Ich will doch nur nicht durchdrehen – Corona-Tagebuch – Tag 46

34+

Mein vorletzter Text hier auf diesem Blog bekam unfassbar viel Zuspruch.
Wenngleich ich die Veröffentlichung jener völlig eigenen Gedanken und Empfindungen zu dieser ganz und gar eigenartigen Zeit zuvor so sehr fürchtete.

Ich bekam private, liebevolle Nachrichten.
(Danke dafür!!!)

Nachrichten, in denen mir Frauen dafür dankten, ihnen so sehr aus der Seele zu schreiben.

Anerkennung war ebenfalls dabei, gefolgt von vielen, vielen „Daumen hoch’s“ und Herzen.
Insbesondere auf anderen Plattformen, auf welchen der Artikel ebenfalls vertreten war.

Doch wer eine Meinung kundtut, muss – gerade auf den sozialen Netzwerken – auch mit übelsten Anfeindungen und Beschimpfungen zurecht kommen.
Das ist so – und leider nicht wirklich meine größte Stärke.

Ganz im Gegenteil:

Ich nehme mir Worte und abfällige Kommentare sehr zu Herzen.

So sehr, dass… mehr „Ich will doch nur nicht durchdrehen – Corona-Tagebuch – Tag 46“

Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37

98+

„Schuhu! Schuhu!“
„Kuck mal Mama wie meine Eule fliegen kann!“
„Schau, gleich fliegt sie die Treppe runter!“
„Kuck! Kuhuuuck!“

Sekunden später flattert geschnippeltes und geklebtes Papier im Eiltempo in’s Untergeschoss.

„Ja, ja, voll schön!“

höre ich mich hastig murmeln, ohne wirklich hinzukucken.
Und das tut mir leid.
Aber ich kann gerade nicht.
Denn ich werde unterbrochen.

„Mamaaa!“
„Du musst mir mal mit der Aufgabe hier helfen“

Die große Tochter hockt am Schreibtisch und braucht kurz Hilfestellung.
Das braucht sie meistens auch wirklich nur kurz – und dennoch stöhne ich entnervt auf.
Das tut mir ebenfalls leid.

Zwei Zimmer weiter höre ich einen wütenden Aufschrei – und die Faust des Sohnes haut frustriert auf den Tisch.
Und ich zucke beim Geräusch zusammen.
Das Lyrics-Programm für den Englisch-Unterricht funktioniert nicht.
Wir blöken uns daraufhin gegenseitig an – und es tut mir leid.

„Du darfst nicht so gereizt sein, das färbt alles auf die Kinder ab“

höre ich den Gatten sagen.

Ich atme und zähle.
Schließe die Augen und wünsche mich an einen anderen Ort. Ganz weit weg von allen.

Ich fühle mich Reiz-überflutet!

Heute fühle ich mich eigenartig aggressiv und Reiz-überflutet. mehr „Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37“

Warten auf’s Testergebnis – wenn Corona überall präsent ist – unser Oster-Wochenende in Bildern

16+

Samstag

Ich habe dieser Tage weder die avisierte Post vom Gesundheitsamt bekommen, noch kam der Anruf mit meinem Testergebnis.

Denn wie ich vermutet habe, scheint Corona gerade Ostern zu feiern.
(Vielleicht tut das aber auch nur das Amt)

Und doch ist „Es“ überall präsent.
Das wird uns später am Oster-Sonntag leider regelrecht vor Augen geführt.
Doch dazu später.

Da ich meines Empfindens nach lediglich die üblichen Allergie-Symptome verspüre (hundertprozentig differenzieren kann ich nach dem Anruf allerdings nicht mehr), möchte ich dieses Wochenende so normal wie nur möglich verbringen!

Vielmehr als das! mehr „Warten auf’s Testergebnis – wenn Corona überall präsent ist – unser Oster-Wochenende in Bildern“

Ich fahre zum Corona-Test – Corona-Tagebuch – Tag 25

16+

Donnerstag.
Abermals scheint die Sonne und ich bin alleine im Auto unterwegs.

Doch ist mir heute nicht zum Singen und Grölen hinterm Steuer zumute.
Obwohl ich es doch könnte, so alleine und frei!

Nur leider überwiegt dieses eigenartige, surreale Gefühl zu sehr.

Mir ist gerade nicht nach singen.

