

Weil man mit Kindern nie planen kann und alles anders kommt als Frau noch am letzten Ferien-Sonntag denkt. mehr „Ich war beschäftigt – Vom Alltag, der doch keiner ist“

Null Bock auf Weihnachten?

11+

Was Weihnachten betrifft, so bin ich dieses Jahr hin und her gerissen.
Dabei hatte ich mir doch anfangs solche Mühe gegeben!

Aber ganz ehrlich?

Jetzt am Freitag-Abend, wo ich ausgelaugt, Ferien-reif und erschöpft von der letzten Woche hier sitze und versuche meine Gedanken in diesen Zeilen zu sortieren, ist das anstehende Fest ganz fern.
Fast schon ein wenig irritierend scheint mir der Duft des Kuchens welcher sich gerade im Backofen befindet – und später für den Nachmittag des 24. Dezember eingefroren werden soll.

Ich passiere beim Aufräumen diversester Kinder-Klamotten den Weihnachtsbaum und kann den Duft jener tiefgrünen Zweige nicht einordnen.
Will ich DAS dieses Jahr?
Finde ich das jetzt schön?
Oder erdrückt mich dieser Tage der wuchtige, stachelige Kerl in meinem Wohnzimmer? (Nein! Nicht der Mann auf der Couch! 😉 )

Kann Weihnachten nicht einfach weg?

mehr „Null Bock auf Weihnachten?“

Alles hat seine Zeit – von Abschied, erstem Schnee und Kindheitserinnerungen

13+

Eine kräftezehrende Woche geht zu Ende und ich kämpfe gerade etwas mit mir selbst.
Bin mir unsicher, wie viel nachdenkliche und melancholische Texte ein Blog eigentlich verträgt.
Frage mich, was Ihr dieser Tage von mir lesen wollt.

Ich solle jetzt wieder etwas Lockeres und Lustiges schreiben, so rät man mir.
Oder vielleicht einen informativen Sachtext?
Es reiche jetzt mit dunklen Texten von Abschied, Trauer und Trübseligkeit.
Die ewige Melancholie der vergangenen Tage solle endlich wieder beschwingter Leichtigkeit weichen.

„Aber es ist doch das, was Dich nun einmal bewegt!“

Auch das höre ich heute, während ich meine Bedenken äußere und verzweifelt nach Themen und Texten suche, die diesen Blog wieder in die „richtige“ Richtung lenken sollen.

Bücher wollte ich Euch vorstellen und Kooperationen stehen aus.
Und all‘ das wird schon sehr bald folgen und mit neuem Schwung in Angriff genommen.
Ich spüre ihn schon, den Tatendrang, sehe ihn verstohlen und vorsichtig um die Ecke schielen.
Ich will und möchte jetzt endlich wieder durchstarten – doch warte ich noch ein wenig auf die richtige Zeit.

Alles hat seine Zeit!

Denn erst vorgestern lernte ich, dass eben „Alles seine Zeit hat“.
Für mich ist es diese Woche nun einmal noch die Zeit des Abschieds – und vor allem auch die der Kindheitserinnerungen. mehr „Alles hat seine Zeit – von Abschied, erstem Schnee und Kindheitserinnerungen“

Den Gefühlen zum Trotz – Unser Advents-Wochenende in Bildern 07./08.12.

15+

Erkenntnisse. Es sind Erkenntnisse und Momente, die dieses Dezember-Wochenende in Bildern für mich selbst prägen.
Und dadurch genauso wertvoll machen, wie eigentlich jeder Tag, an dem wir gesund, zusammen und am Leben sind.

Und wenngleich das nun äußerst schwulstig und noch immer getränkt von tiefsten Emotionen und Gefühlen scheint, so sind es doch Dinge, auf die wir uns dieser Tage – im Advent – besinnen sollten.

Mein Wochenende beginnt bereits mit dem Nikolaus-Nachmittag.
Mit der Erkenntnis, dass zum Einen der alte, dickbäuchige Sack schon wieder nicht an mich gedacht hat (ein bisschen Spaß muss trotz allem noch sein! 😉 ) und auch mit der, dass alle meine Kinder Eines noch sind:

Kinder!

Und so muss ich gerührt beobachten, wie selbst das Pubertier urplötzlich seine ganz eigene Höhle verlässt – und innerhalb eines kurzen Momentes das kleine Kind, welches da drinnen noch immer wohnt, zum Vorschein kommt.

Ich sehe, wie Kinderaugen glänzen und mein großer Junge begeistert das Nudelholz beim Plätzchen-Backen schwingt!
Denn da möchte auch er dabei sein und äußert ganz nebenbei und unauffällig, dass jetzt – genau jetzt – eine der schönsten Zeiten im Jahr sei!

Das ist wunderschön zu beobachten – und genau diese Zeit möchte ich meinen Kindern aus ganzem Herzen ermöglichen! mehr „Den Gefühlen zum Trotz – Unser Advents-Wochenende in Bildern 07./08.12.“

Was Mütter so machen: Von allem ein bisschen

17+

Freitag-Nachmittag.
Lautstark ertönt Big Ben.
Und unverschämt grausam flutet unverzüglich garstiges Adrenalin den eigenen Körper – und lässt mich zusammenzucken. 

Orientierungslos blicke ich mich um, versuche Gedanken zu sortieren – und vor allem meinen ganz eigenen Aufenthaltsort klar zu machen.

Es dauert viele weitere Sekunden, bis ich raffe, dass der Big Ben unsere eigene Klingel-Anlage ist (jaaa, nach acht Jahren haben auch wir endlich eine Klingel – ich hasse den Ton schon jetzt!) und ich mich auf der heimischen Couch befinde.
Direkt neben der Kleinsten.

Der neueste Computer-animierte Kinderfilm dudelt im Hintergrund auf Netflix und Handy sowie Haarspange liegen neben mir auf dem Kissen.
Gleich neben diesem eigenartigen Sabber-Tropfen.
Ich muss wohl eingeschlafen sein.

Wie so oft bin ich Freitags-Nachmittags nahezu erschlagen, völlig erledigt von der vergangenen Woche.
Wenngleich es mir ebenso stets schwer fällt, überhaupt zusammenzufassen, was um alles in der Welt ich eigentlich alles in den letzten Tagen getrieben habe!?

Und wenn ich so versuche,  an die vergangene Woche zurück zu denken, fällt mir auf, dass ich vor allem Eines war: 

Von allem ein bisschen! mehr „Was Mütter so machen: Von allem ein bisschen“