Genau genommen könnte ich stattdessen gerade unentwegt mit dem Kopf schütteln, während ich die Autobahn entlang fahre.
Nur dieses eine Mal darf ich das wohl noch – Auto fahren – die nächsten zehn Tage nicht mehr.
Denn ich befinde mich ja bereits innerhalb der auferlegten Quarantäne welche für mich bis einschließlich den 20. April andauern soll.

Tausend Fragen im Kopf

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Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24

29+

26 Stunden.
Es sind jetzt etwas mehr als 26 Stunden, in denen ich mit mir hadere und ringe, ob ich diese Zeilen hier tatsächlich schreibe.

Doch habe ich nicht selten betont, dass meine Definition von Blog eben die eines offenen Tagebuches ist.
Eines ehrlichen, öffentlich einsehbaren Tagebuches, in welchem ich Gedanken und Gefühle verarbeite – und sogar oft vielen anderen Mamas da draußen aus der Seele schreibe.

Das ist wunderschön und jedes ernst gemeinte, offene und persönliche Feedback treibt mir noch heute Tränchen der Rührung in die Augen.
Ich habe mich bewusst gegen einen Bastel-und Kochrezepte-Blog entschieden.

Entschied mich, auf andere Pfade abzubiegen, auch wenn die nicht immer safe – und gewiss auch holprig und steinig sind.
Offenbart man zu viel aus seinem Gefühls-und Familienleben macht Frau sich angreifbar.
Sehr sogar.

Es gibt immer Mitmenschen, die uns nicht wohlgesonnen sind.
Menschen voller Neid und Missgunst.
Ganz gleich, ob ich hier nun berichte, wie gut gerade alles läuft und wie glücklich wir sind – oder aber wenn dunkle Zeiten nach traurigen und nachdenklichen Texten schreien.
Einer pöbelt und lästert immer.

Also – Feuer frei:

Seit gestern ist alles ein bisschen anders. mehr „Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24“

This is me – Corona-Tagebuch – Tag 17

11+

„When the sharpest words wanna cut me down
I’m gonna send a flood, gonna drown them out
I am brave, I am bruised
I am who I’m meant to be, this is me“
(Keala Settle)

Ich drehe den Regler bis auf Anschlag.
Singe lauthals mit.

Nicht nur dieses Lied, doch berührt mich gerade jener Songtext immer wieder!
Auch – oder gerade – in diesen Tagen.

Denn geht es nicht genau jetzt darum, sich eben nicht unterkriegen zu lassen?
Ja, die Dunkelheit ist mir nicht fremd, es liegt bereits ein nicht ganz so tolles Jahr hinter mir.
Trauer, bedrückende Gedanken, Seelen-Narben, Menschen, die einfach nur weh tun.
Das alles ist mir gewiss vertraut!

Und nun eben auch ein Virus, welcher (korrekterweise „welches“ 😉 ) ängstigt, das alltägliche, gewohnte Leben lahm legt und Vieles aus der Bahn wirft.

Und doch stehe ich immer wieder auf!

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Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9

10+

„Mamaaaa! Das Klo raucht!“

Erschrockenen Blickes rauscht mein Sohn von der Gäste-Toilette in die Küche – und mir rutscht das Herz tief in die Hose.
Adrenalin durchfährt den ganzen Körper und lässt augenblicklich meine Hände zittern!

„Ich sprenge die Rohre in die Luft!!!“

durchfährt es mich gedanklich als Erstes.

Nun, ich muss an dieser Stelle peinlicher-weise zugeben, ich habe keine Ahnung wo welche Rohre wie im Haus verlaufen und wie diese miteinander verbunden sind.
Ist schon ein bisschen her, der Hausbau – und zudem ein Thema fern meines ganz eigenen Interessenbereiches.

Wohl aber weiß ich, dass ich ausgerechnet Minuten zuvor den neuen Rohr-Reiniger in die Dusche geschüttet habe.

Haare soll er auflösen und bis zu acht Stunden einwirken.
Eigentlich über Nacht, doch schickte ich kurzerhand die Duschkabine einfach ein wenig früher in den Schlaf! 😉

Bei solchen Aktionen ist mir ohnehin schon immer ein wenig mulmig zumute.

Somit beginne ich auf meine ganz eigene Art und Weise zu kombinieren:
Es MUSS eine chemische Reaktion sein, wenn der Sohn vom qualmenden Klo berichtet!

„Ich-habe-alles-kaputt-gemacht!!!“

so ein weiterer Gedanke. mehr „Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9“

Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8

12+

Ich mache es wieder. Und wache davon auf.
Spüre, wie sich Zähne fest aufeinander pressen und Kieferknochen anspannen.
Möglicherweise knirschen und mahlen die mütterlichen Beißer auch und reiben sich aneinander, das weiß ich nicht so genau.

Wohl aber, dass es mir offensichtlich nicht ganz so gut geht, wie ich es tagsüber glaube.

Wie auch?
Es ist ein Zeichen, dass mich tief im Inneren Dinge sehr belasten und irgendwo, irgendwie verarbeitet werden möchten.

Ich lese Nachrichten und Schreckensmeldungen, bekomme auf Facebook Videos zu sehen von Menschen, die Qualvolles berichten.
Und bekomme es mit der Angst.

Will eigentlich nie wieder hinsehen, darf aber auch nicht verdrängen.
Und schon gar nicht, mir etwas vor den Kindern anmerken lassen!

Wenngleich wir viel reden, so finde ich elterliche Angst hier deutlich Fehl am Platz.
Ich muss meine Rolle gut spielen.
Muss Normalität leben, Halt geben, Trost spenden, Lernmaterial vermitteln, Lebensmittel auffüllen, basteln, fördern, backen, waschen, für ausreichend Bewegung und Frischluft-Zufuhr sorgen – und dabei die vom Kummer gezeichnete Miene verstecken!
Das klappt auch ganz gut, bis zum beruhigenden Glas Wein abends im Bett – und bis in die Nacht hinein.

Aber im Schlaf oder spätestens beim Wecker-Klingeln holt mich der Mist wieder ein.
Dann wird mir bewusst, dass zwar die Sonne scheint, doch Einschränkungen, Ängste, Vorsichtsmaßnahmen und neue Regelungen nunmehr Alltag sind.

Gute und weniger gute Tage

Und in jedem Alltag gibt es gute und weniger gute Tage.

Auch in dieser gerade veränderten Welt.
Heute ist ein nicht ganz so guter. mehr „Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8“

Jeder Tag ein Neuanfang – Corona-Tagebuch – Tag 5

18+

Heute will ich nicht gerne aufstehen.
Es ist warm und schön im Bett und für einen kurzen Moment scheint alles in bester Ordnung.
Die Welt scheint in Ordnung und in diesem winzigen Augenblick wie immer.

Und würde ich jetzt einfach in den warmen Federn bleiben – es verlangt ja gerade eh niemand nach uns – dann könnte das ja vielleicht auch gelingen!
Das mit den Scheuklappen und der Schönrederei.

Doch da war ja die Sache mit der Struktur und Regelmäßigkeit.
Der Plan mit dem zeitlichen Rahmen.

Dinge, die wir für uns beibehalten wollten – und welche gerade jetzt unheimlich wichtig sind, zudem immensen Halt geben!

Noch immer stehe ich Tag für Tag morgens vorm Badezimmer-Spiegel, schlüpfe in Jeans und Oberteil, frisiere die Haare und schminke mich.
Auch, wenn ich die eigenen vier Wände nicht verlasse.

Ich mach’s für mich.  Für das Gefühl der Normalität. mehr „Jeder Tag ein Neuanfang – Corona-Tagebuch – Tag 5“

Alle sind online – Corona-Tagebuch – Tag 3

22+

Während ich die heutigen Schulaufgaben am PC ausdrucke, sehe ich es drüben bei Facebook:
Alle sind online.

Unweigerlich muss ich mich fragen, komme in’s Grübeln.

Was wären wir nur ohne diese Art von Kommunikation?

Kommunikationskanäle, welche ich erst kürzlich als teils überflüssig und nervig beschimpfte, retten uns jetzt teilweise den Allerwertesten!
Weil es hilft!
Gegen die Sorge und Ungewissheit, gegen das Gefühl des Allein- und Isoliert-seins.

Und fast muss ich zugeben, habe ich dieser Tage mehr Kontakt zu lieben Mitmenschen, als ich es unter normalen Umständen hätte.

Und ganz leise und schüchtern gebe ich zu:

Das ist schön! mehr „Alle sind online – Corona-Tagebuch – Tag 3“